Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-01-01 · Heft 1 (1.1.1848) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 1 (1.1.1848)
Date
1848-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3224737-3225551-3225553--09070-3237306
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

5 greifen, und auf den Trümmern gescheiterter Pläne immer wieder zu neuen sich zu erheben, Falls sie irgend ein Gedeihen einigermaßen versprechen. Und hier gilt es ein sehr nahe liegendes Interesse. Uebec die Dringlichkeit, über die Nothwendigkeit eines solchen Instituts kein Wort mehr; Herr vr. F. hat sie hinlänglich dargestellt. Auch wird Niemand sagen — wozu unsre Zeit so sehr geneigt ist — hier haben wieder die Geistlichen ein Standesinteresse zu verfolgen. Allerdings wird ein Stand auch innerlich mehr gehoben, sobald seine äußeren Verhältnisse gesicherter sind. Mein werther Kollege hat noch einen Umstand zu bemerken vergessen: die Gehalte der Rabbinen sind, bis auf sehr wenige Ausnahmen, in Deutschland so gering, daß man auch nicht sagen kann, sie könnten durch Oekonomie oder durch Antheil an Lebens- und Wittwenassekuranzen für ihre Wittwen und Waisen während ihrer Lebenszeit sorgen. Bei den geringen Gehalten und den hochgesteigerten Lebensanforderungen ist ihnen dies in der Regel unmöglich. Da es sich aber hier um Wittwen und Waisen handelt, so wird man wahrlich nicht auf den Stand sehen, sondern nur das Bedürfniß berücksichtigen. Unsere Nachschrift hat sich jedoch, da die Sachlage vom Herrn vr. F. so erschöpfend gegeben ist, nur mit der praktischen Seite zu beschäftigen. Derselbe. meint, 1) unsere Herren Kollegen sollten gefälligst ihren Beitritt und ihre Mitwirkung uns brieflich .melden; 2) dann sollten sie Alle, oder ein zu bezeichnendes Konnte nach Frankfurt a. M. kommen, um 3) dann das Statut zu entwerfen. Der erste Vorschlag hat das Mißliche, daß — wie es uns die Erfahrung gelehrt — wenn man auf freiwillige Meldung und sei es bei der besten Sache, warten will — man eben lang, bisweilen für die Ewigkeit zu warten hat. Der zweite Vorschlag hat das Mißliche, daß dabei eine Reise nothwendig wird, dies für alle Theilnehmer eine Unmöglichkeit, für die Komitemitglieder aber schon eine ungemeine Schwierigkeit ist. Und doch wird es nothwendig sein, daß die Komitemitglieder in den verschiedensten Theilen Deutschlands wohnhaft seien, um auch lebendige Instrumente der Mitwirkung überall zu haben. Auch können wir hierin eine schriftliche Verständigung uns möglich denken, besonders wenn, wie zu erwarten steht, ein solches Institut von den hohen Regierungen mit Portofreiheit beschenkt wird. Das Erste ist vor Allem, daß sich allseits bei den Rabbinen selbst eine rege Theilnahme wecken ließe, und ihr Beitritt konstatirt werde. Hierzu halten wir folgenden Weg für den geeignetsten. Rabbinen, die für die Sache sich interessiren, setzen sich mit den ihnen zunächst wohnenden Kollegen in Verbindung, und sammeln aus ihren Umgebungen möglichst viele Beitrittserklärungen. Diese sind vorläufig nur ganz allgemein zu halten: die einfache Erklärung, daß man diesem Institute, sobald es sich konstituirt hat, beitreten werde. Diese Erklärungen wolle man uns dann zum Referiren darüber in diesen Blättern einsenden. Es gilt vor Allem einen Boden zu erlangen, auf dem man operiren kann, die Gewißheit, daß man nicht umsonst arbeite. Diese Aufforderung lassen wir hiermit an alle unsereKollegen ergehen, und werden wir nicht unterlassen, diejenigen, mit denen wir in näherer Verbindung stehen, noch weiter darum anzugehen. Hat sich dann eine größere Zahl dazu bereit erklärt, so werden wir die Bekgetretenen ersuchen, in jedem größecn Kreise ein Komitemitglied zu wählen, und die so gewählten Komitämitgliedec werden dann durch Korrespondenz das Weitere berathen, etwa zunächst einen Ausschuß zu wählen, der einen Statutenentwurf ausarbeiten, und über diesen die Bemerkungen sämmtlicher Komitemitglieder einholen wird. Man sage nicht, daß dieser Weg etwas weitläufig sek. Es kommt bei einem solchen Institut nicht auf einige Monate an, und die Erfahrung lehrt, daß nur das gelingt, wozu recht Viele ihre Mitwirkung zu bethätigen haben, noch dazu da allerdings eine mehrseitige Erfahrung dabei einen guten Rath zu geben hat.-Also mit Gott! Zeitungsnachrichten. Großbritanien. London, 9. Dezember. Der Gemeinderath von London beabsichtigt, eine Petition zu Gunsten der Iudenemanzipatkon an das Parlament zu richten. —. In der Sitzung des Unterhauses vom 8ten überreichte Herr Brown eine Petition aus Lancashire um Zulassung der Juden in's Parlament. Frankreich. Straßbure), im Dezember. Die hier seit 8 Monaten erscheinende Monatsschrift 1’Ami des Israe-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.