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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-12-15 · Heft 51 (15.12.1845) · p. Seite 748

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 51 (15.12.1845)
Date
1845-12-15
Page
Seite 748 (sequence 4)
Language
German
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748 Deutschland. , Bernhuvg, 5. Dezember.. (Privatmitth.) Seit demletzten nma wird hier auf Anordnung des- Landesrabbiners , vr. Herxheimer die Thora nach dreijährigem Zyklus vorgelesen, für den ■‘rosn nicht.aus der Thora wiederholt, die Haphtora ausschließlich vom Rabbiner oder Vorbeter ohne den sonst üblichen sogenannten Trop verlesen und großentheils übersetzt. Auch in' einigen , anderen Gemeinden des Landes sind diese Reformen, vom Landesrabbiner eingeführt worden. In der hiesigen, welche durch vorhergegangene Predigten ganz besonders für gedachte Reformen geneigt gemacht war, wurde sofort nach deren Einführung* dem Dr. Herxheimer eine sehr schöne Dankaddresse überreicht, worin ihm die vollste Anerkennung seines vom Gemeindevorstande löblich unterstützten Wirkens ausgedrückt und er um Veröffentlichung seiner, in Bezug auf obige Reformen gehaltenen Predigten dringend ersucht ward. — An dem letzten Sabbat waren nun auch auf Einladung des Herrn Landesrabbiners sämmtliche Vorsteher des Landes hier versammelt , um eine gleichförmige umfassende Verbesserung des Gottesdienstes in allen Synagogen, die zum Theil den deutschen, zum Theil den polnischen Ritus haben, zu erzielen. Bei den Verhandlungen über einen desfallsigen Entwurf, welchen der Landesrabbiner denselben vorgelegt, zeigte es sich, wie sehr der Geist des Fortschritts auch die mittleren und kleineren Gemeinden durchdringt. Nicht ohne Einfluß auf dieselben war der hiesige würdevolle, durch keinen/paia und dergleichen Gebete oder durch lange ninnv mehr langweilende und darum Andacht und äußere Ordnung und Feierlichkeit hindernde, vielmehr durch die Predigt und mehre deutsche Gebete und namentlich durch den vortrefflichen, vom Kantor Herrn Wimmelbacher geleiteten Chorgesang erbauliche Gottesdienste, welchem auch unsere höchste Kultusbehörde beiwohnte.; Von der ausgezeichneten Humanität unsrer Regierung haben wir die erfreulichsten Beweise. Sie unterstützt, den vom Landesrabbiner geleiteten Verein für jüdische Handwerker aus Staatsmitteln, sie führte das Bibelwerk des Br. Herxheimer auf Kosten der Kirchenkaffen; für sämmtliche Pastoren des Landes ein, sie schaffte aus-Verwendung des Landesrabbiners die mittelalterliche Form des jüdischen Eides ab, sie unterstützt energisch dre Verbesserung des jüdischen Kultus- und Schulwesens und giebt einen jährlichen Beitrag von. 400 Thalern zur Besoldung des Landesrabbiners, dem Se. Hoheit, der Landesherr, bereits zweimal, eine Gehaltszulage aus der Staatskasse bewilligte. So erfreuten wir uns auch am letzten Sabbat bei dem Konzerte, das der jüdische Chorverein gab, wieder der Gegenwart der Mitglieder der Landesregierung und anderer Landesbehörden, wie denn auch bei den Konzerten in den höheren christlichen Kreisel der Landesrabbiner und die jüdischen Vorsteher immer eingeladen werden. Auch ist. unser Kantor Wimmelbacher neben dem städtischen Bürgermeister Mitvorsteher des hiesigen Gesangvereins. Die günstige Stellung der diesseitigen Israeliten zeigte sich neulich .auch dadurch, daß der Landesrabbiner und der Vorsteher der israelitischen Gemeinde als Mitglieder der Deputationen der Geistlichkeit und der Stadt , erschienen, die dem höchsten Staatsbeamten bei Gelegenheit seiner Dienstjubelfeier Addressen überreichten. Wtbreisach im November. (Eingesandt.) Wenn die Umsicht, die Klarheit, Ordnung und Vollständigkeit der Protokolle der diesjährigen Rabbinerversammlung im Allgemeinen gewiß allen Dank verdient, so verdient es um so mehr Anerkennung, baß'die verehrte Redaktionskommission selbst in ihrer bescheidenen Unparteilichlichkeit, die Mitglieder wegen allenfalls nöthiger Berichtigungen auf die Verbreitung derselben durch die öffentlichen Organe verweist. In Rücksicht dessen erlaube ich mir, und halte mich verpflichtet zu bemerken: daß ich . bei der Frage, ob der dreijährige Zyklus der Thoravorlesung einzuführen, sei? (S. 127 der Prot.) mit der benamten Minorität stimmte,, wie auch schon aus meinem Votum Seite 126 hervorgeht, . und ich sogar noch bei der Abstimmung über rna-(2. 131) ausdrücklich erklärte, daß ich mich deswegen, der Abstimmung, hierüber füglich enthalte, weil ich mich überhaupt gegen den dreijahrigemZyklus . erklärt'habe. -Daßi-diese^etzttte Bemerkung, nicht in's Protokoll ausgenommen wurde,, wußte ich wohl, indem Herr Präsident und Sekretär mir.-zugleich erwidertem: >-also^ Sie enthaltem sich der Abstimmung;" ich hielt diese,-als sich von selbst verstehend auch nicht

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