Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1848)
- Date
- 1848-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3225551-3225553--09077-3237313- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
12 herrliche Propofition: die Juden in bürgerlicher Beziehung, mit Einschluß der Zulassung zur Advokatur, mit den christlichen Unterthanen gleichzustellen, mit 52 gegen 49 Stimmen angenommen hat. Dagegen wird es den Juden auch noch fernerhin benommen sein, weitern als städtischen Grundbesitz zu erwerben, die Apothekerprofession auszuüben und richterliche Aemter (außer der Advokatur) zu bekleiden. Korrespondenz. Lübbecke, am 10. November 1847. Bericht über die 6. Konferenz der Lehrer des Fürstenthums Minden und Umgegend, abgehalten zu Petershagen am 4V 5. und 6. November e. Durch den Anschluß einer Anzahl strebsamer und tüchtiger Lehrer mußte nothwendig das Interesse an Allem, was während der 6. Konferenz verhandelt wurde, um ein Bedeutendes gesteigert werden. Es hatten sich nämlich zur Konferenz eingefunden die Lehrer: 1) Badt aus Petershagen, 2) Blumenthal aus Wagenfeld, 3) Blumenau aus Hovestadt, 4) Cahn aus Oestinghausen, 5) Cosmann aus Erwitte, 6) Dannenberg aus Borgholzhausen, 7) Heine aus Herford, 8) Lebenstein aus Lippstadt, 9) Schneidachec aus Neukirchen, 10) Wolf aus Lemförde, 11) Wolff aus Lübbecke. Ihr Ausbleiben entschuldigt hatten: 1) Kaufmann aus Bünde, 2) Rothschild aus Geseke, 3) Schneidachec aus Cappeln. Am 4. November Morgens 9 Uhr begaben sich sammtliche anwesende Lehrer in die jüdische Schule zu P., um der Schulprüfung beizuwohnen. Dieselbe wurde mit Gesang und Gebet eröffnet. Gegenstände der Prüfung waren: a) Religion, d) biblische Geschichte, e) hebräische und d) deutsche Sprache. a) Der Lehrer katechesirte über die Nothwendkgkeit der Religion für den Menschen im Allgemeinen und für den Israeliten insbesondere als sicherste Führerkn auf dem Lebenswege. b) Der Lehrer besprach den geschichtlichen Inhalt der Bibel in gedrängter Kürze und verfolgte den geschichtlichen Faden bis auf die Makkabäerzeit. e) Der Lehrer ließ einen Abschnitt aus der Sidra von den Knaben und ein Gebetstück von den Mädchen aus dem Hebräischen in's Deutsche übersetzen und stellte hierauf eine Leseübung mit Berücksichtigung der Leseregeln an. d) Der Lehrer ließ aus dem Mauer'schen Kinderfreunde ein poetisches Stück lesen und dem Inhalte nach wiedergeben, knüpfte auch hieran einige grammatische Erörterungen. 12 % Uhr ward die Prüfung mit Gesang und Gebet geschlossen. Nachmittags 3*/2 Uhr begab sich die Konferenz in die Wohnung des Lehrers, um über den Schulbefund zu diskutiren. Statt des einleitenden Gesanges hielt der Konferenzvorsteher eine kurze Anrede an die Versammlung, dankte besonders den neu Eingetretenen für ihr Interesse an dem Institute, sprach seine Freude über die neuen Akquisitionen aus, wodurch die Konferenz extensiv und intensiv erstarke und sicherte ihr auf den Spruch Abbot 4, 14. 'lai ütöb arstiü i-Pöas hindeutend, ihren Fortbestand. Hierauf wurde die Debatte über die Prüfungsgegenstande eröffnet. Alle Gegenstände wurden vielseitig besprochen und wurde als Gesammtresultat das Urtheil dahin abgegeben, daß man selbst bei abweichenden Ansichten gestehen müsse, in dem Lehrer Badt einen eifrigen für seinen Beruf begeisternden Mann gefunden zu haben, dessen Bestrebungen alle Anerkennungen verdienen. Auch die Schuldisziplin, befonders in der Unterklasse, war durchaus befriedigend. Ungern vermißte man indeß die hebräischen Belegverse beim Religionsunterrichte und die Karte von Palästina bei der biblischen Geschichte. Die Schulprüfungsdebatte hatte die Versammlung bis 8 Uhr Abends in Anspruch genommen. Am 5. Morgens 8 Uhr versammelte sich die Konferenz im gewöhnlichen Lokale und wurden an diesem Tage mit nur kurzer Unterbrechung folgende Arbeiten vorgenommen: 1) Es wurden die ersten 7 Bogen von Leesers hebräischen Elementarbuche, das nach des Verfassers nachträglicher Ankündigung auch für Gymnasien berechnet ist und in zwei Kursus erscheinen würde, einer speziellen