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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-01-17 · Heft 4 (17.1.1848) · p. Seite 55

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 4 (17.1.1848)
Date
1848-01-17
Page
Seite 55 (sequence 7)
Language
German
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55 Argumente müßte sich her Jude also auch erst taufen lassen, um Jude werden zu können. Das ist dietalmudische Gründlichkeit. Die biblische verwechselt Charat mit Extermination und beruft sich auf das Verbot, „der Unbeschnittene darf das Pesach nicht essen". Die kurz darauf erschienene Einhorn'sche Widerlegung, die wol bald, einen großem Kreis von Lesern gewinnen wird,, weist am Schluffe auf die Tendenz christlicher Seeftnfi'scher hin, die den Juden „fromm" erhalten wollen, damit er dereinst „selig" werden könne, und äußert fn dieser Beziehung: „Profi D. will die Juden zur Beschneidung gezwungen wissen,, damit sie der Betheiligung am Opferlamme fähig werden." Und nun klagt Prof, D. über Verspottung des Christenthums! Dabei wird natürlich wacker über Abfall und Deismus losgeschimpft. So will man mit aller Gewalt den, dorngekrönten Moses vor den Siegeswagen des, -dorpgekrönten.Christus spannen,, um damit endlich über das dorngekrönte Israel, an welchem man so lange vergeblich das Schergenamt geübt und gegenwärtig das Neuaufleben fürchtet, raschen Laufes zermalmend hinfahren zu können. Die Juden aller Richtungen werden wol eilig, wie der Herr Berichterstatter meint, dem edeln Herrn Professor für seine Liebe zum Judenthum den wohlverdienten Dank abstatten, wie dies auch in derThat von sechs Mann hoch in Teterow geschehen ist, die dem rostocker Messias ihren Dank für die, über das alte Testament mit der Unterschrift: „Mehrere Mitglieder des Vorstandes für sich und im.Namen d er Gemeindemitglieder" abstatteten, während der größte Theil der dortigen Gemeinde leider öffentliche sich dagegen erklärt. Preuße«. Berlin,, 24. Dezember. (D. Z.) Der Kultusminister Eichhorn verfolgt die Konsequenzen unsrer neuesten Judengesetzgebung (vom 23. Juli d, I.) mit regem Eifer. Noch ehe die speziell angeregte Frage wegen jüdischer Dozentur in den weltlichen akademischen Fakultäten durch Begutachtung der Universitäten erledigt werden konnte, ist jetzt in Betreff der jüdischen Aerzte bestimmt worden, daß sie hier zur Prüfung für die Befähigung zum Kreisphysikate zugelassefl werden sollen. Aus dem Großherzogthrrw Posen, 6; Januar. - (Privatmitth.) Endlich, Verehrtester Herr Doktor, haben wir doch in Ihrem uns so werthen Blatte ein Wort gegen die durch, das neueste Judenreglement so vielfach erschwerte und mit so bedeutenden Kosten belasteten' Ab- und Anmeldungen bei Geburts- und Sterbefällen erhoben gesehen. Wir suchten und suchten auf dem Kampfplatze, wo ein wackerer Kämpfer uns so muthig das- Schwert des Wortes voranträgt,, ob nicht wenigstens ein Signal gegeben wird, welches, indem es gleichzeitig Kampfgenossen erweckt, der gesetzgebenden Gewalt-ihr Werk wieder zur Prüfung unter die Augen , bringt, von welcher Seite diesmal gewiß, die Besserung zu erwarten steht, in unserm Staate nämlich, wo Gewissensfreiheit, Recht und Billigkeit herrschen, wenigstens herrschen sollen. Sie, mit Ihrem Blatte, Haben uns schon einmal verwöhnt, so daß bei dem ersten Drucke, den wir seit dem Erscheinen des Reglements empfanden, Sie die Frage auf den Lippen wenigstens des größten Theiles der posener Juden finden konnten: „Schreibt: die Judenzeitung Nichts darüber? Schweigt Herr Philippson?" Nein, wollen wir sagen, und wir — nun wir wollen auch nicht schweigen, und kräftig und muthig die Hand reichen, deren Unterstützung verlangt wird. — Zu diesem Behufe sollten Sie nun bogenlange Abhandlungen erhalten, allein (und die lieben Leser werden es ihr gewiß Dank wissen) die gütige Vorsehung hat uns dessen überhoben und uns in den Stand gesetzt, durch Fakta unwiderleglich zu beweisen, was in Theoremen, wenn auch nur schwachen, doch Widerspruch hätte leiden können, und wenn selbst diese fortgeblieben wären, so wird der Fehler doch dadurch weit anschaulicher und eindringlicher. Wir wollen für dieses Mal nur drei Thatsachen anführen, welche in dem Städtchen B. vorsielen. An einem Freitagabend starb das Kind eines Israeliten daselbst und zwar an einer solchen Krankheit, die wahrscheinlich das Begräbniß am . Sonntage erforderte. Der bekümmerte Vater, der Drohung beim Ausbleiben der'Abmeldung binnen dreimal 24 Stunden eingedenk, die wie ein drohendes Gespenst hinter seinem Rücken steht, eilt zum Magistrate der Stadt, welcher die von ihm angegebene Entschuldigung, in der Feier der 7 Trauertage bestehend, sofort einreicht: Allein am ersten, dieser Tage kömmt ein strenger Be-

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