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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-12-01 · Heft 49 (1.12.1845) · p. Seite 720

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 49 (1.12.1845)
Date
1845-12-01
Page
Seite 720 (sequence 4)
Language
German
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720 fertig, mit. gewetztem Schwerte — — ttnb - btt? .— schläfst. (Schluß folgt.) Kempen, 20. November. An -Le israelitischen Lehrer Deutschlands. Wenn Geistesgröße, Genialität uub innere Energie verbunden mit unausgesetzt thatkräftiger Menschenliebe, und ein uugetheilteS Sichselbsthingeben zum Wohle .ber. Mitwelt, die wahre Anerkennung ber Nachwelt verdientdesjenigen Theiles der Nachwelt mit Recht verdient, der derartige Bestrebungen zu würdigen weiß, von demder bessere Genius der Zeit die Würdigung dieser Bestrebungen za fordern berechtigt ist: so werden Sie, hochgeehrtester Herr Redakteur, eben so wenig beanstanden diesen Zeilen die Aufnahme in Ihrem geschätzten Blatte zu gönnen--als dieselben, wie ich hoffen darf, einem großen Theiie. Ihrer geehrten Leser nicht unwillkommen sein möchten. Es gilt den Aufruf des Herrn Seminardirektors vr. Diesterweg in Berlin an Deutschlands Lehrer zum Beitritt zu. der von demselben projektirten „Pestalozzi-Stiftung.:" Doch lassen wir diese kräftige, vollwichtige Stimme, das Wort selbst führen, wie wir es der „Schlesischen Schullehrerzeitung" Nr. 23 entnehmen. „An Deutschlands Lehrer *). Der 12. Januar 1846, der Tag, an welchem vor hundert Jahren Johann Heinrich Pestalozzi geboren wurde, dieser recht zum Segen gewordene Tag, darum ein wahrer Freuden- und Ehrentag, besonders für die Lehrer, denen der geistige Vater, Erzieher und Vorbild gewesen und es noch für Jahrhunderte bleiben wird — er nahet. Nimmer können wir des Tages und des Mannes vergessen. Denn wer der Liebe lebt und in der Liebe bleibet, der lebt nicht nur in Gott, sondern auch in der Menschen Herzen und Gedächtniß. *) „Diejenigen, welchen dieses Blatt zu Gesicht kommt, besonders die Herren Schulinspektoren und Lehrer, bitte ich ergebenst, dasselbe unter den Lehrern, Schul- und Menschenfreunden ihrer Umgebung zirkuliren zu lassen. (Sollte es solchen Männern präsentirt werden, welche schon einen Beitrag gegeben haben, so bitte ich diese um Entschuldigung.) Das Blatt möge dann sammt den Beitragen an den zurückgesendet werden, von dem es der Betreffende erhalten hat. Für die übernommene Mühe sage ich vorläufig herzlichen Dank." Darum bedarf es keiner Ermunterung zur Feier dieses Tages, wir können nicht anders. Also nicht davon,^, sondern nur wie wir ihn würdig feiern, kann die. Rede sein. — .;3ra Geiste sehe ich am 12. Januar 1846 Tausende um einen einfachen Grabhügel unter einer Dachtraufe und nur mit einfachen Feldsteinen bezeichnet, an dem Schulhause in Birr bei „Neuhof," Kanton Aargau, versammelt. Wer kennt die Völker, nennt die Namen? Alle gebunden und geeinigt durch das eine, große, göttliche Gefühl .der Dankbarkeit und der Liebe. . .Voran,, zunächst dem, Grabe erblicken wir zwei erhabene Gestalten,: Männer ersten Ranges ihrer Zeit, zwei Völkerhirten- - beide durch Leiden geläutert, dann ruhmgekrönt ein Segen ihrer Völker. Solchen Führern kommt ^es zu, auch die Ersten zu sein, wo es gilt, sich als Menschzu -erweisen durch Anerkennung wahrer Größe .und.durch öffentlich ausgesprochenen Dank gegen Männer .unsterblichen Verdienstes, stehe nun deren Wiege in einem Paläste oder in einer Hütte — Kaiser Alexander, der einst.in Basel durch anziehende Veranlassung voll Herzlichkeit. den schlichten Schweizerbürger brüderlich umhalset, .und König Friedrich Wilhelm III. zu dem hinzndringen. keine körperliche Schwäche ihn abhalten konnte *). . . , . Ihnen nahe stehet einsam, in tiefes, nachdeokendes ..Schweigen versunken, der „Mann des Geistes und der Kraft"—-anders kann man ihn nicht nennen, und kaum ein zweiter, der auf deutscher Erde gelebt, ist ihm darin zu vergleichen — Fichte, der seine großartigen Gedanken zur Richtung des Vaterlandes in Gegenwart und Zukunft vorzugsweise durch Pestalozzi, dessen Strebungen und Leistungen verwirklichen zu können hoffte. — . Dann folgen, schon in bedeutend großem Kreise rund um den kleinen Hügel des Entschlafenen, seine zahlreichen Schüler, Jünger und Freunde, seine Mitarbeiter, die mit ihm gelebt und gewirkt, die ihn geliebt, weil er sie geliebt. Thronen des Dankes und der Rührung glänzen in ihren Augen; hier und da fehlt es auch nicht an Thränen der Reue. Aber der Greis selbst trocknet sie ihnen von .den Wangen, und ehe sie ihrem Gefühl Worte Zsgeben, zieht er auch , sie an das klopfende Herz. >Zwei *) Zum Gedächtniß Heinrich Pestalozzi'su. f.w. Von Diesterweg, Kalisch und Maßmann. Berlin, 1845. Zum Besten der P e ft a l o zz i - S t iftu ug. (15 Sgr.) S. 38 die anziehende Schilderung von Kalisch.

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