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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-01-03 · Heft 2 (3.1.1848) · p. Seite 33

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 2 (3.1.1848)
Date
1848-01-03
Page
Seite 33 (sequence 17)
Language
German
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33 Augenblick anhielt, zu sich selbst, „aber es ist unmöglich, hier zu bleiben, ich käme um, wenn die Nacht mich hier träfe, wo ich keinen trocknen Zoll unter und auf dem Leibe habe ... doch das tröstet mich, daß ich recht bin und sehr nahe schon ... drum weiter, ob ich es schon so arg noch nicht erlebt habe ... doch trügt's mich nicht, so muß es bald noch ärger kommen ... der Sturm wird gleich aufhören, und schwere Gewitter dafür heraufkommen ... eile, eile, David...." Und er raffte sich auf, und drang mit dem letzten Rest seiner Kräfte vorwärts. Wirklich hörte der Sturm bald auf, und stieß nur noch dann und wann ein hohles Brausen aus, wie um sein Erlöschen selbst zu bekunden. Der Wald war jetzt schweigsam wie der Tod, nur hie und da rauschte eine Ansammlung von Wasser hinab. Die Bäume standen regungslos. Eine drückende Schwüle breitete sich schnell aus, wie der Glutstrom aus einem Backofen. Fast wurde das Gehen dadurch noch mühsamer als vorher, und der Schweiß rieselte dem Hausirer von der Stirn, und die Brust keuchte ihm unter der Last. Dennoch eilte er unablässig, als ob er jetzt noch mehr und nähere Gefahren fürchtete. Glücklicherweise wurde jetzt der Wald etwas dünner, der Boden fester, der Pfad sichtlicher. Bald, und er trat auf eine Lichtung hinaus, die er rüstig zu durchschreiten begann. Jetzt konnte er den Himmel wieder sehen, den ihm meist das dichte Walddach verdeckt hatte. Er war schwarz wie das dichteste Gewand der Nacht, und am Horizonte fuhren schon gelbe Blitze her. Die Lichtung war zurückgelegt, und ec brauchte den Wald nicht wieder zu betreten, denn dicht an den Rand desselben lehnte sich ein kleines Blockhaus. Aber bevor er es erreicht hatte, sah er Lichtglanz oder Feuerschein durch die Spalten dringen. Er hielt an. „Wie? ist die verlassene Hütte bewohnt? Oder hat schon vor mir Wer diesen Zufluchtsort erreicht? ... Wer mag dies sein? ... Was Hab' ich zu fürchten?...Er schlich ein wenig um die Hütte herum, konnte aber keine Oeffnung finden, die ihm einen genügenden Blick in das Innere gestattet hätte. „Ich habe keine Wahl, ich muß hinein, und Gott wird mich schützen.... In solchem Wetter habe ich Jaguar und Lamm ruhig neben einander liegen sehen. Wo Gottes Majestät in die furchtbarsten Schrecken sich kleidet, werden Menschen nicht mörderische Hände gegen einander erheben...." Er öffnete schnell die Thüre, und schlüpfte hinein. Als er hineingetreten, stand er einen Augenblick still, und warf einen schnellen, prüfenden Blick auf die, welche vor ihm die Hütte in Besitz genommen. In der Mitte des Raumes brannte ein luftiges Feuer, und zwei Gestalten hatten sich zu beiden Seiten desselben niedergelassen. Sie saßen auf dem Boden, das Gesicht einander zugewandt, aber das Feuer zwischen ihnen. Der Eine hatte sich platt auf den Boden gesetzt, nachdem ec eine Art Mantel darüber gebreitet. Seine Beine streckten sich längs des Feuers hin, und sein Oberkörper war nach vorn gebeugt. Der Andre aber saß auf der Erde, die Knie in die Höhe nach der Brust gezogen, und eine Flinte lag quer über den Knieen, indem er eine Hand an den Kolben, die andre an den Lauf gelegt; indeß sein Gegenpart in der einen Faust eine Pistole, in der andern ein Stück Brod hielt, von dem er aß. Der Hausirer brauchte nur kurze Zeit, um den hockenden Mann mit der Flinte für einen Indianer, den andern als einen Europäer zu erkennen. Er faßte schnell, daß Beide nicht zu einander gehörten, sondern zufällig hier in der Hütte eine gemeinsame Zuflucht gefunden, daß Beide nicht feindlich gegen einander gesinnt waren, aber sich auch nicht traueren. Unter diesen Umständen sah er keine Gefahr für sich, rasch trat er zum Feuer, nickte den Beiden, die ihren Blick auf ihn gerichtet, offenherzig zu, warf sein Bündel hinter sich, und sich selbst an der dritten Seite des Feuers nieder.... Draußen rollte der Donner immer heftiger; hier innen lagen die drei Menschen um das Feuer, und schwiegen.... 2. Himmel und Erde schienen in Flammen zu stehen- Durch die Risse und Spalten der Blockhütte fuhr der schwefelgelbe Schein immerwährend herein, und erhellte den vom Feuer nur spärlich durchleuchteten Raum. Bei dem schweren Hall des Donners erzitterten und ächzten die Balken und Sparren, die längst nicht mehr genau in einander paßten. Der Indianer rührte sich nicht, der Europäer aß sorglos weiter, der Krämer hatte seine triefende Jacke ausgezogen, und hielt sie gegen das Feuer gebreitet. Was fürchtet der, welcher schon Vieles ertragen? Er ist an Schrecken gewöhnt, und denkt mitten während derselben an die nächsten Bedürfnisse, wenn jene vorübergegangen sein werden. Plötzlich erdröhnte die Erde von einem furchtbaren Schlage; es war, als wenn der Boden in die Höhe hüpfe; das Haus wankte, als ob es im nächsten Augen- 2**

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