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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-01-10 · Heft 3 (10.1.1848) · p. Seite 41

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 3 (10.1.1848)
Date
1848-01-10
Page
Seite 41 (sequence 5)
Language
German
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41 Juden um freie Ausübung des Schankrechtes, nur um dadurch einen Vorwand zu haben, die damit verknüpfte Bedingung, die europäische Tracht anzunehmen, zu erfüllen. Der Fanatismus will die Ablegung der polnischen Tracht, welche so vielen Vorurtheiles, so vieler Spaltung Ursache ist, noch immer hintertreiben, aber sichtlich mit immer schwächerm Erfolge. Warasdin (Kroatien), 25. November. (Ein Wort zur Gründung allgemeiner Schulfonds für die israelitischen Gemeinden Ungarns, von H. Rosenmark, öffentl. Lehrer.) Schon vor ungefähr anderthalben Dezennien erklärten Sie, hochgeehrter Herr Redakteur, in Ihrem israel. Predigt- und Schulmagazin: „So lange für die Jugend nicht vollständig gesorgt ist, mit Herz und Geist gesorgt ist, alle Bestrebungen für unnütz." Die Wahrheit dieses Ausspruches stellt heutzutage Keiner mehr in Abrede. Selbst Rabbiner und Gemeinden, die im Rufe strenger Orthodoxie stehen, wenden nunmehr gegen das Bestehen oder Einführen öffentlicher Schulen Nichts mehr ein. Preßburg, das der Sitz des Oberhauptes der ungarischen Strenggläubigkeit ist, hat drei treffliche israelitische Unterrichtsanstalten: die königl. National-, die Primär- und die Mädchenschule, und in Papa, wo ein Theil der Gemeinde gegen Löw protestirte, erhebt sich gegen die dort in Bälde in's Leben tretende, großartige Jugendschule auch nicht eine Stimme. Trotz aller dieser günstigen Auspizien wird dennoch eine allgemeine Einführung öffentlicher Schulen, insolange man deren Erhalt von dem vom Familienvater zu zahlenden Schulgelde abhängig machen werde, schwerlich je, oder wenigstens nicht sobald erzielet werden. Um dies Hemmniß wie möglich aus dem Wege zu räumen, wollte ich schon 1840 die Idee, daß die vereinte Kraft sämmtlicher Gemeinden in jedem Lande einen allgemeinen Schulfonds gründen möge, und zwar nach ungefährem Plane, nach welchem 6 Jahre später die Steuerenthebungskapitale in Ungarn und Böhmen zu Stande gebracht, in Anregung bringen. Ich theilte dies Vorhaben einigen einsichtsvollen Freunden mit, aber diese meinten — so sehr sie auch die Möglichkeit der Ausführbarkeit dieses Projektes einsahen — daß ich Worte in die Wüste reden werde. Dies, wie die Thatsache, daß Ihr so hochwichtiger, mit so viel Seele und Gemüth erlassener Aufruf zur Gründung einer jüdisch-theologischen Fakultät Anfangs nur schwache Wirkung that und zuletzt leider ganz verhallte, schüchterte mich ein damals mit einem Projekte an's Licht zu treten, das in Anbetreff der Summenhöhe das Ihrige noch um das Zehnfache überragte. Jetzt aber, da der Weg durch die Zustandebringung des Toleranzsteuer-Enthebungsfondes so gut angebahnt ist, kann wol Niemanden mehr der Vorschlag: Nach Abzahlung der Toleranzsteuer-Enthebungsanleihe einen allgemeinen Schulsonds für Ungarn auf eben dieWeise in's Dasein zu rufen, wie man den Toleranzsteuer-Enthebungsfonds zu Stande gebracht, als ein Hirngespinnst erscheinen. Es darf nur ein abermaliges energisches Zusammentreten des Herrn Kunewalder und seiner gleich Hoch- und Edelgesinnten, und ihrer Weisheit, Umsicht und Ausdauer wird es gelingen, das große Werk in's Dasein zu zaubern, durch welches sie ihren Glaubenslandesbrüdern, wie früher eine materielle so jetzt eine Geisteslast für ewige Zeiten abbürden werden. DieSchulen können wahrlich nur dann eine allgemein beglückende Wohlthat werden, nur dann zur erfreulichen und gedeihlichen Blüte gelangen, wenn der Familienvater von der ihn oft nur zu drückenden Sorge des Schulgeldes enthoben sein werde. Gesetzt die sämmtlichen Gemeinden Ungarns hatten zur Erhaltung ihrer Schulen eine Summe von 100,000 Fl. K. M. jährlich nöthig, so müßten sie eine Anleihe in solidum machen, welche jährlich ein solches Kapital an Interessen abwirft. Die theilweise Rückzahlung dieser Anleihe könnte, um sie so wenig als möglich fühlbar zu machen, auf noch kleinere Quoten repartirt und auf viel größern Zeitraum ausgedehnt werden, als bei der Toleranzanleihe. An die willige und leichte Verständigung auch zur Darbringung dieses Opfers von Seite der Gemeinden kann, oder sollte wenigstens, da es doch offenbar in ihrem eigenen hochwichtigen Interesse ebensowol, als in dem ihrer spätesten Nachkommen am Tage liege, vernünftiger Weise nicht gezweifelt werden. Ein Vernunftargument ist jedoch für einen vielköpfigen Körper selten auch einsicheres Fundament. — Es ist daher ein festerer, zuversichtlicherer

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