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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-10-27 · Heft 44 (27.10.1845) · p. Seite 662

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 44 (27.10.1845)
Date
1845-10-27
Page
Seite 662 (sequence 6)
Language
German
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662 räche des Landes und andere namhafte Männer, lithographirte Einladungsschreiben auf den 20. ,b. M. nach Brühl, erlassen worden, zur gemeinschaftlichen Besprechung über die nothwendigen Verbesserungen der inneren und äußeren Zustände der Israeliten, nach dem Beispiele der Rabbinerversammlung zu Frankfurt am Main rc. rc. Altbreisach, 7. Oktober. (Eingesandt.) In einem berüchtigten, jüdischen Winkelblatte wird unter „Baden" ein Artikel aus Breisach mitgetheilt, welcher von Anfang bis zu Ende lediglich gemeine Erdichtungen und niedrige Lügen und Verläumdungen enthält. Es hat der Unterzeichnete in der frankfurter Rabbinerversammlung nie erklärt, daß seine Gemeinde gesonnen sei, jede beliebte Reform in der Synagoge nach den sonstigen religiösen Verhältnissen anzunehmen; sondern nur, was auch seiner Zeit, der Wahrheit gemäß die öffentlichen Blätter berichteten, daß er von sämmtlichen Gemeindevorstehern seines Bezirks in einer gemeinschaftlichen Zuschrift zur Theilnahme aufgefordert worden sei. Ebenso reine Unwahrheit ist es, daß ich jetzt bereits einen neugeformten Gottesdienst in der Synagoge habe einführen wollen; obgleich ich die moralische Verpflichtung keineswegs aus den Augen verlor, die Beschlüsse, zu welchen ich einstimmte, insoweit es die Umstände und Verhältnisse möglich machen, in meinem Wirkungskreise zu verwirklichen. Lüge ist daher auch daß die Gemeinde deshalb auch nur Anlaß gefunden hatte, dagegen zu.prolestirrn, auch vielweniger der Unterzeichnete sich deshalb an eine Behörde zu wenden; umsomehr dann auch niedrigste Lüge und Verläumdung, daß von Letzterer bereits der angebliche Bescheid erfolgt sei. In gewissenhaftester Wahrheit kann ich dagegen versichern, daß wenkr, was wul in nicht sehr ferner Zeit der Fall sein dürfte, die Bezirkssynagoge es angemessen finden würde/ entsprechende Reformen in's Leben zu rufen, sie weder in der Gemeinde noch bei der Behörde auf Hindernisse stoßen würde. Im Uebrigen sind die verkappten Verläumder, welche ehr- und gewissenlos genug sind, ihre offenkundigen Lügen nunmehr auch in öffentlichen Blättern auszustreuen, wie sie dies längst in ihren Privatkorrespondenzen treiben, hier wohlbekannt, und charakterisiren sich hinlänglich durch, hen scheelsüchtigen, heuchlerischen Stoßseufzer am Ende jenes Lügenartikels von selbst. Wir aber möchten dagegen mit freudigem Herzen ausrufen: so weit ist es gottlob bereits gekommen, daß nur durch solche nichtige, sie immer mehr der allgemeinen Verachtung preißgebende Mittel, solche Sippschaft für ihre schmählichen Tendenzen, noch zu kämpfen vermag. M. Reiß, Bezirksrabb irrer. Aus Württemberg, 7. Oktober. (Privatmitth.) Unserm (in No. 43 d. Ztg. gegebenen) kurzen Bericht über die diesjährige Feier des Geburtsfestes des Königs tragen wir nach, daß sich an diesem Tage in Jebenhausen 60 Mitglieder der ifraelit. Gemeinde zur Gründung eines Vereins für Arme, welcher den Namen „Wilhelmsstift" führt, vereinigt haben. —. Den 9ten. Am 5. c. fand sich eine aus vier Personen bestehende Deputation aus Stuttgart bei dem Abgeordneten des Oberamts Marbach, Herrn Rechtskonsulenten Veiel, ein, um ihm aus Auftrag und im Namen sämmtlicher Israeliten des Landes eine Dankaddresse feierlich zu überreichen. Die auf sehr prachtvolle Weise ausgestattete Ahdreffe ist folgenden Inhalts: „Verehrter Herr! Im Namen und im-Auftrag der Israeliten kommen wir, Ihnen für die Warme und den Eifer, mit welchem Sie als Mitglied der Ständeversammlung ünseren Glaubensgenossen die noch vorenthaltenen bürgerlichen und politischen Rechte vindizirten, den innigsten, tiefgefühltesten Dank auszudrücken. Treue Ueberzeugung von der Heiligkeit der Rechtsgleichheit, edle Erkenntniß von den Erfordernissen eines freien Gemeindewesens haben Sie auch bei dieser Frage.geleitet, haben Ihre Worte zu dem Ausdrucke menschenehrender Gefühle erhoben, welche bei einer Versammlung würdiger Vertreter eines ehrenhaften Volksstammes nicht ohne lebhaften Anklang bleiben konnten. Was uns aber vor Allem mit tiefer Rührung erfüllte, das war nicht nur die -ehrenhafte Gesinnung, die Sie bei mehreren ständischen Verhandlungen 'über die Emanzipation der Israeliten ausgesprochen—denn der Ueberzeugung zu folgen und ihr Ausdruck zu leihen, ist des Mannes von .Ehre, Pflicht -und Selbstachtung — sondern die Innigkeit, mit der Sie diese

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