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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-01-01 · Heft 1 (1.1.1848) · p. Seite 9

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 1 (1.1.1848)
Date
1848-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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9 Mann von so tief religiösem Gemüthe, wie der Herr Ising, der ja jetzt, wie allmänniglich bekannt, so warmen Antheil für alles jüdische Interesse nimmt, so schmerzlich berühren mußten; ob es überhaupt human und edel, ob es israelitisch war, auf solche Art seinen Charakter zu verdächtigen zu suchen, darüber mag das Publikum, vor dessen Forum nun einmal die Sache gelangt ist, selbst urtheilen. STD W8LZN /tTKüin stö V2 ynKtt P3 traon i»rr> Mögen diese Zeilen einem Manne öffentlich Genugtuung gewähren für eine öffentliche Kränkung, die nur Böswilligkeit oder blinder Zelotismus eingegeben zu haben scheint. Nur in dieser Absicht sind sie geschrieben, keineswegs aber um einen Federkrieg mit dem Korrespondenten aus Westphalen zu beginnen. Arnsberg» 7. Dezember. (Privatmitth.) Wie sehr die Toleranz hier, wo vor 4V Jahren noch kein Jude übernachten durste und der Aufenthalt bei Tage nur gegen einen gewissen Zoll erlaubt war, vorangeschritten, hat sich in jüngster Zeit genugsam bewiesen. Bei der am 17. August d. I. hier gewesenen Feuersbrunst, wodurch 112 Familien obdachslos geworden, ist auch das hiesige Synagogen- und Schulhaus ein Raub der Flammen geworden, woraus nur 4 Tora's gerettet worden, alles andere dar,in befindlich Gewesene konnte aber dem furchtbaren Elemente nicht entrissen werden. Das hiesige^ Unterstützungskomite räumte sogleich der jüdischen Gemeinde ein Lokal in der hiesigen Bürgerschule zur Abhaltung des Gottesdienstes und zum Unterrichte der Jugend ein, wodurch somit Beides nicht unterbrochen wurde, und soll dieses Zimmer, wie man hört, der Gemeinde bis zum Wiederaufbau der Synagoge unentgeltlich überlassen bleiben. — Zu diesem Wiederaufbau dürste jedoch die Mildthätigkeit der Glaubensgenossen in Anspruch genommen werden, da die hiesige nur aus 15 Mitgliedern bestehende Gemeinde wol schwerlich die betreffenden Kosten aus eigenen Mitteln erschwingen kann. Am 21. September d. I. hat auch hier die Einweihung eines Friedhofes stattgefunden, worüber ein besonderer Artikel mit der Unterschrift „Ein christlicher Bruder" versehen, im hiesigen Wochenblatte gestanden, woraus ich blos Folgendes entnehme: „Der von der jüdischen Gemeinde lange gehegte Wunsch einen eigenen Todtenhof hier zu besitzen, ist in Erfüllung gegangen. Gestern ist die Erlaubniß zur Anlage eines solchen Ortes von der hohen Behörde erwirkt, und die erste Leiche unter zahlreicher Begleitung sowol jüdischer als auch christlicher Glaubensgenossen dorthin zu ihrer Ruhestätte getragen worden Der jüdische Kantor,-Herr Eichholz, legte hierbei in einer sehr gehaltvollen und paffenden Rede der 'Versammlung die Wichtigkeit dieses stillen friedlichen Ortes an's Herz. Die Rede war tief durchdacht, und brachte Rührung verbunden mit heiliger Furcht bei allen am Grabe Anwesenden hervor. " Magdeburg» 20. Dezember. (Privatmitth.) Die hohe königl. Regierung hat entschieden, daß ausländische Juden als Schüler sich ungehindert im Preußischen aufhalten können, so lange ihre Lehrzeit dauert. Deutschland. Aus Baiern, 16. Dezember. (Privatmitth.) Dem in diesen Blättern No. 49 mitgetheilten, im Aufträge des königl. Ministeriums des Innern für Kultus-und Schulangelegenheiten ergangenen Reskripte der königl. Kreisregierung von Oberfranken folgte sehr bald ein andres dieser Kreisregierung im Aufträge des königl. Ministeriums des Innern, — den Lesern dieses geschätzten Blattes wird es nicht unbekannt sein, daß ersterwähntes Ministerium ein neu kreirtes, von dem Letztem verschiedenes ist — welches die bürgerlichen und sozialen Verhältnisse unserer Glaubensgenossen zu seinem Inhalte hat. Wir sehen aus diesen beiden Reskripten, daß den betreffenden Ministerien es endlich ernst geworden ist mit der Umgestaltung unserer kirchlichen und bürgerlichen Verhältnisse. Zwar sind die Minister, unter deren Leitung diese beiden Reskripte erfolgt sind, wieder von dem Ruder abgetreten, und neue Minister sind an deren Stelle ernannt; allein wir haben keinen Grund zu fürchten, daß die gegenwärtigen Minister weniger geneigt seien, im Geiste der zuletzt abgetretenen sortzufahren. Das Ministerium des I. für Kultus- und Schulangelegenheiten steht zur Zeit unter der Aufsicht des Fürsten Wallerstein, eines Mannes, der schon früher, als er vor Abel Minister gewesen, auf die Verbreitung echter Reformen im Judenthume hinwirkte, wie denn z. B. unter seiner damaligen Verwaltung das Wirken des Rabbiners Di*. 1*

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