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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-01-01 · Heft 1 (1.1.1848) · p. Seite 8

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 1 (1.1.1848)
Date
1848-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 . Unser vor Zähren begründeter Frauenverein, der den wohlthätigen Zweck hat, arme, kranke Frauen zu unterstützen und eine Mitgift an unbescholtene Jungfrauen bei deren Verheirathung zu verabreichen, ist in steter Wirksamkeit und hat schon manche drückende Roth erleichtert, manche. Thräne des .Kummers getrocknet, und dabei einen.Fonds gebildet, der ihm eine immerwahrende Dauer.sichert. Aber der Zweck meines heutigen Schreibens ist die Beschreibung eines Festes, das von allen Mitgliedern unsrer Gemeinde auf's Herzlichste gefeiert wurde. — Unser erster Vorsteher, Herr S. A. Oppö, feierte am vergangenen 20. November sein 25jähriges Dienstjubiläum als Vorsteher unsrer Gemeinde. Viel Gutes hat der wackere Mann während seiner Amtsführung für die hiesige Gemeinde gewirkt, und er bestrebte sich stets Einigkeit und Frieden zu erhalten. Und wie sehr dieses Streben und Wirken anerkannt wurde, das zeigte die herzliche Theilnahme, die man dem Jubilar an den Lag legte. — Wenn unter unseren christlichen Mitbürgern ein vom Staate gut besoldeter Beamter sein Amtsjubiläum feiert, wird ihm von oben herab eine Belohnung dargereicht. Dem jüdischen Beamten, der honoris causa seine Stelle verwaltet, ihm reicht sein Gewissen und die Liebe seiner Gemeinde den noch schönem Lohn, der vorzüglich im Bewußtsein, Gutes und Herrliches bewirkt und für das Wohl seiner Glaubensbrüder gestrebt zu haben, besteht. Da das Fest gerade auf Sonnabend fiel, so wurde dasselbe auch in der Synagoge durch Predigt und passende Gesänge gefeiert. Das Thema der Predigt, die zum Texte die zweite Hälfte des 6. Verses des 29. Kap. in Sprüche Salom. hatten, war: „Die Freuden, welche dieTugend schon in diesem Erdenleben gewährt." Nach Beendigung des Gottesdienstes begab sich eine Deputation der Gemeinde in's Haus des Jubilars und überreichte demselben einen silbernen Pokal, als einen geringen Beweis seiner vielen Verdienste und der Zuneigung und Liebe der ganzen Gemeinde. Die Anrede, die Herr David Mankiewitz bei dieser Gelegenheit an den Jubilar hielt, war schön, und schilderte das segensreiche Wirken des wackern Greises, und tief gerührt dankte daraus der gute Mann. Abends versammelte der Herr Oppö alle Mitgleder der Gemeinde, Männer und Frauen in seinem Hause zu einem fröhlichen Mahle, dessen Freuden durch die Herzlichkeit, welche bei demselben herrschte/ erhöhet wurden., und wobei mancher schöne und treffende Toast, schallte... So endete dieses schöne Fest, dessen Andenken noch lange bei uns sich erhalten wird, und ein Jeder von uns hegt wol den innigen Wunsch: „daß der liebe Gott noch lange den geliebten Jubilar in der Fülle seiner Kraft uns erhalte!" Aus Westphalen, 10. Dezember. (Eingesandt. Hiermit muß die Sache abgeschlossen sein. Red akt.) Herr Redakteur! Sie haben zwar unter dem Artikel aus Westphalen in No. 47 dieser Zeitung bemerkt, daß es damit-sein Bewenden haben solle. Hoffentlich werden Sie sich jedoch zur Aufnahme dieser Zeilen bereitwillig finden, da in ihnen das wahre Verhältniß hinsichtlich eines Briefes dargestellt ist, der den Verfasser jenes Artikels so in Harnisch brachte, daß er sich nicht scheute, den Herrn Ising, einen in unsrer Gegend wegen seines edeln, biedern Charakters, wegen seines wahrhaft menschenfreundlichen, liebevollen Handelns allgemein geachteten und geliebten Mannes, auf eine so hämische Weise anzugreifen. Was ich berichte, kann ich wörtlich vertreten, ich habe mir wegen des in Rede stehenden Briefes genaue Kenntniß zu verschaffen gesucht. Zur Sache. Ising hörte den Kalthoff über Duldung und Liebe zu Israel sprechen, und nahm in der Aufrichtigkeit seines Herzens dessen Worte also auf, wie sie gemeint zu sein scheinen. Als er nun bald darauf in den Miszellen in No. 38 den Mann, von dem er durch dessen versöhnliche, liebewarme Worte eine so hohe Meinung hatte, ganz anders geschildert fand, glaubte er sich berufen, denselben für künftige Angriffe in diesen Blättern sicher zu pellen, und in dieser rein menschlichen Rücksicht schrieb er den Brief in No. 42, der durchaus nicht gegen den Berichterstatter der Miszellen gerichtet sein sollte, der nicht einmal für die Oeffentlichkeit bestimmt war, sondern lediglich zur Kenntnißnahme des Herrn Redakteurs dieser Zeitung dienen sollte; aber freilich durch Isings Schuld, der dieses nicht ausdrücklich bemerkte, in die Oeffentlichkeit gelangte. Mag nun immerhin I. in Betreff des K. das für Gold genommen haben, was nur glänzte — ich für meinen Theil bin ebenfalls der Meinung W#» «b; ob er aber deshalb es verdiente, daß man auf eine so unzarte Weise Persönlichkeiten aufdeckte, die einen

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