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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-01-03 · Heft 2 (3.1.1848) · p. Seite 32

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 2 (3.1.1848)
Date
1848-01-03
Page
Seite 32 (sequence 16)
Language
German
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32 Nichtjuden in Zivilprozessen giltig und hinreichend sei," so ist dies eine totale Unwahrheit, denn Frankel führt S. 270 (nicht S. 68, wie der Kocresp. äußert) -es „gerichtlichen Beweises" jene Stelle Raschi's Gittin 9, 6. nebst noch anderen Kasuisten, welche die Giltigkeit nichtjüdischer Zeugen in manchen Fällen des Aivilprozefses statuiren, ausdrücklich an! Will man gegen einen Autor ankämpfen, so lese man doch erst seine Werke, um nicht Unwissenheit mit Lügen zu paaren. — Auf das weitere Geschwätz des Korrespondenten über den Ursprung der rabbinischen Kasuistik u. s. w. gehe ich gar nicht ein, da Frankel fast das Gegentheil von dem sagt, was der Korresp. ihm in den Mund legt. B. B. Belletristisches. Wie drei Nationen. i. Der Sturm jagte die Wolken am dunkeln Himmel mit furchtbarer Eile. Er ließ ihnen selten Zeit, ihren feuchten Inhalt auf die Erde zu senden, und wenn dies einer Wolke gelang, so geschah es nur in plötzlichem Gusse, der in schiefem Zuge die schweren Tropfen tief in den Boden schlug. Bald war sie vorüber, und dann beugte der Sturm wieder ungestört die Riesenstamme des Urwaldes; dort knickte er Gipfel ab, die schon viele Jahrhunderte stolz über den Nachwuchs hinweggeschaut, dort kehrte er eine Wurzel aus ihrem irdischen Hause zum Himmel empor. Der Boden war schon längst fast zu Morast verwandelt, und das Dunkel des Waldes ließ kaum einige Schritte vor sich sehen. Vor dem Heulen und Krachen war alles Lebende in irgend Zufluchtsörter geflohen, und seine Rolle, die Luft mit Tönen zu erfüllen, die das vollpulsi'rende Leben der Natur kund thun, hatte das fast Lautllose und Stillschweigende übernommen. Dennoch arbeitete sich ein Mensch auf kaum angedeutetem Fußpfade durch den amerikanischen Wald. Wenn die Natur mit all' ihren Schrecken auf ist, fliehet dennoch der Mensch nicht vor ihr, sondern drängt sich mühsam und seufzend, seiner schweren Aufgabe bewußt, durch sie hindurch. Eine sonderbare Gestalt.... Hatte er noch nicht genug an sich zu schleppen, wo bald eine ungeheure Lache ihm bis an die Knie das Waffer trieb, wo bald ein angeschwollener Bach ihn fortzuschwemmen drohte, und selbst wenn er wieder festen Boden unter sich hatte, er bald dahin, bald dorthin glitschte, bald mit dem Kopf gegen einen Ast, bald mit dem Fuß gegen eine ungeheure Wurzel stieß, bald mit dem Kleide an den Dornen dichten Strauchwerks hangen blieb, hatte er, sage ich, da noch nicht genug an sich zu schleppen, daß er noch ein ungeheures Bündel auf dem Rücken und Nacken trug, im Gürtel ein Paar Pistolen, in der Hand einen eisenbeschlagenen Knotenstock? Seine Füßen staken in ungeheueren büffelledernen Stiefeln, die weit über die Lenden reichten, kurze lederne Beinkleider, eine lange tuchene Jacke, die über die Hüften hinunterging, ein runder Hut mit breiten, herabschlagenden Krempen, mit Wachstuch überzogen — vollendeten seinen Aufzug» Wir erkennen in ihm einen wandernden Krämer, der weit nach Westen von Niederlaffung zu Niederlaffung, von Blockhütte zu Blockhütte das Tausend seiner kleinen und großen Dinge trägt, um, überall willkommen, die kleineren Bedürfnisse der Ansiedler zu befriedigen, oder ihnen Solche wieder zu schaffen, nachdem sie sie lange Zeit in ihren entfernten Waldsitzen vergessen oder aufgegeben hatten. So unwegsam der Wald war, namentlich in diesem schrecklichem Wetter, so schien der Krämer doch mit ihm bekannt; denn wenn er von Zeit zu Zeit den Kopf unter seiner Last erhoben, und mit der freien Hand seinen Hut hinaufgeschoben, wobei er den Knotenstock unter den Packen als Stütze brachte — so setzte er nach kurzer Umschau seine Wanderung, oder besser sein Vorwartsdringen mit Sicherheit fort, sei es daß er die Anzeichen des Pfades erkannt, sei es daß ec aus anderen Kennzeichen, welche eine längere Erfahrung ihm gelehrt hatte, die Weltgegend, der er zusteuerte, geschlossen habe. Doch es ist uns nicht darum zu thun, seine mühselige Pilgerschaft zu beschreiben, und das Mitgefühl für den armen Wanderer zu wecken. Es ist just nicht immer das Schreckhafte des Wetters, das Mühselige der Elemente, welches dem Menschen die größte Qual schafft -ich habe Fälle gesehen, wo Menschen in trocknen, warmen, hellerleuchteten Zimmern, auf weichem Pfühle unsäglichere Schmerzen litten..... Aber der Sturm machte es unserm Krämer doch sehr bitter, seinem Ziele sich zu nähern, und die sich immer wiederholenden Schwierigkeiten erschöpften alle seine Kräfte. „Fürwahr, ich kann kaum weiter," sprach er, als ec wieder einen

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