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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-02-07 · Heft 7 (7.2.1848) · p. Seite 99

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 7 (7.2.1848)
Date
1848-02-07
Page
Seite 99 (sequence 9)
Language
German
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09 Armenverein nicht dm Hoffnungen entspricht. Das Proletarierwesen nimmt von Lag zu Tag zu, und so ziehen sie schaarenweise von Galizien, UUgarn, Böhmen, Mähren u. s. w. nach Wien, da ja hier zweimal die Woche Vertheilung ist. Man sieht ganze' Massen sich Montag Und Donnerstag um den Tempel, wo die Vertheilung ist, schaaren, die die Nacht beim Glase und Spiele rc. durchwachen. Unter zwanzig kaum Einer, der der Gabe werth sei.— Abgesehen davon, daß die Gabe, die Jemand geben will — und die Wiener sind gewiß sehr hochherzig — um so mehr gewinnt, wenn sie mit eigner Hand gegeben; ist es auch für den Geber ein seliges Gefühl, den Kummer eines Menschen herzen für einen Augenblick verscheucht, auch, nur eine Thräne getrocknet zu haben, und der Empfänger allen Segen für den Geber erfleht, als da wo der Obolus (für Unverheiratete 1 Fl., für Verheiratete 2 Fl. K/ M.) Amtlich verabfolgt wird: der gemeine Arme sieht es gar nicht an als Gabe aus milder Hand, sondern als Tribut und dem bessern Armen verbietet es das bessere Gefühl unter diese Leute sich zu stellen. Freilich muß man es den Vorstehern zum Lobe sagen, daß so sie von einem ‘parrfl'Yi» wissen, ihm die Gabe besonders verabreichen und auch wol 4 bis 5 Fl. K. M. — Wir schließen hier den Todesco'schen Kostverein an, wo Jedem ein Gemüse und Brod gereicht wird, welches Erstere kaum genossen werden kann. Wie viele Arme hat das hergelockt und wie viele Lumpen hält es langer hier. Freilich ist es auch für Studirende bestimmt, aber da muß Einer schon sehr am Hungertuche nagen, wenn , er sich zu-diesem Mahle des Jammers setzen soll, und sie treiben lieber mit den Karten Handel. Wäre es nicht besser, statt täglich an 80 lieber an 20 oder 30 Studirende— man kann es nicht glauben, welche Noch jetzt unter diesen Leuten herrscht — Karten zu geben und dafür ihnen eine genießbare Kost vorsetzen zu lassen. Mögen Herrn Todesco's Söhne, ihren Wohlthatigkeitssinn und milden Werke nicht mißbrauchen lassen, lieber weniger und dafür besser. (Schluß folgt.) Belletristisches. Die drei Mationen. , , (Fortsetzung aus No. 2.) . . , 4. Der Kramer machte eine -einladende Geberde gegen den Indianer, die dieser verstand. Der Häuptling begann „Wenn meine Brüder sich früh aufmachen von hier aus und rastlos wandern mit der Sonne, so würden sie, nach allen Seiten hin, in dreien Tagereisen noch nicht an die Grenze der Fluren gelangen, welche mein Stamm vor kaum fünfzig Jahren bewohnte und beherrschte. Der Chippewaker war nicht blos von den Thieren des Urwaldes gefürchtet, die sein Arm befehdete, sondern auch von allen Stämmen ringsum, die weit flohen, wenn sie die Spur seines Makosins erblickten. Unsere - Weiber sangen Spottlieder in ihren Wigwams auf alle Rothhaute, aber Niemand gekrauste sich,' ihnen Stillschweigen aufzulegen. So oft auch die Sonne nkederging im Abend¬ oder der Winter seine Fessel über die Ströme und Seen legte: immer sahen sie die Söhne meines Stammes siegreich und auf den Pfaden ihrer Feinde. Aber es sollte anders werden...." 1 „Lange schon hatten meine Väter von den weißen Männern gehört,' die mit der Sonne gekommen über das Meer in ungeheueren Kanoe's, mit Feuerwaffen und Feuerwaffer, und wie sie die Kinder der Ebene überwunden, und die Wälder niedergebrannt, und große Wohnungen gebaut, - gegen die unsere Wigwams wie Schößlinge gegen Eichen. Aber sie schüttelten nur ihre Speere und schwangen ihre Tomahawks zum Zeichen, daß sie sie nicht fürchteten und ihnen zu begegnen wissen würden. Flüchtlinge kamen, die vom Untergang ihrer Stämme, von-der Macht der Weißen erzählten, aber man wies sie fort als Feige, die der Schlachr entronnen. So vergingen die Jahre. Da vernahm man eines Morgens Schläge gegen die Bäume des Waldes, und Krachen der niederstürzenden; und ein Häuptling eilte herbei, der früh auf gewesen auf der Färthe des Hirsches, und am Rande des Waldes einige Männer gesehen, mit weißem Angesicht und Bärten. Da erhob sich das Kriegsgeschrei, und eine Schaar tapferer Krieger machte sich auf. Baldkehrten: sie zurück und die Skalpe der Weißen hingen an ihrem Gürtet. Nur Wenige waren entflohen, unsere Väter aber zu sehr in dem ungewohnten Anblick versunken, als daß sie sie -ereilt hätten." 7*

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