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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-01-03 · Heft 2 (3.1.1848) · p. Seite 25

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 2 (3.1.1848)
Date
1848-01-03
Page
Seite 25 (sequence 9)
Language
German
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25 orts anzufragen, zeichnet sich rc. vr. Einhorn, Land^ rabbiner. Schwerin, 25. November 1847." Aus Baiern, 6. Dezember. (Fr. I.) Für die Juden in Baiern steht eine bessere Aera bevor. Die sich während des jüngsten Landtages in den beiden Kammern für die endliche Erlösung derselben von einem mehr als tausendjährigem Drucke erhobenen Stimmen sind nicht unerhört verhallt. Bereits hat die Regierung die äußeren Behörden aufgefordert, sich gutachtlich über die Emanzipation der Juden zu äußern. So viel verlautet, hat der Magistrat in Bamberg sich bereits für eine vollständige Emanzipation derselben erklärt, und es ist nicht zu bezweifeln, daß sich auch die Magistrate aller übrigen Städte Baierns in gleicher Weise aussprechen werden. Die Verordnung vom Jahre 1813 hat die Emanzipation derselben angebahnt, und seitdem haben dieselben, wenigstens in den Städten, an Zivilisation wesentlich gewonnen. Hamburg, 11. Dezember. (Voss. Ztg.) Die Gesellschaft für soziale und politische Interessen der Juden hat einen Verein zu Stande gebracht — aus Christen und Juden bestehend — dessen Mitglieder sich verpflichten, die für sie arbeitenden Handwerker entweder nach Ablieferung der Arbeit oder vierteljährlich zu bezahlen, um den arbeitenden Stand nicht zu einem langen Kreditgebm zu veranlassen; überhaupt ist man hier jetzt sehr bemüht, dem Handwerkerstande jede mögliche Erweiterung und Erleichterung zu schaffen — die Zünfte aber stehen mauerfest, und wanken nicht, der Kampf gegen sie ruhet. Für die jüdischen Handwerker geschiehet aber bei uns Nichts, und in dieser Beziehung ist Hamburg hinter allen anderen Staaten — Bremen und Lübeck ausgenommen — zurück. Ein Paar jüdischen Schuhmachern wurde in voriger Woche die Arbeit aus dem Hause weggeholt, da sie als Juden kein zünftiges Gewerk betreiben dürfen. Wenn man dieses Grausamkeit nennt, ist der Ausdruck nicht zu stark. Dagegen ist den Juden neuerdings gestattet, im Kommerzium einen Sitz — aber nicht eine Stimme — zu haben. Die Begünstigungen werden tropfenweise gereicht. Aus dem Fürstenthum Waldeck, 20. Dezember. (Privatmitth.) Auch in unserm kleinen Fürstenthum beginnt ein regeres Leben die Synagoge zu ergreifen. Seit zwei Jahren hat die Gemeinde zu Adorf Chorgesang eingeführt, überhaupt möglichst den Zeitforderungen genügt. Freilich erhob sich damals auch in Adorf der Ruf des Unwillens über den Chorgesang; aber wie schnell er sich eingewöhnt, ersieht man daraus, daß an den vergangenen hohen Festen sogar deutsche Choralgesänge, z. B. am Versöhnungsfefte das Lied von Stein „o Tag des Herrn" mit Violinbegleitung vorgetragen wurden. So hat auch die Gemeinde zu Mengringhausen auf Veranlassung ihres Lehrers Herrn Heilbrun den 3jährigen Zyklus der Lora eingeführt, und bemüht sich derselbe durch allsabbatliche gottesdienstliche Vorträge das religiöse Bewußtsein umzugestalten und auf die Höhe der Gegenwart zu erheben. Mögen diesem Beispiele der beiden genannten Gemeinden die anderen bald Nachfolgen, die Piutim durch die Predigt ersetzen, und hierzu geeignete Lehrer erwerben. Da diese im hiesigen Lande wenig Kinder zu unterrichten haben, so können sie ihre Muße am Besten hierauf verwenden, um so mehr, da für die Landleute nicht sowol glänzende Reden, als einfache, schmucklose Sprache angemessen ist. Was die bürgerlichen Verhältnisse der Juden hier im Waldeckschen betrifft, davon kann ich Ihnen noch nichts Erhebliches miltheilen. Es genießt der jüdische Handwerker und Dekonom fast dieselben Rechte wie sein christlicher Mitbruder; übrigens vermuthet man jetzt allgemein, da vor Kurzem ein Seelenregister über die Juden im ganzen Lande ausgenommen worden ist, daß nunmehr die bürgerlichen Verhältnisse derselben bald verbessert werden sollen. ...o.r. Hamburg, 24. Dezember. (Magd. Zeit.) Die jüdische Kaufmannschaft wartet wieder einmal darauf, ob man sie zu den Versammlungen der Kommerziumsmitglieder zulaffen oder abermals abweisen wird, trotz aller Reden von Menschenrechten, Aufklärung, Zeitgeist und Toleranz. Die gestrige Versammlung E. Ehrbaren Kaufmanns wegen dieser Sache, wobei der Antrag vom Präses des Kommerziums ausgeht, blieb noch ohne Resultat; vorgängige Abstimmung, ohne Diskussion, die der Präses des Kommerziums erst später gestatten wollte, wurde abgelehnt. Die Versammlung der Kaufmannschaft in dieser allerdings sehr wichtigen Angelegenheit findet nun am 30. d. M. 2*

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