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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-01-24 · Heft 5 (24.1.1848) · p. Seite 66

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 5 (24.1.1848)
Date
1848-01-24
Page
Seite 66 (sequence 6)
Language
German
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lationirung des Gesagten sich das plus für uns Herausstellen würde. Voller Zuversicht blicken wir jetzt zu unserm gnädigen König hin, daß er unsre Bitte beherzigen, seinen schönen Wahlspruch, „Recht und Wahrheit," recht zur Wahrheit werden lassen möge und so seine Krone mit einer Perle, köstlicher als das edelste Gestein — der der Menschenwürdigung — schmücke. Erhallen wir glücklichsten Falls das Vorwort Sr. Majestät, so ist ein günstiges Resultat bei den Reichsständen mit Wahrscheinlichkeit vorauszusetzen; denn die öffentliche Meinung hat, rücksichtlich der Judenfrage, hier zu Lande, wie anderswo, einen bedeutenden Umschwung, uns zu Gunsten, erhalten, was schon, abgesehen von anderen unverkennbaren Zeichen, als wie: Aufnahme der Juden in allen Künstler-, Gelehrten- und anderen Vereinen — schon daraus zu ersehen ist, daß die meisten Zeitungen sowol der Residenz als der Provinzstädte (selbst solcher wo keine Judenwohnhaft. sind) die Emanzipation besprechen und befürworten. ■ Ein nicht minder erfreuliches Zeichen der Zeit so wie der Gesinnungsumwälzung, die sie in den Herzen der Gebildeten veranlaßt, ist,, daß in der Letztzeit Juden zu Kommunalämtern berufen worden. So wurden nämlich in Gothenburg von der dortigen Bürgerschaft in eine Direktion von fünf Mitgliedern zwei Juden gewählt, und der dortige Rabbiner wurde auch kürzlich, nebst einem andern Israeliten, von derselben Bürgerschaft in ein Konnte gewählt, welches beauftragt war, Statuten zu einer Gesellschaft ad pios usos vorzuschlagen. Ueber die -inneren schwedisch-jüdischen Zustände wollen wir in aller Kürze bemerken: daß sowol hier als in Gothenburg die jüdischen Lehranstalten sehr gut organisirt sind; daß in beiden Gemeinden der Gottesdienst, von einem gutgeleiteten Chor unterstützt, würdig begangen wird; daß, was die Reformen betrifft, Gothenburg uns weit vorausgeeilt, indem daselbst, nach geschehener. selbstständiger Revision der Gebete, vieles Zeitwidrige, selbst aus. dem Gebetbuche, abgestellt worden, während wir hier einstweilen nur von den Piutim (mit Ausnahme einiger Stücke für die drei Hauptfeste so wie für riH und befreit worden, und endlich, daß unsere Rabbinen, die Herren DD. Seligman hier und Heineman in Gothenburg ihre resp. Gemeinden mit gehaltvollen Predigten erbauen. Die Gemeinden zu Norrköping und Karls- 'krona sind zu klein als daß man bedeutende Forderungen an sie richten könnte, jedoch ist erstem Orts Herr Schönthal aus Baiern als Religionslehrer angestellt und hält zum Oeftern gute religiöse Vortrage in der Synagoge. Schließlich können wir ein Ereigniß nicht, unerwähnt lassen, das sowol hier als in den Nachbarstaaten Dänemark und Norwegen bedeutendes Aufsehen erregt hat. Wir meinen die in Ihrer so wie in mehreren auswärtigen Zeitungen schon vielfach besprochene Enthüllung des Denkmals für den norwegischen Dichter Henrik Wergeland, die hieselbst am 22. Oktober stattgefunden. Der norwegische Staatsminister Due, der hiesige Oberstatthalter, der Oberpostdirektor und viele Honoratioren (die Anzahl der christlichen Gäste belief sich ungefähr auf. 80) wären gegenwärtig bei diesem feierlichen.Akt, der mittelst einer Rede in schwedischer Sprache vom Herrn Lipmanson, Lehrer und Kantor allhier, eröffnet wurde. Hierauf sprach der als Dichter rühmlichst bekannte lutherische Priester Herr Afzelius, und schließlich der Staatsminister Due. Ein Jeder der Redner suchte von seinem Standpunkte aus die Betrachtungen hervorzuheben, zu denen dieses schöne Fest in so reichem Maaße Veranlassung gab und besonders ergreifend war es, den Staats.minister mit glühender Beredtsamkeit rücksichtslos den Paragraphen des norwegischen Landesgesetzes rügen zu hören, der zur.Schande der übrigens musterhaften Konstitution Norwegens noch immer die Juden — gleich wilden Thiererr — von den Grenzen Norwegens zurückweiset und für dessen Streichung der edle Wergeland fast bis zu seinem letzten Lebenshauch rastlos gekämpft. Das Monument trägt folgende Inschrift: Auf der Vorderseite: Henrik Wergeland, dem unermüdlichen Kämpfer für Menschenrecht und Menschenwürde. Auf der Rückseite: Dankbare Israeliten außerhalb der Grenzen Norwegens errichteten dies Denkmal 1847. Jedenfalls hoffen und wünschen wir, daß die Feier von nachhaltiger Wirkung sein wird. Die Sympathieen, die sie bei den Eingeladenen hervorrief und die sich in manchen schönen Toasten kund gaben; die^

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