Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 47 (17.11.1845)
- Date
- 1845-11-17
- Page
- Seite 700 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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700 Kürzlich sind in Mecklenburg zwei neue Synagogen eingeweiht worden, in Goldberg und Wittenburg. Braunschweig, 30. Oktober. (Privatmitth.) Wir können dem Publikum mittheilen, daß zwischen Herrn Dr. Herzfeld und seiner Gemeinde eine vollständige Verständigung stattgefunden. Oesterreich. Aus Ungarn, im Oktober. (Privatmitth.) In Kaniffa wurde am ms* *^»10 zum ersten Male die Orgel gespielt. — Lehren läßt hier von einigen unbedeutenden Subjekten Broschüren gegen alle Neuerungen abfaffen, und sür Gelder für's heil. Land drucken. Nachdem er Deutschland für verloren ansieht, will er Ungarn umzäunen und vertheidigen. — Der zweite Eheil Ihres „Siloah" macht in Ungarn viel Aufsehen. Das sind endlich jüdische Reden, jüdische Lehren! Literarische Nachrichten. Berlin, 10. November. So eben sind die vom Dr. Philippson bei dem ersten Gottesdienste der Genossenschaft für Reform im Judenthume gehaltenen fünf Predigten im Verlage von M. Simion (Preis 5 Sgr.) erschienen. Wir enthalten uns hier über dieselben, da sie auf diese Weise Jedem so leicht zugänglich gemacht sind, alles Weitere. . Leipzig, 8. November. In diesen Tagen ist die 23ste Lieferung des zweiten Bandes des Philippson'- schen Bibelwerkes ausgegeben worden. Sie geht bis zum Ende Jeschajah's. Bereits' zur Ausgabe fertig ist auch die 24ste Lieferung, welche „die Einleitung zum Jeschaj'ah" und die 7 ersten Kapitel von Jirmejah enthält. Die Resultate der Untersuchung über Jeschajah sind sehr bestimmt und klar auseinandergesetzt. Jirmejah ist bekanntlich das prophetische Buch, welches bis jetzt in der neuern Zeit am Wenigsten Bearbeitung gefunden. Eine ganz neue Aufstellung über die Beschaffenheit des Ganzen dieses Propheten, so wie lichtere Erklärung einer Menge dunkler Stellen in ihm bringt bereits diese 24ste Lieferung heran. Die 25ste Lieferung wird noch in diesem Jahre fertig. .. Zolkietv, 15. Okt. (Eingesandt.) In Nr. 30 der A. Z. d. I. beliebte, ein Rezensent aus.Ostgalizien bei Gelegenheit der Anzeige meines Werkes,‘fiöbnrt jene Stelle zu rügen, wo ich aus ^tt^bN pia das Jnderdikt von tnsy. btt) t»" önö bem W>bN p zuschreibe, wahrend jenes Verbot unter die Nb-KB -m gehört, die erst von den Schuten der n*»2 bbrt rp=n herrühren, wie solches im Verlauf des gedachten Werkes aus T. Sabbat 15, b zitirt wird. Allein ich habe dort den Leser auf -wvb iiniä'^2. -fep niö*n Nb mätTati verwiesen, wo dieser Umstand bereits gerügt und zur Genüge beleuchtet.worden ist; indem aber unser Rezensent sehr voreilig zu sein scheint, und sich nicht die.Mühe nehmen wollte, die angezeigte Quelle nachzulesen, demnach sehe ich mich hierdurch veranlaßt, das Nöthige nachzutragen, und überhaupt diesen Gegenstand näher zu erörtern.. , Es heißt dort bei Nachmanides aus W'ba.'ri Kap. 48: v^nni rnbw pnnnrti irbsh. ih ü'-itn ■'aw niv2 /ÖtT'bai OÖ'ID ÜN “>2 tTD5> blÖ bNTM tm hmö*’- und gebauter Autor setzt folgende Erläuterung zur Beseitigung oberwähnter Rüge hinzu: Nb ft* bö. .ötf b2N ‘Wölö rpltf ‘IWI bN^I N2VÜ. ÖWS b» ÜttSD. /wm bbni und zwar ist seine Meinung, wenngleich^ der Urheber dieses Interdikts war, so wurde dieses Verbot weder von den Zeitgenossen, noch von den nachkommenden Generationen gehörig beachtet, daher sich Daniel und späterhin die Schulen von bbin .■’Nüuj solchen Erlaß zu erneuern veranlaßt sahen, um dadurch eine Allgemeinheit zu erzielen. Wir finden im Talmud viele derlei riTiW, die wahrend ihrer Entstehung beim Publikum keinen Anklang fanden, und erst durch. mehrmalige Erneuerungen sich Eingang beim Volke verschafften, als das Bcod der Samaritaner, ,welches nach einer Tradition , ebenfalls , im n'Vi .p'ia bei Tosphet Chulin 13, a zitirt, noch von den Männern derSynagoga magna verboten worden ist, jedoch in der Mischna Schewiith Kap. 8, §. 10 dem R. Elieser ^geschrieben wird.^ Auch, das Verbieten des Fleisches und-Weines der Samaritaner wurde zuerst durch R. Mayer undR. Gamliel Sohn Rebbi's veranlaßt, jedoch aber, um deren Allgemeinheit zu erwirken, da man in Erfahrung brachte, daß diese rrnw nicht gehörig verbreitet und befolgt werden, haben R. Ami und R. Assi sich entschlossen, diese Verbote noch strenger einzuschärfen und die Samaritaner gänzlich auszuschließen, s. Chulin Fol. 5, b, 6, a.