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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-01-24 · Heft 5 (24.1.1848) · p. Seite 62

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 5 (24.1.1848)
Date
1848-01-24
Page
Seite 62 (sequence 2)
Language
German
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62 die Beiträge für jede Wittwe um 2 Thlr., für jede Waise um. 1 Thlr. so lange erhöht, als nothwendig (denn die Waisen werden auch 15 Jahre, und die Wittwen leben auch nicht ewig). Wird die Summe der jährlichen Beiträge nicht konsumict, so wird die Hälfte des Restes zum eisernen Fonds geschlagen, die andre Hälfte zu einer Reservekasse gelegt, um, wenn es nothwendig, die Unterstützungskasse zu verstärken, und keine Beitragserhöhung nothwendig zu machen. Dadurch, so wie durch die Eintrittsgelder wachst der eiserne Fonds an, vergrößert die Zinsen, und macht so seinerseits die Unterftützungskasse stärker. Rach 10 Jahren wird die gewonnene Erfahrung angewendet, um möglichst die Unterstützungen größer zu machen. Man wird gestehen, daß diese Auseinandersetzung die Sache in's beste Licht stellt. 100 Thlr. für eine Wittwe, 50 Thlr. für eine Waise bis zum löten Jahre sind keine geringe Hilfe, und hingegen 10 Thlr. kein bedeutendes Opfer. Wächst die Zahl der Mitglieder, wachsen dadurch die Unterstützungsfälle, so wächst ja in demselben Maße die Kraft der Kasse. Auf diesen Vorschlag hin, der natürlich nur ein unmaßgeblicher ist, zeichne ich mich hiermit als Mitglied, und bitte nun um weitere Benachrichtigung des Beitritts. Würde die Zahl 20 Mitglieder erreicht haben, so könnten wir die Sache als begründet ansehen, und sie zu konstituiren versuchen. Diejenigen glücklichen Kollegen, welche Vermögen besitzen, oder in ihren Kontrakten eine genügende Pension versichert haben, mögen sich dieser Angelegenheit nicht entziehen; mögen sie als Wohlthätigkeit ansehen, was ihnen kein Bedürfniß ist! Auch könnten die Gemeinden selbst die Zahlung von solchen Beiträgen übernehmen, um für ihren Geistlichen das Anrecht zu erwerben, jedoch kann natürlich für eine und dieselbe Person nur e in e Unterstützung gezahlt werden. Einige Literaturbriefe. (Schluß von No. III. aus voriger No.). Die zweite Schrift, von der ich Dir melden wollte, „Rebekka und Arnalia", ist aus der Feder einer Dame geflossen. Wir müssen daher bei ihr weder die Anforderung einer gründlichen Untersuchung, einer ausführlichen Auseinandersetzung stellen, noch werden wir über.Weitschweifigkeit,. Mißgriffe in den Charakteren, Zerflossenheit der EwpstndMgen, vielen UMÜtzen Beikram, Weichheit des Styles kritksiren wollen. Es ist dies Alles meines Amtes nicht'— die Hauptsache ist mir die darin dargelegte Gesinnung, und diese allein vermochte mich. Dir und wem es angeht, diese Schrift zu empfehlen. Um es kurz zu sagen: es handelt sich in derselben um das Taufen der Jüdinnen, namentlich der gebildeten Jüdinnen. Dies ist die eigentliche Tendenz der Schrift, und, da sie sich hierin weniger auf die transzendentale Lehre, als auf die Stellung und die Lebensaufgabe des Weibes einläßt, so wünsche ich, das Buch möchte in recht viele Hände jüdischer Jungfrauen und Frauen kommen, um sich Einiges zum Bewußtsein zu bringen, was Noch thut. Während der Jndifferentismus im männlichen Geschlecht schon vielfach gebrochen worden, kann man sich nicht verbergen, daß die religiöse Gesinnungslosigkeit im weiblichen Theile der Judenheit, namentlich bei denen, die eine höhere Bildung gewonnen, die daher ihre französischen und englischen Romane geläufig lesen, überhand genommen und recht unweiblich geworden ist. Diese Schrift wird ihnen daher in einigen Beziehungen ein neues Licht über ihre Stellung verbreiten, denn die Verfasserin — und zwar, wie die* Schrift zeigt, nicht etwa, wie ich wüßte, eine Hamburgerm — stellt sich namentlich auf den Standpunkt der Familie, dieses wichtigen Moments im jüdischen Leben. Die Schrift giebt einen Briefwechsel zwischen einer Jüdin und einer Adeligen, die Freundinnen sind; durch denselben zieht sich ein kleiner Roman, dessen Hauptinhalt ist: die Jüdin hat früher einem edeln Christen, der und den sie liebte, entsagt und ist sehr glücklich an einen trefflichen Juden verheirathet. Die adelige Freundin, noch bedeutend jünger, lernt diesen früher» Freund der Jüdin kennen und liehen und heirathet ihn. Dabei, wird Veranlassung gefunden, über Allerlei und Vielerlei zu sprechen, namentlich über die Stellung des jüdischen Mädchens und Weibes. Du gestattest mir einige Satze hier abzuschreiben. Die Stellung der Rebekka wird gleich Anfangs bezeichnet: „Du, die unter Druck und Ungerechtigkeit herangeblühte israelitische Jungfrau, derenHerz sich für die Kälte von außen desto glühender an die geliebte Familie und an das arme gedrückte Volk schloß."' Sie zeichnet diese näher in folgendem Passus: „Ach, meine Amaiia! solche Vocurtheile, wie sie in Deinem Kreise ausgesprochen werden, umtönen schon unsre Wiege,

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