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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-10-27 · Heft 44 (27.10.1845) · p. Seite 665

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 44 (27.10.1845)
Date
1845-10-27
Page
Seite 665 (sequence 9)
Language
German
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665 Da war kein Kopf in der Gemeinde, der nicht willig und freudig sein Denken und Erfinden zur Gründung dieses Tempels' hergegeben hätte, kein Herz, das nicht mit jedem Hammerschlage der Bauleute in erneueter Kraft pochte und bebte; keine Hand, die nicht den letzten Nothpsenm'g hinzugetrageN', um mit edlev Selbstverleugnung ihn hinzulegen auf den Altar Gottes. Dem so vollendeten, durch die Munisizenz einiger der hier ansässigen/ bemittelteren Israeliten reichlich ausgostatten Gotteshause, die heilige Weihe zU geben, war nun die Aufgabe. Auch dieser glücklichen Lösung vollends gewachsen war der verehrte und allenthalben geachtete Vorsteher der hiesigen Jsraelittngemeinde, Hr. Ignatz Politzer, der auch einer an den letzten Landtag nach Preßburg beorderten Deputation israelitischer Notabeln zugetheilt war, und rasch schritt das heilige Werk seiner Vollendung entgegen und ward am 26. September im Beisein der ersten Honoratioren des baffer Komitates, des löbl. Magistrates, der sämmtlichen, sowol hier fungirenden und ansässigen, als auch aus der Umgegend geladenen Geistlichkeit der verschiedenen Konfessionen, der Elite des Adels unsrer Gespannschaft und einer enormen, aus allen Ecken des Bezirkes herbeigeeilten Menge von allen Farben — feierlichst eingeweiht, wozu der Rabbinatsverweser, Herr Steinhardt, aus Arad berufen ward, der durch eine ungarische und deutsche Rede dem prächtigen Tempel dierechte Weihe gab. Holland. Aus dem HuaK 20. September. Se-. Mas. hateine bedeutende Summe für die Wittwen der Oberrabbinen als Pensionen aus die Staatskasse be-- willigt: isr. de Fr.) Ztalien. Frankfurt am Main, 12. Oktober. (Privatmitth.) Oftmals wird den Juden vorgehalten, sie genössen ja Relrg i o ns Freih ei t überall, selbst' in den Ländernwo der krasseste Katholizismus herrscht. Man gestattete ihnen, unbehindert ihrer Religion zu leben und verbiete alle Störungen ihres Gottesdienstes und ihrer Festesfeier. Wahrlich, das ist nicht Religionsfreiheit, wenn daneben alle Lebensäußerungen der Betheiligten durch jede Art von Zurücksetzung und Schmälerung ihres Erwerbes verkümmert werden, und die Religion geradezu nichts weiter darbieten kann als ein dauerndes MärtyrerLhum, viel qualvoller als der Foltertod, welcher die Leidenden erlöst. Aber man irrt, wenn man auch nur von jener scheinbaren Religionsfreiheit spricht; d'knn selbst diese wird den Söhnen Israels, trotz der Gesetze in manchen südlichen Staaten nicht gewährt, Staaten, wo nicht nur Reste' des MerthuMs an Vir alte Freiheit erinnern, sondern wo 'die religiöse und bürgerliche Freiheit erst in unseren Zeiten, nachdem sie bereits eingeführt und geliebt war, wieder vertilgt und ausgerottet werden mußte,, um der Religionsverfolgüng Raum zu machen.. Wenn in Jassy Kinder der Juden geraubt und getauft und den Eltern entzogen werdenso mag man es dern dortigen Bildungsstande beimessem Aber die Beispiele solcher Barbarei wiederholen sich im Kirchenstaat, .in Modena und in Piemont; — die Kinder der Juden sind hier der Diskretion der Ammen und Dienstmägde preisgegeben. Verrichtet eine solche an dem Kinde die Taufe, so gilts; die Geistlichkeit bemächtigt sich sogleich des Kindes und fordert vom Vater dessen Vermögensantheil! Die Gesetze sind dagegen; der Thäter wird bestraft, aber das Geschehene bleibt geschehen! Uns ist ein ganz neues Beispiel von dotther bekannt, welches auf sich .beruhend blieb. Selbst die Vollstrecker der Gesetze vermochten, den Jesuiten gegens übcir, die Thäterin nicht zu bestrafen! — Glücklicher; Weise ist das Kind ihnen abgejagt' und nach Frankreich gerettet worden. I. Kork efponVestzi Jfkaktttilsche Zu st Sri de . k ö n i g g it ä tz e r K r e i s e B ö h m e n s. Mitgetheilt von Ml'. T. Wenn auch nicht nachgewiesen werden kann, daß die Israeliten den herzynischen Wald schön bewohnt hevor die Markomanen in demselben ansiedelten — wenn 44»

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