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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-10-20 · Heft 43 (20.10.1845) · p. Seite 651

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 43 (20.10.1845)
Date
1845-10-20
Page
Seite 651 (sequence 7)
Language
German
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Israeliten interessirt. Der Gefeierte wurde von den Mitgliedern des Festkomitv und einer Deputation von Israeliten in Lauchheim empfangen. Hier überreichte ihm Rabb. Adler aus Auftrag der Israeliten des Bezirks mit einer Anrede, in welcher er den gedrückten Zustand des Volkes Israel schilderte, als Zeichen der Dankbarkeit für seine Verwendung um Emanzipation der Juden einen sehr schön gearbeiteten werthvollen, silbernen/vergoldeten Pokal, wünschend, daß dies „der Becher des Heils" werde. Der Abgeordnete, sichtlich ergriffen, erwiderte sehr bescheiden, ablenkend oon seinem Verdienste, hinweisend auf die Zukunft, und was noch zu thun übrig bleibe. Auf dem Rathhause zu Bopsingen übergab Adler folgende Dankadresse Namens sämmtlicher Würtemberger mosaischen Glaubens. (Beilage I.)- Der' Abgeordnete erwiederte seinen Dank im Sinne seiner in der Kammer der Abgeordneten ausgesprochenen Grundsätze für Emanzipation der Israeliten. In zwei Sälen, in einem die Christen, im andern die Israeliten, fand ein Festessen statt. Der israelitische Lehrer, A. Elsässer, hatte ein Festgedicht verfaßt, auch einen Trinkspruch gebracht, wie sich die Israeliten der benachbarten prte überhaupt besonders hervorgethan haben. Der Beobachter enthalt ferner datirt aus Heilbronn Folgendes: Der hiesige israelitische Leseverein, der seine jährliche Generalversammlung im Monat September abhält, beschloß bei der diesmaligen Zusammenkunft einstimmig, dem Herrn Prälaten von Hafner, in Anerkennung seiner ständischen Wirksamkeit, einen silbernen Pokal nebst Adresse zu überreichen. Da der Verein, gegenüber von anderen Vorgängen dieser Art, doch einmal in der Zeit spät daran war, so wurde ferner beschlössen, init der Ausführung bis auf den Vorabend des Geburtsfestes unseres Königs es anstehen zu lassen. Dem zu Folge begab sich eine von dem Leseverein gewählte Deputation heute zu dem Herrn Prälaten von H., überreichte demselben einen schön gearbeiteten silbernen Pokal aus der Fabrik -von Peter Bruckmann, mit der Inschrift (nach Mal. 2, 7). „Des Priesters Lippen verkünden Weisheit: Und wahre Frömmigkeit lehrt sein Mund. Ein Bote des Herrn der Menschen ist er." in Begleitung folgender Adresse: „Was die Hochherzigsten und edelsten Männer der Nation fordern, was anderen Staaten längst gewährt, was wir seit.einer Reihe von Jahren zu . erkämpfen streben —Mit Freiheit des Gedankens—ihr haben Sie auf dem letzten Landtag so warm als kräftig das Wort geredet. Sie haben in vorderster Reihe gleicherweise für die Entfesselung der Presse, wie für die Entfesselung einer gedrückten und vielfach beschränkten - Religionsgenossenfchaft gekämpft. Wir fühlen uns zum Dank verpflichtet dem Manne, der durch des Wortes Zauberkraft den Geist der Unduldsamkeit zu beschwören, der der Humanität und dem Fortschritt den Sieg zu erringen, so eifrig bemüht war. Wir fühlen uns zum Dank verpflichtet dem hochwürdigen Diener der Kirche, der dem Geiste der Milde und der Duldung in der Frage der Israelitenemanzipation volle Geltung zu verschaffen sich bestrebte. Wenn wir es versuchen, diesem Dankgefühl Worte zu leihen, so folgen wir mehr einem Drange unseres.Herzens, als daß wir hoffen, das ausdrücken zu können, was mit uns Tausende der so wohlthätig von Ihren Worten Berührten fühlen." Genehmigen Sie rc. rc. Herr Prälat v. H. drückte in herzlichen Worten seine Ueberraschung aus und seinen Dank für die ihm erwiesene Ehre; versicherte, daß seine Worte für Emanzipation der Israeliten Erguß seiner innersten Ueberzeugung, in seinen religiösen Ansichten, wie in den Resultaten seiner Forschungen in der Geschichte tief begründet seien; für diese wie für alle Ideen eines-wahrhaften Fortschrittes werde er immer eifrig kämpfen; er könne die auch ihm erfreuliche Erfahrung mittheilen, in seinen Kreisen immer zehn für die Sache der Israeliten freundlich Gesinnte gefunden zu haben, gegen einen Gegner: er hoffe bestimmt, die kön. Regierung werde in ihren Vorschlägen an die nächsten Kammern mit den liberalen Beschlußnahmen dieser gleichen Schritt halten, und schloß mit dem Wunsche (theilweise mit bereits öffentlich von ihm ausgesprochenen Worten), daß, wo noch ein Konvolut von unvernünftigen und -für die Israeliten drückenden Gesetzesbestimmungen bestehe, solche baldigst abgeschafft, daß allerwärts die Tendenz möchte herrschend werden, in der Gegenwart und

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