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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-01-17 · Heft 4 (17.1.1848) · p. Seite 53

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 4 (17.1.1848)
Date
1848-01-17
Page
Seite 53 (sequence 5)
Language
German
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53 bei den Israeliten bei 181 Geburten 29 Kinder, also auf 100 -7 16. —- Bei der jüngsten Wahl eines Großrabbinen des pariser Konsistoriums (nicht mit dem Zentralkonsistorium zu verwechseln) hatte der Rabbiner Charleville von Dijon die Stimmen des Konsistoriums für sich, überhaupt 68 Stimmen, wohingegen der Rabbiner Isidor, wie bereits gemeldet, die Majorität, nämlich 81 Stimmen hatte. Das pariser Konsistorium schrieb ihm einen Lrostbrief, der ihm seine volle Achtung bezeugen sollte. Rabb. Charleville antwortete, und sein Schreiben beginnt mit den ominösen Worten: „Indem ich die Kandidatur zu dieser Stelle übernahm, täuschte ich mich nicht über, die zahlreichen Pflichten, welche mir auferlegt worden wären; ich hatte die Gemeinde selbst geprüft, die zusammengesetzt ist aus den heterogensten Parteien; ich sah das materielle Interesse das religiöse beherrschen, den Indifferentismus die Familien durchdringen, und nicht selten den Abfall unter sie im Schatten sich einschleichen." (Nach den Arch. isr. de Fr.) Belgien. Brüssel, im Dezember. Das Konsistorium hat folgende Kultusveränderungen eingeführt: ‘jptiö öip*» und ■»» fallen weg und sind durch französische Gebete, die der Großrabbine spricht, ersetzt. Am Morgen von 2"' fallen die Piutim von nrn^n bis zu den mmbö, im Mussaph die Piutim von tr>rra und si»rip, die zwischen minin und die nach jttd? -nv sich endigend mit rirrvnn bis zu a»Y' ^0 brr weg. (Nach denselben.) Italien. Rom, im Dezember. Die Israeliten in Italien fangen an, an der allgemeinen Aufregung Theil zu nehmen. Bei einer jüngsten Feierlichkeit zogen die Römer, nachdem sie der öffentlichen Person, der sie galt, ihre Ovation gebracht, in das Ghetto und brachten den Juden ein Eviya. Sofort illuminirte das ganze Quartier. — In Modena wurden auch zwei Israeliten wegen der dem Mons. Carboli, Abgesandtem des Papstes, bei seiner Abreise dargebrachten Ovation verhaftet. — Der Papst hat die jährliche Abgabe von 831 Khalern, welche die Juden an die Kammer des Kapitols zu bezahlen hatten, durch ein Dekret abgeschafft... Rom, 28. Dezember. Am Namensfeste des Papstes fand ein großer Volksaufzug statt, und eine Deputation, Ciceruacchio, der Volkstribun, an der Spitze wurde vom Papste empfangen. Dieselbe übergab ein lithographirtes Blatt, die Forderungen des römischen Volkes enthaltend; unter denselben befand sich auch: „die Emanzipation der Juden." Das römische Volk hat also in kurzer Zeit bedeutende Fortschritte gemacht. Großbritauien. London, 22. Dezember. Alderman Salomons gab gestern seinen Wählern und Freunden ein Bankett in der London-Taverne, wobei er gelegentlich eines Toastes auf das Wohl seines Stadtviertels hervorhebt, welche Fortschritte die Toleranz in der City gemacht, da vor kaum 17 Jahren noch kein Jude einen Detailladen in der City hätte besitzen dürfen und er heute einstimmig als ihr Alderman gewählt worden sei. Indem zugleich die Gesundheit der Vertreter der City ausgebracht wurde, stellte der neue Alderman Herrn Rothschild der Gesellschaft vor, Betreffs dessen er die zuversichtliche Hoffnung aussprach, daß derselbe als ein thätiges Mitglied des Parlaments sich erweisen werde. Baron Rothschild drückte seinen Dank darob aus und versicherte, wie er auf den Rath seiner Freunde ruhig und mit Geduld warten wolle, bis die Judenbill durchgegangen sei, indem er nicht mit Gewalt den Eintritt in's Parlament sich erzwingen wolle. Früher oder später werde man mit der Unterstützung der City von London wol dies durchsetzen. Uebrigens wisse man recht gut in der City, daß seine Glaubensgenossen sich in die religiösen Landesangelegenheiten durchaus, nicht mengen wollten und daß der Grund, welchen man gegen, ihre politischen Gerechtsame aus solchen Besorgnissen geltend mache, ganz unstichhaltig sei. —. 3. Januar. Man hat im Parlamente gefragt, ob die Juden am Sonnabend öffentliche Geschäfte verrichten würden. Diese Frage ist von Alderman Salomons bereits thatsächlich entschieden. Er erschien neulich am Sonnabend bei einer Versammlung, in welcher Gemeindeangelenheiten zu berathen waren, und

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