Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 3 (10.1.1848)
- Date
- 1848-01-10
- Page
- Seite 44 (sequence 8)
- Language
- German
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44 Großen haben wahrlich weit Wichtigeres zu thun, als solches Hundegebell zu beachten. Daß diese schändlichen Verleumdungen und Lügen dem bösen Gemüthe eines Erzjudenfeindes entstammt, keiner Widerlegung würdig, noch einer solchen bedürfen, indem sie durch die allzupöbelhafte und rücksichtslose Manier sich selbst widerlegen, begreift jeder billig Denkende; daß ferner dieser unbegrenzte, herausfordernde Haß im Neide, eigentlich im Brodneide wurzle und daraus wie giftiges Kraut hervorwuchere; und daß folglich dieser Aufsatz nicht nur im alleinigen Interesse des Verfassers, sondern vielmehr im Interesse mehrerer Mitmeister spricht, da diese es nicht ansehen können, daß mehrere Israeliten dieses Gewerbe mit dem besten Erfolge betreiben, wird selbst jeder unbefangene Nichtisraelit leicht einsehen; daß aber Herr .Szentp.etery sich zum Wortführer aufwirst, sollte uns doch ein Wenig überraschen, gehört doch eine freche Stirn, eine grenzenlose Unverschämtheit dazu, von Diebesbanden, von Hehlerzünften zu reden, wenn man von selbst vielleicht schon schwach genug war, gestohlenes Silber, zu kaufen, und wenn man sogar einmal auf frischer That ertappt, mit Schand und Spott es zurückgeben und dabei noch froh sein mußte, mit heiler Haut davon zu kommen, und das that dieser Herr, darüber haben wir hier sowol schriftliches als auch mündliches Zeugniß, welches zu detailiren Sie mir gern erlassen wollen. E—r. Wien, 28. Dezember. Die hiesige Israelitengemeinschaft ist bei Sr. Maj. dem Kaiser in einem Jmmediatbittgesuche um staatsbürgerliche Emanzipation eingekommen; sie haben ihr Gesuch hauptsächlich auf drei Punkte: nämlich um Aufhebung der Judensteuer, Abschaffung der Aufenthaltstaxe und um Verleihung der Meister- und Bürgerrechte, zusammengefaßt. Die Landesregierung soll, dem Vernehmen nach, die Eingabe im Ganzen günstig begutachtet haben. Preßburg, 21. Dezember. (Privatmitth.) In der 21. Zirkularsitzung der lobt. Stände kam das . Heimaths' und Bürgerrecht zur Verhandlung. §. 3 lautet: „Zur Erhaltung des Jndigenats werden als unerläßliche Bedingnisse erfordert: 1) Volljährigkeit, 2) Kenntniß der ungarischen Sprache, 3) daß der Einzubürgemde, mit Ausnahme des einen Falles, wenn die ungarische Jnsürrektionsarmee im Auslände sich befindet, im Vaterlande-wohne." Graf Forgäch, Deputirter vom preßburger Kapitel, wünscht einen 4. Punkt zu diesem Paragraph — daß nämlich jeder Einzubürgernde einer der im Lande rezipirten Religionen (also kein Jude) angehöre. Koffuth vom pesther Komitat will nicht einverstanden sein, die Ausübung politischer Rechte an Religionen zu knüpfen. „Ich finde es unbillig," sprach er, „daß Juden, deren Charakter und Fähigkeiten Anerkennung' verdienen, wegen Lumpereien eines Theils dieser Nation von den politischen Rechten gänzlich ausgeschlossen feien. Warum soll ein Kunewalder in Pesth, von dessen Rechtlichkeit, Tüchtigkeit und Patriotismus ich ganz überzeugt bin, deshalb ausgeschlossen sein, weil er den Allmächtigen in einer Synagoge verehrt, oder weil in Szathmär, Szobolcs und wie Einige meinen, auch: hier in Preßburg, Juden vom Betrug leben?" Szemerc vom borsoder Komitat drang auf Abstimmung über die Punkte Religion, ungarische Sprache und politische Rechtsfähigkeit. Auf die mehrfache Aufforderung des Grafen Forgöch, daß der Einzubürgernde sich zu einer der in Ungarn rezipirten Religionen bekennen müsse, kam es zur Abstimmung und 26 nahmen gegen 23 Stimmen den Antrag Koffuths an, daß die rezipirten Religionen kein unerläßliches Bedingniß seien. Gegen die Aufnahme ausländischer Juden sprachen sich viele Deputirte aus. Olgyar von Preßburg will, welches auch mit Akklamation angenommen wurde, daß die ausländischen Juden durchaus nicht heimisch gemacht werden können. Vesprimer Dep. schließt sich diesem Anträge deshalb an, weil sich die Juden vermöge des mosaischen Gesetzes zu sehr vermehren (?). Der Deputirte der Stadt Pesth will die nicht vollkommen ansässigen Juden aus dem Lande schaffen. Dep. von Szathmär glaubt, die Israeliten gefährden die Nationalität anstatt sie zu befördern. Dep. von Borsod findet in den Israeliten nur solche Fehler, wie sie unter anderen Nationen zu finden sind, und wünscht, daß man die Einwanderung fremder Israeliten darum verhindere, um desto eher die heimischen zu emanzipiren. Szentkirälyi von Gömör: Man brauche keine chinesische Mauer wegen der Juden um Ungarn zu ziehen, indem begüterte Juden dem Lande von Stutzen sein können. Koffuth sagt: Von der Niederlassung wird erst im dritten Abschnitte gesprochen werden, hier