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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-11-10 · Heft 46 (10.11.1845) · p. Seite 685

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 46 (10.11.1845)
Date
1845-11-10
Page
Seite 685 (sequence 5)
Language
German
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685 Fonds. Kapitalvermögen hat die Gemeinde 29,400 Thlr., dagegen nicht ablösbare Schuld von nahe 20,000 Lhlr., auf die sie einen Schuldentilgungsfonds von 9218J/3 Lhlr. besitzt. Man sieht demnächst daß die Finanzen der Gemeinde vortrefflich stehen. — Den Hauptposten der Einnahmen bilden natürlich die Beiträge, von denen 23,164^3 Lhlr. auf 1207 Kontribuenten kommen, also durchschnittlich 20 Lhlr. auf den Kontribuent, was nach dem Maaßstabe anderer Gemeinden ein nicht niedriger Satz ist. Eigenthümlich ist es, daß die alte Rachaschsteuer bei Trauungen *jm, 2"i) noch stattsi'ndet, und von 77 Trauungen 573 Lhlr. eintrug. Es heißt darüber in dem Berichte: „Ueber die bei Verehelichungen übliche Abgabe unter dem Namen Rachasch ist nach dem Beschlüsse der Kommission der Siebenundzwanzig vom 14. Juni 1840 festgesetzt, daß bei jeder in hiesiger jüdischen Gemeinde oder von einem Mitglieds derselben zu vollziehenden Verehelichung von den Brautleuten eine Summe von mindestens 2 Lhlr. bis höchstens 30 Lhlr. einzuzahlen ist. Die Bestimmung für jeden einzelnen Fall erfolgt von dem Gemeindevorstande nach der Ansicht über das Vermögen der Brautleute. Die eingehenden Gelder werden von dem Gemeindevorstande, nach von ihm festzusetzenden Lheilungsprinzipien, unter das Rabbinat, den Beglaubten, die Vorsänger und die Nuntien vertheilt." Ueber die Schulden der Gemeinde erfahren wir: „Die Gemeinde hatte in ältrer Zeit sehr bedeutende Abgaben an den Staat zu entrichten, verschiedene Lasten zu tragen und ihre Bedürfnisse zu bestreiten. Die Mittel hierzu konnten nicht ausgebracht werden, und es wurden sehr beträchtliche Schulden ausgenommen. Für die Abzahlung derselben wurde von dem Vorstande der Gemeinde zu Anfang dieses Jahrhunderts besonders Sorge getragen und die Rückzahlung vornehmlich im Jahre 1812 bewirkt. Ein Lheil jener Schulden ist aber ursprünglich als nicht ablösbar kontrahirt worden. Es wurde ein Tilgungsfonds gebildet, der bereits zu einem entsprechenden verzinsbaren Kapital angewachsen war, indessen im Jahre 1825 mit Genehmigung der Vorgesetzten Behörde zur Anlegung eines Begrabnißplatzes großentheils verwendet ward. Der seitdem unter Aufsicht des Magistrates hiesiger königl. Residenzien wieder gebildete Tilgungsfonds besteht jetzt aus den hier und am Ende dieser. Uebersicht aufgeführten Kapitalien. Der Gesammtbetrag der nicht ablösbaren Schuld betragt nur noch 2700 Lhlr. in Golde und 16,600 Lhlr. in Kourant. Die Gläubiger sind verschiedene milde Stiftungen und Wohlthätigkeitsanstalten." Es wäre z. B. der posener Gemeinde zu wünschen, daß sie bereits so weit mit ihren Schulden gekommen. Unter den Ausgaben siguriren namentlich 54922/r Lhlr. an die fammtlichen Beamten der Gemeinde, 3584 Lhlr. an die Armenanstalt (2880 Lhlr. für hiesige, 704 Lhlr. für fremde), 54752/3 Lhlr. an das Krankenhaus, 2000 Lhlr. an die Alterversorgungsanstalt, 4000 Lhlr. an die Lehranstalten. — Hierzu kommen aber die Spezialeinnahmen aller dieser Anstalten, so daß z. B. das Seminar noch 575 Lhlr. eingenommen, aber 2127 Lhlr. gekostet ff., und die Armenkommission 6846 Lhlr. vereinnahmt und nur 5788 Lhlr. verausgabt hat, außerdem an fremde Arme 1408 Lhlr. gespendet wurden. Das Krankenhaus hat 10,6552/r Lhlr. eingenommen und 7650^3 Thlr gekostet; die Kranken in der Stadt kosteten aber noch 3005 Lhlr. Das neuerbaute Alterversorgungshaus nahm 23,582 Thlr. eiri und kostete 18,052 Lhlr. Auf diese Weise hat die Gemeinde im Ganzen für ihre Anstalten ungeheuer größere Summen eingenommen, verbraucht und überbehalten, nämlich außer der gedachten Summe noch 45,792 Lhlr. 21'/» Sgr., wovon 7986 Lhlr. Bestand blieben. Erwägt man nun noch, daß außerdem so viele Vereine, Stiftungen, Synagogen ff., wie das Auerbach'sche Waisenhaus, die Mendelsohn'sche Waisenstiftung, der Kulturverein ff. bestehen — so wird man sagen müssen, daß die Juden sich ihren Gemeindebestand etwas kosten lassen! Sie steuern ja außerdem zu allen städtischen und Staatsanstalten! Das Krankenhaus hat im Jahre 1844: 205 Kranke verpflegt, wovon 162 als geheilt, 4 als ungeheilt entlassen wurden; 20 starben und 19 .verblieben — ein ausgezeichnet günstiges Resultat! Durchschnittlich war jeder Kranke 45^ Tage da verpflegt worden. Königsberg, 27. Oktober. Wir heben aus einem Artikel in der D. A. Z. von hier folgendes

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