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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-11-03 · Heft 45 (3.11.1845) · p. Seite 677

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 45 (3.11.1845)
Date
1845-11-03
Page
Seite 677 (sequence 9)
Language
German
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677 sich versammelten; ebenso in Straßburg von 144 Notabeln nur 44 am Orte wohnen, dennoch 122 votirten, in Metz unter 65 Notabeln 51 wählten — haben in Paris von 233 Notabeln nur 107, in Marseille von 143 nur 29 Lheil genommen! — Im Allgemeinen sind überall dieselben Männer wieder gewählt, nur im Zentralkonsistorium sind drei Veränderungen vor sich gegangen. (Nach den Arcti. isr. de Fr.) —. Herr M. Benjamin ist zum Kanzler der französischen Gesandtschaft in — Hannover ernannt worden. —. Am 14. Juli schifften sich wieder 60 Israeliten in Algier nach Jerusalem ein. Da sich diese Auswanderungen nach der heiligen Stadt häufen, so hat die französische Regierung den Auswanderern erklärt, daß sie dort nur 5 Jahre als französische Unterthanen angesehen werden. (1’Algerie.) Personal- und Lokalnachrichten. Wien, im September. Der Musikverein hat dem Lbervorsanger Sulz er Las Amt eines Professors der Musik für Männergesang am hiesigen Konservatorium übergeben. Sein ausgezeichneter Vortrag und seine Begabung zur Komposition machen diesen rühmlichst bekannten Mann zu diesem Amte besonders befähigt. FonLori, im September. Der Missionär Wolfs, der erst vor Kurzem unverrichteter Sache aus Asien gekommen, hat ein Schreiben an die Juden gerichtet gegen die Rabbinerversammlung und aAe Reformen. Zum Schlüsse sagt er: „sie machten den Verstand zu ihrem Götzen!" Wenigstens hat der Missionär Wolff hiermit abermals erwiesen, daß er keinen Verstand hat, den er zu seinem Götzen machen könnte. Literarische Nachrichten. Leipnick, 8. Oktober. Die Juden und die Judenstadt in Wien. Fragmente von Realis. Wien, 1840. (Angezeigt von D. Oppenheim.) Es verdient gewiß die ungetheilteste Aufmerksamkeit eines jeden, den Gang der Weltereignisse scharf Beobachtenden, wie sehr unsre heilige Sache immer mehr Terran gewinnt und trotz aller Gilhany siegreich sich überall durchkämpfen wird. Der bessere Thekl der Tagespresse hat es bereits eingesehen, was hierin zu leisten seine Pflicht ist und mit jedem Tage werden jene mittelalterlichen Ausgeburten, wie die monströse Dorfzeitung seltener. Die erbärmliche und rühmlose Schaar der Emanzipationsfeinde wird immer lichter; der laute Ruf des Unwillens und Entsetzens über die in unschwer verletzten Menschenrechte findet stets mehr und mehr Nachhall. Im gleichen Verhältnisse nimmt auch, soweit es die Umstande gestatten, die Presse in Oesterreich regen Anth^il an der hohen Aufgabe unsrer Zeit. So haben die trefflichen „Blätter für Literatur und Kunst von A. Schmiedl" manches schöne Wort für unsre gerechte Sache geredet. Die schönwissenschaftliche Literatur beutet reichlich.diesen Stoff aus und lautert so von oben herab die gefährlichsten Vocurtheile, die noch lange nicht aus dem Volke geschwunden find. — Auch die vorliegenden historischen Fragmente von Realis (pseudonym), einem bekannten und thatigen Journalisten in Wien, scheint, nächst der wohlberechneten Buchhändlerspekulation, ein ähnlicher Grund hervocgerusen zu haben und wir wollen daher auch keine höheren Anforderungen daran stellen; da die Schilderung „blos refecirend und ohne Reflexionen" gegeben ist, wiewol man gern etwas über die Quellen und deren historische Untersuchung gelesen hatte. — Wir wollen daher übersichtlich den geehrten Lesern dieser Zeitung den uns vorliegenden Stoff aufrollen, und nur hier und da eine kurze Bemerkung und ein kleines Räsonnement einstreuen. Lassen wir nun den Verfasser in der Vorrede Seite 4 selbst reden: „Wie jedes Ding in der Welt, so hat auch die jüdische Nation ihre Licht- und ihre Schattenseiten, und zu jenen gehören einige Eharakterzüge, die ihr in moralischer Hinsicht zu einem nicht geringen Verdienste gereichen. Wir wollen davon nur den Erfahrungssatz berühren, daß man unter den Bekennern des alten Testaments nur selten Schlemmer und Trunkenbolde findet, daß, so viel uns bekannt ist, .bisher kein Jude sich mit dem schändlichsten Gewerbe des Büchernachdruckes!! besudelt hat und daß gewisse Krankheiten, wie auch Gemüthskrankheiten unter ihnen ungemein selten angetroffen werden. Kein Sachkundiger wird auch die Ueberlieferungen der Geschichte in Abrede stellen, daß, sowie Europa seine wissenschaftliche und künstlerische Bildung den Griechen, es seine moralischreligiöse Bildung größtentheils den Juden verdankt und daß die ersten Verkündiger des Chcistenthums geborene Juden, wie denn die schöne Bergpredigt aus vielen alt- 45*

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