Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 48 (24.11.1845)
- Date
- 1845-11-24
- Page
- Seite 707 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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707 zeugung, die ihnen angestammt ist seit Jahrtausenden, getreu bleiben wollen! (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. Frankreich. Paris, 12. November. (Privatmitth.) Zurückgekommen von meiner Reise nach Nordafrika, sende ich Ihnen anbei eine Rede, die ohne-mein Wissen den Weg in die Zeitungen gefunden, deren ^Inhalt aber auch das Publikum Ihres Blattes Lnteressiren wird. Ich nehme dabei Gelegenheit anzuzeigen, daß im Laufe des nächsten Monats von mir eine Bro- . schüre, „les Juifs de l’AIgerie,“ in französischer und deutscher Sprache erscheinen wird, deren Ertrag ich den Schulen und Wohlthatigkeitsanstalten der nordafrikanischen Juden bestimmt habe. Dieselbe wird sehr anziehende, ja überraschende Notizen über die jüdisch-arabischen Stämme, so wie über die Juden dieser entfernten Gegenden und die schwarzen Juden enthalten. Durch meine Kenntniß der orientalischen Sprachen war ich in den Stand gesetzt, diese Gegenden mitten im Kriege mit Hülfe einer arabischen Eskorte, die die Regierung mir zu Gebote gestellt hatte, zu durchziehen und zu studiren. Von jetzt an werde ich wahrscheinlich alljährlich diese Gegenden auf den Wunsch der Regierung bereisen, und so helfen, jene zahlreichen Glaubensbrüder in den Kreis europäischer Gesittung zu ziehen. — Der König chat im Kon seil vom 10. h. Abends die Ordonnanz, zur Regulirung der jüdischen Angelegenheit in Algerien unterzeichnet. Texas. Die neue Konstitution diesesStaates sichert allen Konfessionen gleiche Freiheit und Rechte zu. Deutschland. Brarrnschweig, 1.5. November. (Eingesandte. Erklärung). Allen, welche in Nr. 44 des Orients den Schmähartikel gegen mich gelesen haben, diene zur Nachricht, daß ich den Verfasser desselben vor Gericht fordern werde. Uebrigens möge Niemand, der künftig wieder Schmähungen auf mich im Orient oder im Zionswächter liest, irgend eine Entgegnung von mir erwarten; sie werden schwerlich zu meiner Kenntniß gelangen, da ich die genannten Blätter, wegen ihrer Haltung im Allgemeinen und gegen mich insbesondere, nicht wieder lesen werde. Di-. Herzfeld. Aus dem Lüneburgischen, 12. November. (Privatmitth.) Sie haben bereits mitgetheilt, daß der Rabbinats-Kandidat Samuel Meyer, Sohn des Banquiers Ephr. Meyer, zum Landrabbiner in Hannover erwählt und von der Regierung bestätigt ist. Auch seine Einführung in dieses Amt hat bereits stattgefunden. Sein Rabbinatsbezirk ist zwar kleiner als unter seinem Vorgänger, Di*. Adler, da jüngst das Fürstenthum Göttingen zum Rabbinatsbezirk Hildesheim geschlagen worden ist, indeß umfaßt derselbe noch immer den bei Weitem größten und einflußreichsten Bezirk, indem außer der reichen Residenz-Gemeinde mit fast siebenzig Familienvätern, noch an hundert Provinzial-Synagogen-Gemeinden dazu gehören. Ist es schon an und für sich bemerkenswerth, baß zu diesem bedeutenden Amte ein sechsundzwanzigjähriger Jüngling erhoben ist, so mußte dem unbefangenen Beschauer noch mehr der heiße Kampf, die allgemeine Erregung auffallen, in welche das sonst ziemlich indifferente Land Hannover bei dieser Wahl versetzt wurde, wozu aber auch freilich die von den Freunden der betheiligten Kandidaten geübten Einwirkungen die hauptsächliche Veranlassung waren. Bekanntlich hat die Residenz-Gemeinde das Recht der Präsentation von drei Kandidaten, von welchen alsdann die Provinzial-Gemeinden, unter Konkurrenz von zwei Stimn^n der Residenz, mit absoluter Majorität den Rabbiner wählen. Aus der Präsentationswahl gingen Freusdorff, Schott und Meyer hervor. Ersterer, ein hochgeachteter Mann von eminentem Wissen, Oberlehrer in Hannover, schien anfangs die meiste Aussicht zu haben, obgleich seine streng orthodoxe Geistesrichtung bekannt genug war; Schott war der Kandidat der Reformpartei; Meyer aber, von dem das Land bisher nichts gewußt, verdankte seine Aufnahme bei der Präsentationswahl nur seiner Qualität als „hannoversches Kiüd". Wir wollen hiermit unserm neuen Rabbiner durchaus nichtzu nahe