Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 6 (31.1.1848)
- Date
- 1848-01-31
- Page
- Seite 87 (sequence 11)
- Language
- German
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zur..Stiftung dieser berühmten medizinischen Schule, bei, die,-nach-arabischen Mustern gebildet, schon in das 12te Jahrhundert fallt. (Cuvier.) Unter Alfons von Kastilien wurde ein astronomischer Kongreß zu Toledo abgehalten, auf dem der Rabbiner Zsaak.Ebn Sid Hazan .-die - Hauptrolle spielte. (Humboldt.)^ . . Friedrich II., der große Kaiser aus hohenstausischem Geschlecht, hatte einen großen Theil seiner naturhistorsschen Kenntniß indischer Thiere und Pflanzen dem Verkehr mit sprachkundigen spanischen Juden zu verdanken. (Humboldt.) . Literarische Nachrichte«. Frankfurt am Main, im Zannar- Eine der wichtigsten Fragen, welche gegenwärtig die Aufmerksamkeit der deutschen in der Bildung fortgeschrittenen Israeliten beschäftigen, ist die zeitgemäße Gestaltung des Religionsunterrichtes. , Die erhöheten Anforderungen, welche an den Unterricht der Jugend gestellt werden, erstrecken sich ganz besonders-auch auf die Religionslehre, um so eher, als hier die Ansichten, Grundsätze und Richtungen auf mannigfache Weise, sich spalten und auseinandergehen. Aber auch die Schwierigkeit, hierin ein einheitliches Streben zu erzielen, wird allgemein empfunden, und die gewiffenhaften. Lehrer der Jugend sehen sich daher immer von Neuem aufgefordert,.ernstlich die Mittel und Wege in Betracht zu ziehen, wie derselben eine gründliche Vorbereitung zu ertheilen sei, damit sich eine gesunde, gelauterte, wahrhaft fromme Anschauung und sittliche Gesinnung herausbilde. Die 24 Bücher der h. Schrift, für den Israeliten die Hauptquelle religiöser Erkenntniß, sind auch beim Unterricht das alleinige und bleibende Fundament, auf welchem mit Sicherheit sortgebaut werden kann. Lehrbücher und K a t e ch i s m e n, verschieden in Einrichtung, Methode , und Ausdrucks auch nothwendig wechselnd nach Alters- und Bildungsstufen, sind nur Hilfsmittel, Weg- *) Derselbe fertigte auch zumeist, die astronomischen Tabellen des Königs Alfons (1252) an. weiser und Führer auf' diesem Gebiete und 'entbehren ohnehin jeglicher Autorität; —die Bibel allein ist die bleibende Grundlage. - Aber hier erheben sich ernste und wichtige Fragen, welche noch nicht gelöst sind, und von deren Erledigung der Erfolg, bedingt wird. Anders war es vormals, anders ist es jetzt. Bis in unser Zeitalter herab bediente man .sich der h^ Schrift beim Unterricht fast nur in der Ursprache. Beim mündlichen Uebersetzen und Erläutern des Textes zog die Beachtung * der Sprache die Aufmerksamkeit stark an; es lag auch in ihr eine Weihe, durch welche jeder Profanirung des Inhaltes vorgebeugt war; und man beschränkte sich häufig auf eine 'angemessene Auswahl,, indem.man.Vieles dem spatem Selbststudium anheimstellte; die weibliche Jugend lernt^in der Regel nur Auszüge aus der h. Schrift kennen.- - - '*• . Jetzt aber liegt die gesammte h. Schrift in der Muttersprache vor,, und ist allgemein zugänglich! u - Was auch Rigoristen sagen mögen, um die Benutzung der vollständigen Bibelübersetzung in Schulen - das Wort zu reden, — wir vermögen nicht uns dieser Meinung anzuschließen. Gegen -die Benutzung der gesummten heiligen Schriften, beim Unterricht der Jugend''beider' Geschleckter erregen naheliegende pädagogische Rücksichten so unabweisbare Anständ-e, und sprechen auch sonst noch so wichtige Bedenken, daß wir wol annehmen dürfen, die überwiegende Mehcheit der Iugendlehrer theile unsre Ansicht, welche übrigens im Iudenthum auch historisch begründet ist. . Schon seit uralter Zeit war es nämlich ausgesprochene Regel,, bei den öffentlichenVorlesungen der heiligen Schrift, solche Stücke, welche sich für das Volk nicht zu eignen scheinen, unübersetzt zu lassen. Und. selbst die h. Schrift übergab man dem Volke nicht sowol in wortgetreuer Uebersetzung, als. vielmehr.,in Umschreibungen und Kommentirungen. Man fühlte ganz, richtig, daß bei der überaus starken Eigenthümlichkeit des Sprachgeistes, eine noch so treue wörtliche Ueberttagung:doch nicht den wahren Gehalt wiedergeben könne, und .daß bei derUnmöglichkeit, dex fremden Sprach</ihie-Weihe des .Urtextes einzuhauchen, der Inhalt inder^lllebexsetzung! immer den Mißverständnissen und den Mißdeutungen ausgesetzt sei. Die Erfahrung hat es hinlänglich bestätigt,, wie ge-, recht diese Besorgnisse waren. Die Uebersetzungen haben unter den Israeliten der Bibel keine neuen.Vewhrep.gewonnen. Ciii;