Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1848)
- Date
- 1848-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
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LS und sorgfältigen Revision unterworfen. Die Konferenz sprach über die streng systematische und logische Stufenfolge, über die klare Uebersichtlichkekt, so wie über den echt biblisch-hebräischen Typus des Sprachbuches ihr begeistertes Lob aus, was dadurch noch erhöht wurde, daß das Werk nach des Verfassers Versprechen einen ungewöhnlich niedrigen Preis erhalten würde, um seine Einführung in Schulen zu erleichtern. Auch hatte der Verfasser in Aussicht gestellt, das pädagogische Publikum recht bald in den Besitz des ersten Theiles seines schätzbaren Werks setzen zu können. . 2) Der KVst. stellte einen Antrag über die Zulassung von hebräischen Missionsbibeln in jüdischen Schulen. Derselbe motivirte seinen Antrag etwa folgendermaßen: Nach seiner Ansicht wäre durch die Bibel, deren erster Vers der christlichen Anschauungsweise schnurstracks widerspricht und die die Heiligung des ganzen Menschen fordert, wol nie Jemand zum Apostaten geworden; wol aber durch die Unbekanntschaft mit der heil. Schrift, weil alsdann der lockende Materialismus nur zu oft seine siegende Macht bewährt. Auch scheinen ihm- KVst., die Herren Missionäre höchst ungefährliche Menschen, indem sie ihre pietistisch-diplomatischen Fühlhörner bei dem leisesten Widerstande einziehen und alsofort zum Bibeldebit überschlagen. Man könnte sie allenfalls mit den vagabondicenden Schächern und Büchertrödlern in Parallele stellen. Uebecdies soll man ja das Gute auch von seinem Feinde annehmen; um wie vielmehr eine so schöne blanke Waffe, womit man die leichten Angriffe des Feindes desto entschiedener zurückweisen könne. Da wir nun der hebräischen Bibel nicht entbehren können, so müßten die Missionsbibeln ihrer Wohlfeilheit wegen vorzüglich im Interesse der armen und minder begüterten Israeliten unbedingt zugelassen werden, da auch der Arme das Recht habe, sein Leben, seine Religion nämlich zu vertheidigen. Gleichzeitig müsse Antragsteller Veranlassung nehmen, gegen den bielefelder Korrespondenten der A. Z. d. I., der sich als Panegyriker des Missionärs Kalthoff *) geriete, allen Ernstes zu repliziren. Wenn Herr Kalthoff sich veranlaßt gefunden, in Kirchen und *) Herr Agent Kalthoff hat auch uns mit seinem Besuche beehrt und nach gegenseitiger Begrüßung einen Pceiskourant der verschiedenen Bibelausgaben seiner Agentur, so wie eine Chumoschprobe vorzulegen geruht. Dabei hat ec sich sehr enthusiastisch über einige bielefelder Israeliten ausgesprochen, die ihn wol vor Liebe hätten aufessen mögen, (sie!) A. d. K. Schulen Liebe zu Israel zu predigen, so haben nicht wir, sondern die Christen sich dafür zu bedanken, daß ihnen endlich im neunzehnten Jahrhunderte von einem wandernden Liebesapostel das ABC ihrer Religion vorbuchstabirt wird; mögen sie ein Hosiana anstimmen, wenn sie Anno 1847 es erfahren, daß sie nicht dieExekutoren des göttlichen Zornes an Israel, nicht die Henkerknechte Jehova's für Israel sind, sondern, daß sie auch endlich in dem Juden den Menschen achten und ehren müssen. Wir können nicht umhin, gegen das Geschäft der Seelenkaperei unsere tiefste Indignation auszusprechen, selbst auch dann, wenn es noch so fein jesuitisch angelegt wäre. Nebenbei bemerkt scheinen Antragsteller solche Juden- Liebes-Gastpredigten die bitterste Ironie auf die bisherige Wirksamkeit der Ortsgeistlichen und Schulen. Nichtsdestoweniger sollen uns wohlfeile Bibeln im Interesse armer Familien willkommen sein und rechne Antragsteller auf die desfallstge Zustimmung der ganzen Konferenz. Diese erklärte sich denn auch einstimmig mit dem Antragsteller einverstanden. 3) Der Lehrer Schneidacher trug eine Schulrede nebst einem Eröffnungsgebete vor. Die Rede umfaßte in schönen und gemächlichen Worten die Stellung des Lehrers, als Lehrer und Erzieher, den Eltern, so wie den Kindern gegenüber, und hatte sich des allgemeinen Beifalls zu erfreuen. 4) Der KVst. theilte eine geschichtliche Skizze der von Basedow gegründeten philantropischen Schule und deren Grundsätze mit, welche Letztere höchst interessante Debatten hervorriefen. 5) Der KVst. beantragte hierauf a) die Abfassung einer hebräischen Fibel nach realistischen Prinzipien, welche dem Leeserschen Elementacbuche Vorarbeiten und dem geistlosen Mechanismus beim hebräischen Unterrichte den Gnadenstoß versetzen solle; entschuldigte gleichzeitig das Unterbleiben seiner mit Kaufmann übernommenen Arbeit, betreffend den Entwurf eines Lehrplanes für den gesammten hebräischen Unterricht damit, daß sich ihnen bei dem ersten Nachdenken über genannte Arbeit die Ueberzeugung aufgedrängt habe, daß vor dem Erscheinen genannter Schriften etwas Brauchbares unmöglich zu liefern sei. t>) Die Herausgabe eines Handbuches zu Dr. Philkppsons Katechismus der israelitischen Religion und hat KVst. es übernommen, sich dieserhalb mit dem Herrn vr. Philippson-in Verbindung zu setzen.