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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-01-03 · Heft 2 (3.1.1848) · p. Seite 34

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 2 (3.1.1848)
Date
1848-01-03
Page
Seite 34 (sequence 18)
Language
German
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34 blicke zusammenfallen würde. Sogleich nach dem Schlage ein furchtbares Zischen, das die Luft eifenscharf durchschnitt; ein Dröhnen, das wie mit unsichtbarer Geisterhand die Männer ergriff und auf den BoVett warf, und die brennenden Holzscheite der Flamme auseinanderschleudette. Die Hütte war innen und außen plötzlich mit dem hellsten, schwefelgelben Lichte umgeben. Dann ein Aufknistern, als ob eine ungeheure Lühe funkensprühend gett Himmel fahre. Unser Kramer erholte sich schnell, sprang auf und eilte zut Hütte hinaus, denn er glaubte sie vom Blitze getroffen. Dennoch fand er den Indianer mit Flinte und Beil in den Händen schon draußen; bald gesellte sich auch der Europäer zu ihnen. Der Strahl war an der Hütte vorübergegangen; aber er hatte in einen der nächsten Bäume des Waldes geschlagen, der in vollen Flammen stand, daß die Säule schlängelnd zur nachtdunkeln Höhe stieg. Dem Indianer entschlüpfte bei diesem Anblick nur ein halblautes „Hug!" Der Europäer schien sich des Anblicks sogar zu freuen, denn er war majestätisch schön. Aber der Hausirer rief: „Um Gotteswillen! unsre Hütte, unsre Zuflucht in dieser Schreckensnacht, ist in Gefahr; der Baum wird bald in seinem Stamm verbrannt sein, und dann auf das Dach der Hütte niederstürzen!..." Der Indianer erwiderte sein „Hug!" und nickte mit dem Kopfe. Der Europäer begriff die Worte des Krämers, und rief: „Was ist zu thun?. Jetzt erhob sich der Sturm von Neuem; das Gewitter war vorüber. Er wühlte in den brennenden Baum, und trieb große Garben von Funken im Wirbel umher, daß sie bald tief in den Wald fuhren und sein dichtes Dunkel wie mit Sternenheeren durchleuchteten, bald gegen die Hütte zogen und sich auf die Bretter als auf willkommene Nahrung niederließen. Ein kurzer Regenschauer, der die Flamme nicht dampfte, sondern nur zischen und knistern ließ. Dann wieder heulender Sturm. „Was ist zu thun?..." rief der Europäer aus. „Nichts können wir thun!" lautete die Antwort. „Vermöchten wir Etwas, so würden Sie den Indianer schon dabei sehen. Wir haben höchstens Gott zu bitten, daß der Wald sich nicht entzünden möge, denn sonst könnte uns bei der Wuth des Sturmes leicht jeder Ausgang von den Flammen versperrt werden. Wie es nun steht, wäre es sogar das Beste, der Baum falle auf die Hütte, statt in den Wald, in die Umarmung seiner Brüder hinein, denen er den Tod brächte...." Der Indianer ließ zum dritten Male sein „Hug!" hören, als ob er sage: „Mein Bruder hat Verstand." — „Aber wo dann hin in dieser Nacht?" sprach der Europäer. „Bei diesem Sturm, den öfteren Regengüssen keinen trocknen Flecken Erve, kein Dach, kein Feuer...." Aber sein Wehklagen hatte keine Zuhörer mehr. Der Krämer und Indianer waren eiligst in das Blockhaus gegangen, und bald trat der Erstere mit seinem großen Bündel am Nacken, der Andere mit seiner Jagdtasche wieder heraus. Der Baum stand jetzt im vollsten Flammenbrand und in Kurzem mußte es sich entscheiden, wohin er seine glühende Krone legen werde.... Jetzt mitten durch das Knistern ein Stöhnen, ein Brechen und Krachen; der Baum senkte sich allmälkg, langsam, dann schnell und unaufhaltsam, eine Funkenwolke umhüllte seinen Sturz ... als diese sich verzogen, stand auch das Haus in vollen Flammen, in welches der Baum, nachdem er das morsche Dach eingeschlagen, tief hineingesunken. Die drei Menschen hatten sich vom brennenden Hause zurückgezogen. Durch den Wald hatte sich wieder volles Dunkel gebreitet; die Flamme der Blockhütte beleuchtete nur den Kranz von Bäumen, der es an seiner Nordseite umgab. Der Abend war vollends hereingebrochen. Wie gesagt, Sturm, Nacht und das brennende Haus waren die drei Genossen des Indianers, des Europäers und des Krämers. „Was nun beginnen?" frug der Europäer. „Ich bin noch zu wenig vertraut mit diesen Wäldern, um einen Rath zu wissen." — „Wir werden hier kampiren müssen, bis der Tag angebrochen und der Sturm sich gelegt." — „Hier, auf dem morastigen Boden, wo kaum eine Flamme brennen wird?" — „Ich weiß nichts Anderes," erwiderte der Krämer, und wandte sich zum schweigsamen Indianer. „Meine Brüder mögen mir folgen; ich will meine weißen Brüder führen."—„Weiß denn mein rother Bruder hier Bescheid?" erwiderte der Hausirer. — „Diese Wälder waren einst die Iagdgründe meines Stammes, bevor die weißen Brüder ihn nach dem fernen Westen gewiesen. In den Erzählungen unserer Greise kommt dieser Grund oft vor, denn hier haben meine Väter viele Schlachten geschlagen. Jeder Hügel war ein Zeuge ihrer Thaten. .Auch war ich schon zweimal hier, um die Gräber der Ahnen zu besuchen, und ihnen ein Opfer zu bringen. Meine Brüder mögen folgen." Und er wandte sich dem Walde zu. Schon war der Hausirer im Begriff, ihm nachzugehen, als der Europäer ihn am Arm ergriff, und ihm zuflüsterte: „Dürfen wir dem Indianer trauen? wohin will er uns brin-

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