Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1848)
- Date
- 1848-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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- Gniezno 1× ep/1002376
- Oran 1× ep/1048048
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6 lites von Jerom Aron hat es sich insonders zur Aufgabe gemacht, eine Synode in Frankreich zu Stande zu bringen, und scheint diese Angelegenheit Fortschritte zu machen, da auch das Zentralkonsistorium sie begünstigt. Jndeß soll sie keine sreie Vereinigung sein, sondern aus bestimmten Instanzen bestehen. Nach dem Vorschläge des Herrn Aron soll die Synode zusammengesetzt sein: aus den Konsistorialrabbinen, einschließlich denen zu Algier und Oran — 11, aus einem Gemeinderabbinen für jeden Konsistorialsprengel von dessen Rabbinen gewählt — 8, aus einem Gemeinderabbinen, vom Konsistorium gewählt— 8, aus 10 Laien, vom Zentralkonsistorium gewählt — 10, zusammen 37 Mitgliedern. — Es ist selten, daß aus Frankreich statistische Notizen über die Israeliten uns zukommen. Wir entnehmen daher solgende Notiz aus der genannten Zeitschrift. Im Departement des Niederrheins giebt es 57 israelitische Schulen, von denen 24 öffentliche, 33 private; sie haben 2250 Zöglinge; außerdem besuchen 450 christliche Lehranstalten. Die Totalsumme der Kinder unsres Glaubens, welche den Primärunterricht erhalten, in diesem Departement ist also 2680; im Jahre 1843 betrug sie nur 2066. Norwegen. Christian!«, im September. Auf Befehl des Königs wird der Justizminister dem Storthing in der nächsten, am 1. Februar zu eröffenden Sitzung einen Gesetzentwurf über Zulassung der Juden in's Königreich vorlegen. (Man wird sich erinnern, daß in den beiden voraufgegangenen Storthings diese Zulassung zwar die Majorität erlangt hatte, aber nicht ganzer, welche zu einer Veränderung der.. Verfassung nothwendig sind.) Bekanntlich hat die Regierung durch ihre Gesandten rc. Berichte über die Juden in Frankreich, Belgien, Holland, England und Deutschland einziehen lassen, und sind diese jetzt der Reichskanzlei Norwegens übergeben worden. So viel verlautet, sind diese Berichte zumeist sehr günstig ausgefallen. Preußen. Gnefen, 16. November. (Privatmitth.) (Schluß.) In Betreff endlich der sozialen und bürgerlichen Gemeindezustände nimmt Gnesen keinesweges den letzten Rang unter, den. größeren Provinzialstädten ein, vielmehr steht es in mancher Hinsicht den grösten voran. Während z. B. in Posen erst vorigen Jahres Herr M. Mamroth zum Stadtverordneten und in Liffa erst vor Kurzem Herr S. Levy zum Stadtverordnetenstellvertreter gewählt worden, sehen wir hier nicht nur seit einer Reihe von Jahren die Herren L. Heilbronn, H. Zippert und I. Russak einen würdigen Platz in dem Stadtverordnetenkollegio einnehmen, sondern seit circa zwei Jahren ist der wegen seines edeln Charakters, seiner Bildung und liberalen Gesinnung allgemein hochgeschätzte Präses Herr Moritz Russak sogar Magistratsmitglied. Diese Erscheinung könnte zu der Annahme berechtigen, daß hier bereits jede soziale Schranke gefallen, welche anderwärts die Religionsparteien noch von einander trennt. Und gleichwol ist dem in Wahrheit nicht so, wovon die Schuld nicht so ganz allein auf Konto des auch hier nicht fehlenden christlichen Risches zu stellen sein dürfte, sondern wol auch großentheils dem schmählichen Wucher anheimfällt, dessen leider Viele unserer hiesigen Glaubensgenossen mit Recht bezüchtigt werden. — Trotz des mitunter großen Reichthums vieler Häuser und der Wohlhabenheit der Gemeinde überhaupt sind hier im Ganzen nur zwei Wohlthätigkeitsvereine anzutreffen: der Beerdigungsverein nmp sr-isn und der Frauenverein zur Bekleidung armer Schulkinder in nnb n-QN. Von Ersterem, dessen Statuten gegenwärtig einer Revision unterliegen, ist weiter Nichts zu berichten, als daß er, wie überall — existirt und seiner traurigen Bestimmung, die Glaubensbrüder zu verscharren, pflichteifrigst nachlebt. Doch dürfte die Mittheilung hier nicht am Unrechten Orte sein, daß es der Gemeinde im Jahre42gelungen, einengroßen, bequem gelegenen Platz anzukaufen und dessen bauliche Einrichtung zum Gottesacker zu bewerkstelligen. Derselbe wurde, beiläufig bemerkt, schon damals mit einer deutschen Rede und hebr. Choralgesang, ausgeführt von den Lehrern und der Schuljugend, feierlichst eingeweiht — ein Faktum, das vielleicht isolirt in der Geschichte der jüdischen Gemeinden unsrer Provinz dastehen dürfte. Gleichzeitig war für einen anständigen Leichenwagen mit schwarzer Draperie für das Gespann und dessen Führer gesorgt worden, welcher Wagen zur Zeit jedoch schon außer Gebrauch und durch einen sehr eleganten von modernem Bau, durch die Munifizenz eines achtbaren Gemeindemitgliedes akquirirt, ersetzt worden ist, und bleibt in dieser Hin-