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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-01-24 · Heft 5 (24.1.1848) · p. Seite 69

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 5 (24.1.1848)
Date
1848-01-24
Page
Seite 69 (sequence 9)
Language
German
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69 eine Veränderungindem der Redakteur en obek zurücktritt. M. M. Nekrolog. » Am 4. Januar verstarb nach kurzem aber schmerzvollem Krankenlager der hiesige Oberlehrer und Rabbiner Di'. M. Eller Ln seinem 46ten Jahre, ein Verlust, der die hiesige Gemeinde, so wie das Herz eines Jeden seiner Mitbürger um so schmerzlicher berührt,, als derselbe in der Blüte seiner Jahre erfolgt, und eine unversorgte Wittwe mit 6 unmündigen Kindern einer höchst trüben Zukunft entgegengeführt. Was der Entschlafene in der kurzen Zeit seines Wirkens hier geschafft, wie er in Schule und Synagoge nur dem allein nychgestrebt, was in der gegenwärtigen Zeit zu Nutzen und Frommen gereichen kann, das werden diejenigen am Besten zu würdigen wissen, die in die Vergangenheit zurückblicken. Ihm kann man es zum Ruhme nachsagen, daß er mit Ruhe und Besonnenheit bei den jetzigen religiösen Wirren di^ gerechte Mitte herauszusinden strebte, und sein eifriges Bemühen dahin richtete, jede aufkeimende Spaltung auszugleichem Einigkeit und Liebe war sein Wahlspruch, sein eifriges Streben war Vereinbarung zu Israels Frommen zu bewerkstelligen. Wol sagt das Sprichwort de mortuis nil nisi bene, allein ihm weiß auch Niemand etwas Böses nachzureden. Sem^Herzwar gut, voll wahrer Frömmigkeit und Liebe. Mö es galt seinem Mitmenschen Gutes zu thun, da war er der Erste, und wol Mancher weint ihm hier sowol als zu Hannover, wo er früher stand, eine stille Thrane der Dankbarkeit nach. Diese Liebe und Achtung gab sich auch zuletzt noch an sein-em Beerdigungstage kund, indem nicht allein die sämmtliche Gemeinde, sondern auch die Lehrer des hiesigen Lyzeums, so wie die christlichen Prediger, der katholische nicht ausgenommen, im Ornate der Leiche folgten, welchen gewiß noch mancher Leidtragende sich angeschloffen, hätte die strenge Kälte nicht abgehalten. Sit tibi terra levis! rief ihm Mancher zu, als die letzte Schaufel Erde auf sein Grab rollte. Gebe Gott, daß die Thränen der Hinterbliebenen Wittwe, so wie der 6 unmündigen Kinder nur recht bald getrocknet, und die Zukunft für sie keine trübe, sorgenvolle werde! Aus Bade», im Januar. (Privatmitth.) Erst jetzt liegt' das gedruckte Protokoll der dritten General- Celle, 8. Jan. (Privatmitth). Versammlung-des -Allgemeinen Landesyereins.rnB.Qden für die Verbesserung der inneren und äußeren Zuständeder Juden", gehalten zu Emmendingen am 28. September v. I., uns vor und erfreuet durch die sichtlich wachsende Theilnahme, die dieser Verein genießt. 115 Mitglieder hatten sich am gedachten Tage versammelt. Die Versammlung beauftragt einstimmig den Ausschuß, weitere Schritte bei Regierung und Ständen zur Erlangung der bürgerlichen Gleichstellung zu thun. Die geringeren Fortschritte in gewerblicher Beziehung wurden in der Diskussion theils iw Mangel an Freizügigkeit, theils inmavchen Religionssatzungen, in den vielen Feiertagen, der Entfernung der Kohanim aus dem Hause bei Sterbefällen in derselben Häuserreihe, theils in nicht genügender Sachkenntniß^gefunden. Der dritte Gegenstand der Berathung war eine Eingabe an den Oberrath wegen Berufung einer allgemeinen Synode, welche aus den sämmtlichen Rabbinen des Landes, einer doppelten Anzahl von Laien, welche die Gemeinden wählen, und den Mitgliedern des Oberraths Heftchen soll. Der vierte Gegenstand wurde ebenfalls mit einer an Einhelligkeit grenzenden Majorität angenommen-, und lautete: „eine Eingabe an. den Dberrath ' abzufassen, in der das Gesuch gestellt wird, die Beschlüsse der deutschen Rabbmerversammlung einer badischen Synode zur Begutachtung vorzulegen, von denen in Betreff der Kultus-, Sabbat- und Festtagsfragen, so wie der Trauergebräuche als die wichtigsten zuerst zur Behandlung gebracht werden mögen." — Die Diskussionen waren durchgängig sehr belcht und anziehend , und wurden einige vortreffliche Reden gehalten, so wie die Vorberichte und Eingaben sehr gut abgefaßt sind. Allerdings ist die Wirksamkeit des Vereins in den gedachten Gegenständen nur eine sehr bedingte, da die Erfüllung einerseits von Regierung und Ständen, andrerseits von dem Oberrath abhängig ist, — allein die kräftige Aussprache dessen, was. in einer Mehrzahl der badischen Jude» liegt, und die Erweckung von Fragen in Tausenden, die sonst uw die wichtigsten Angelegenheiten sich nicht kümmern, und theilnahmlos ihren Weggehen, ist. schon Verdienst und-Wirksamkeit genug. Preuße». Aus Westpreußen, 29. Dezember. Kurz vor Weihnachten hat die königsberger Universität dar- 5*

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