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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-02-14 · Heft 8 (14.2.1848) · p. Seite 116

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 8 (14.2.1848)
Date
1848-02-14
Page
Seite 116 (sequence 14)
Language
German
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116 genießen soll; der Dritte muß Gesundheit halber Samstag rauchen-, und der Vierte schreiben, weil er den Verdienst braucht, oder weil ihm geistige Mittheilung nothwend.ig ist rc. Als Beweis: man sehe von all den Lehrlingen, -wie Wenige Juden geblieben sind und ihrem Volke und Glauben Ehre machen. Die Vorsteher sahen ysol diese Kluft undtrachteten sie. auszufüllen,. Letzte Ostern wurde der erste Versuch tlefacto gemacht, indem man den Lehrlingen den 112 geben ließ. Diesen Seder zu geben wollte sich Keiner herbeilassen, weder Herr Mannheimer noch Herr Breuer; sie haben Beide, und Letzterer bei einigen Sitzungen, energisch dagegen gesprochen,. und. Herr Breuer hat nur dann diese Funktion übernommennachdem er gesehen, daß kein Widerstreben nützt. Die Feierlichkeit war sehr schön, sehr ergreifend, es haben einige Lehrlinge mit Thcänen in den Augen sich für die Feierlichkeit bedankt; — aber des Morgens weg war der Champagner, nur der Bodensatz ist geblieben, ürnr>i^22^ 12b erscholl es aufs Neue. Zur selben Zeit, oder eigentlich eine kurze Zeit vorher kam auch die Idee, für die Handwerker einen Sonnlagsgottesdienst-einzurichten. Ob ein Sonntagsgottesdienst im Allgemeinen recht oder unrecht sei, gehört nicht hierher, ich will da keine theologische Kontroverse anknüpfen, wol aber bleibt die Frage, warum nicht das juste-milieu wählen, und zur Zeit des Gottesdienstes einen feierlichem mit Chor und Predigt einrichten, entweder Morgens mit Taliß und Tesillin, oder wenn dies den Herren unkommod ist, Abends. Wir unsrerseits hegen die Ueberzeugung, daß eine solche Translation des Sallbats, wenn wir sie auch im Allgemeinen zugeben wollen,! bei., den Handwerkslehrlingen, die beinahe keine wieimmer gestaltete Bildung haben, von keinem Erfolge sei. Sie müßten zuvörderst herangebildet werden, damit sie es einsehen, daß dev Anstand, den man im Allgemeinen haben muß,, im Gotteshause sich .zu einer heiligen Scheu potenziren müsse; daß der liebe Gott alle Sprachen verstehe und nicht gerade die hebräische,'die sie nicht verstehen u. st nfc u. si w. Ich will es überhaupt nicht abstreiten, dast sich ein Mensch dafür erziehen lasse,'daß MMN.rhm' alle angeführten RegAn ^beibkingen könneund sie ihm in Fleisch und Blut übergehen; aber dazu muß er: von. frühester Jugend erzogen werden, aber diese sind dvch wahrhaftig entweder gar nichterzogen, oder Wenigstens nicht für solche Ideen: — Indessen ich kann nvev, ich'wünsche es herzlich im Interesse der Männer, hie mit aller. Rüstigkeit bei diesem Institute arbeiten. Dieses und die oben angedeudete Richtung Mannheimers, daß ec zwei Jahre lang, ein Peter von Amiens, das Kreuz gegen die Reformer gepredigt, mag. auch behilflich gewesen sein zu der Idee des Gründers dieses Vereins, der auch zugleich am Ruder der allgemeinen israelitischen Angelegenheiten, stehet, der Orthodoxie aus dem Wege zu gehen und noch einen Prediger zu wählen, der quasi im Dienste der Reform stehen soll. Zwar will man dem neuen Prediger einen, andern Wirkungskreis anweisenim Strafhause und Kriminal wöchentlich Exhorten zu halten (da wird er gut predigen haben, die Leute essen alle Tehillim auf und sagen sich von 'ii im iiV>m ly im rnr-2 und denken nur Lug und Nrug), Ferner den Sterbenden in Spitälern den letzten Trost zu bringen. Da hat aber eine jahrelange Erfahrung gelehrt, daß diese Leute sich nicht nach einem Prediger sehnen in solchen Momenten, und vielmehr, wenn Jemand schon einen Menschen wünscht, der Rabbiner oder irgend ein Anderer von der alten Schule lieber ist, und wenn sie ja den Mannheimer rufen ließen, so war es nur um eine Gabe, eine Fürbitte rc. Nichtsdestoweniger hat Herr Mannheiner ohne anderweitige Aufforderung öfters und zu wiederholten Malen Strafhaus, Kriminal, Krankenhaus rc. besucht, den Bedürftigen reichliche Gaben gebracht, und. seinen Einfluß bei den . Stellen, \m es nur immer anging-, geltend gemacht. Wir wollen dies aber dahingestellt sein. lassen, und sagen:. nach einer 23jährigen angestrengten Arbeit im Amte wollten die Vertreter, die M's Persönlichkeit; sehr achten, ihm■ Jemand zur @eite stellen, der ihm tragen helfe.. Ganz recht und -sehr: löblich. . Aber - warum so geheim, so .versteckt? Warum theilte man. dem Mannheimer Nichts, darüber mit? Man sagtan einem 112 ist kein .1212.; Wir können.fceilich i^rendoch das müssen wir skm Vornhinein ausfprechen: Falls diese Ansichten ein Pretext sind, daß dahinter noch was steckt, so ist es, gelinde gesprochen — möge es mir der Herr und die Herren zu Gute halten — eine Perfidie. Ein Mann, der beinahe ein Vierteljahrhundert bei einer Gemeinde im Amte stehet, der alle seine ,Kraft und seinen Saft für' die' JMrefstntt dieser Gemeinde hingegeben, Tage lang gearbeitet und viele Nächte durchwacht, um das1 Wohl dieser Gemeinde zu fördern — Niemand wird es dem M. absprechen, daß er ehrlich und^ redlich in feinem Amte ist; ec kann von sich auch im doppelten Sinne das ''mw) 2N» im 1l»n kV sagen — wenn man einem solchen Manne gegenüber Geheinmißthtrerei übt, so kann man es nicht anders als Perfidie mnnem

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