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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-10-20 · Heft 43 (20.10.1845) · p. Seite 649

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 43 (20.10.1845)
Date
1845-10-20
Page
Seite 649 (sequence 5)
Language
German
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649 hasch., am Vorabend des Versöhnungstages, an diesem des Morgens und vor dem Schluß. Ueber die Gebetordnung am Versöhnungstage noch Folgendes. Am Vorabend wurde nach einem Chorgesang mit dem 103 Psalm angefangen, worauf die Predigt folgte, ein sehr schöner Choral nach einer Synagogenmelodie, worauf der Vorbeter deutsch, der Chor und die Gemeinde hebräisch nbaai nach alter Melodie. Es folgten i^nma, ttia, tpa'-iy a'n»», übi* nah«, 2>na, nai-ifco, n»«, laa'aan in deutscher Bearbeitung (außer dem 2aa); alsdann die "112a,av nbsn, theils deutsch bearbeitet, theils eingelegte Gebete. Das Sündenbekenntniß in ihr ist so: dran für '-dt *1573«« ein einfaches Bekenntnis, 'inzo Si73, pLn w, -wn, ein Bekenntniß der Gemeinde in stiller Andacht, (all' dies deutsch), Vorbeter deutsch: ■'‘iök psnb v*ir», üiba Mai?, Chor: übi? yns. — Das Morgengebet: Choral, übi^ pn«, mehre Segenssprüche, rroau *»nb«/ eingelegtes Gebet mit Choral, ba paa, naaa, laaa, p-irrb Twarr, i-iai nansr, *»a, aa ^a, n»», eingelegtes Gebet mit Choral, a"-> nbsn mit der mamp, eingelegten Gebeten und Choral, Sündenbekenntniß wie am Abend, Aushebung der Lora, np, Predigt, Priestersegen, Einhebung der Lora, Lodtenfeier, i^b*. Dieser Gottesdienst hatte um 9 Uhr angefangen, gegen 1 Uhr geendet; es folgten religiöse Vorträge: das Buch Jonah, aus dem Jesaias, Hiob, Bechinath-Olam, den Psalmen, Debarim. Um 4 Uhr begann der eigentliche Gottesdienst wieder mit ^aa; eingelegtes Gebet und Choral, die Pismonim kunstreich verwebt, inbsn mit üanp, t» hn«, nVian s-inN, Predigt, ausgewählte laaba imas, 2»a, aa -pna, ü*»Mb«jn rrin "n (7 mal). — Magdeburg, 14. Oktober. (Privatmitth.) Vor einiger Zeit besuchte uns hier vr. Lilienthal. Derselbe hat, nach langem Kampfe, seine Stellung in St. Petersburg aufzugeben sich entschlossen, da er dort dem Judenthume zu nützen nicht mehr absah. Er ist jetzt, nach einer Reise nach Paris, mit seiner Frau und mehren Verwandten nach Amerika abgegangen, um sich dort anzusiedeln. Unsere Leser werden von dort aus öfter Gelegenheit haben, Nachrichten durch seine Hand cntgegenzunehmen. Berlin, 14. Oktober. Nach den neuesten Zählungen hat Preußen in Mitten des 3.1845 in runden Summen 210,000 Juden, 9,500,000 Protestanten , 5,900,000 Katholiken. Die Zahl der Juden hat demnächst in den letzten V-\i Jahren um 15,000 zugenommen. Posen, 18. September. (Privatmitth.) Das hiesige israelitische Waisenhaus, das seit seiner neunjährigen Begründung sich der Segnung des Vaters aller Waisen erfreut, hat am 16. September e. ein neues Stadium seiner Befestigung erreicht: ein schönes, neuerbautes Haus hat an diesem Lage seine Weihe erhalten. Seit dem Jahre 1836 durch eine bedeutende Schenkung des edlen Baron v. Kotwitz sel. Andenkens fundirt, werden in diesem Institute zwanzig Waisenknaben, unter Aufsicht ihres eignen Oekonomen auf's Sorgfältigste gehegt und gepflegt. Die Mittel zur Erhaltung desselben werden von den sehr belasteten Korporationsmitgliedern bereitwillig auf das Wohlwollendste gespendet und Jeder freut sich, den armen Verlassenen Mithülfe zu bieten. Ein besondres Verdienst hat sich das wohllöbliche Direktorium um diese Anstalt erworben, indem es mit hingebender, väterlicher Liebe derselben stete Opfer bringt und dem unermüdeten Dirigenten, Herrn Peter Lippmann, stets an Eifer nachzustreben trachtet. Das zu dieser Feierlichkeit gedruckte Programm enthält in hebräischer und deutscher Sprache die hierzu eigends gedichteten trefflichen Gebete und Gesänge, welche ein gut eingeübtes Chor mehrerer hiesiger achtbarer Dilettanten im Verein mit den Waisenknaben unter Leitung des Herrn Musikdirektors Vogt trefflich exekutirten und. zwischen welchen der Mitdirektor, Herr S. Meschelsohn, von vergüten Sache tief ergriffen, eine dem edeln Zwecke trefflich angepaßte Rede hielt, die wie' immer ihre Wirkung auf die zahlreichen Zuhörer der verschiedensten Konfessionen gewiß nicht verfehlen wird, und worüber sich auch die anwesenden hohen Behörden auf's Wohlwollendste ausgesprochen. So uneigennützig und edel die Hingebung des respekt. Vorstands dieser Anstalt auch ist und so sehr er es auch verschmäht, sein Wirken mit Geräusch zu veröffentlichen, so sei demselben dennoch hiermit der öffentliche Dank ein vollgültiges Zeugniß, daß sein redliches Mühen und Walten allseitige Anerkennung findet. Das Direk-

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