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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-10-13 · Heft 42 (13.10.1845) · p. Seite 638

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 42 (13.10.1845)
Date
1845-10-13
Page
Seite 638 (sequence 6)
Language
German
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638 Ünsers Erachtens kann nur, wenn etwas für die Erhaltung der Religion geschehen soll, eine jüdische Schule, wo der hebräische Unterricht einen wesentlichen Theil der Lehrgegenstände ausmacht, für die Jugend begründet werden. Berlin, den 20. Januar 1845. Das Rabbinat der hiesigen Judenschaft.' Oettinger. E. Rosenftein. C. „Auf die vom hiesigen wohllöblichen Vorstande an uns ergangene verehrliche Anfrage ob der Vorschlag des Hrn. vr. Sachs verwirklicht werden soll, antworten wir Unterzeichnete hiermit, daß unser früherer Bescheid kein bloßer Rath, sondern eine bestimmte, auf Gründen beruhende Entscheidung war, welche wir hiermit durch Belege bekräftigen wollen. Menachoth Fol. 32 (nb '*1 mtt37a) heißt es: wenn selbst der Prophet Elias sagen sollte, daß ein allgemein bestehender Gebrauch abzuschaffen oder zu verändern sei, so ist ihm kein Gehör zu schenken. b»3»d l^bin. ■pa u-pb« “idiso d« las-rt-‘iddtt ib Ebenso ist aus Mhrik Schoresch 1. Oueph 8 und 9 ('a 'n tp* n id-tsö und aus Magen Abraham Hilchoth Megillah (nbna r^idbn "rr zu ersehen, daß ein Gebrauch, der von gelehrten Talmudisten, die das Vertrauen der jüdischen Gesammtheit besaßen, eingeführt worden, selbst gegen die Halachah (Ndb^) seine Gültigkeit hat. Ein wohllöblicher,Borstand wird demnach einsehen, daß wir nicht berechtigt sind, alte, ehrwürdige Gebrauche von anerkannten Autoritäten zu verwerfen. Auch ist von solchen Veränderungen, wodurch, wie die Erfahrung lehrt, die maßlosen Anforderungen unberufener Reformer nur bestärkt werden, mehr Schaden als Nutzen zü erwarten. Selbst ein bloßer Versuch dieser Art ist durchaus unstatthaft; denn ist er mißlungen, so kann er nicht wieder gut gemacht werden. Wir müssen also, nach unsrer festen und besten Ueberzeugung jede weitere Abänderung für unzulässig erklären. Berlin, den 4. August 1845. Das Rabbinat. I. I. Oettinger. E. Rosenftein. Rabbinatsverwalter. ' Rabbinatsassessor. (Fortsetzung folgt.) Zeit«ngsna«Hrichten. Preußen. Berlin, 7. Oktober. (Privatmitth.) Der Gottesdienst der „Reformgenossenschaft" am Rosch Haschanah-Fefte ist ganz ausgezeichnet vor sich gegangen. Wir behalten uns eine ausführliche Darstellung vor, wenn der Jom-Kippur-Gottesdienst vorüber ist. Die Theilnahme steigerte sich vom ersten auf den zweiten Tag des Neujahrfestes in einem ungemeinen Maße, so daß sie sich auf den Versöhnungstag ganz entschieden ausgesprochen hat. Die Predigten werden dem Druck übergeben werden. —. Nach den Festen wird die Wahl neuer Vorstandsmitglieder der hiesigen Gemeinde vor sich gehen, die diesmal ganz besonders eine bedeutsame sein wird. —. In der Synagoge fand von den beabsichtigten Reformen im Gottesdienste bis jetzt keine statt. —. —. In Königsberg versucht man ebenfalls eine bedeutende Umgestaltung des Gottesdienstes zu bewirken. Die Stabilen haben eine Gegendemonstration durch eine, mit 40 Unterschriften versehene Addresse an den Vorstand, versucht. — In Lissa findet ein großes Zerwürfniß über die Wahl eines Rabbinen, nach dem Tode des bisherigen," statt, indem eine große Partei einen wissenschaftlich gebildeten berufen will. — In Danzig und Nord Haufen sind in der jüngsten Zeit neue Synagogen feierlich eingeweiht worden. Breslau, im September. (Privatmitth.) Das Leben einer großen Gemeinde, wie der unfern, bietet in seinem buntverwirrten, tausendfältig zerfaserten Organismus zuweilen Lichtmomente dar, die neben der allgemeinen Wirrniß und Verschrobenheit ein erhebendes Bild der noch vorhandenen lebendigen Kraft, der noch übrigen kräftigen Regsamkeit zeigen, und solche einzelne Erscheinungen sind es, die die Hoffnung auf eine besser und schöner sich gestaltende Zukunft in uns erhalten. Unsere Gemeinde ist in dem Streben nach Fortschritt nicht zurückgeblieben, sie hat trotz aller Machinationen unsrer bigotten Opposition einen feierlichen Gottesdienst mit Chor und Predigt, sie erfreut sich.mancher schönen, den gläubigen Sinn fördernder. Institutionen, und. wenn

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