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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-09-29 · Heft 40 (29.9.1845) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 40 (29.9.1845)
Date
1845-09-29
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 bötkg, alle vom Feinde erkauften Gegenstände für eigene Rechnung zu behalten und dem Aerarium eine Aufbesserung von 20°/o über den Einkaufspreis davon zu geben, wenn ein oder der andere von den eingelösten Gegenständen nicht als nützlich oder preiswürdig befunden. werden sollte. Nicht nur daß diese oft wiederholten Einlösungsgeschäfte sein Vermögen, seine Thätigkeit und bei den, häufigen damit verbundenen raschen und beschwerlichen Reisen auch seine Gesundheit in Anspruch nahmen, waren sie auch häufig mit den größten Gefahren für seine persönliche Sicherheit verbunden; so unter andern — um für viele Fälle nur einen aufzuzählen — im Jahre 1805, wo er von dem General, nachher Marschall Mortier durch 4 Tage in Brün unter Bewachung von 6 Gensdarmen festgehalten, und mit dem Erschießen bedroht wurde, wenn ' er hievon nach Wien Nachricht zu geben versuchen sollte (Mortier wollte seine durch den Grafen Wrbna angeordnete Reise nach Holitsch zum Kaiser Franz, um wegen der Einlösung eines Artillerie-Effekren- Rückkaufs die nöthigen Weisungen einzuholen, verhindern). Nur durch seine seltene Geistesgegenwart gelang es ihm dennoch/seinem Auftraggeber von der gewaltsamen Gefangennahme Kenntniß zu geben, wodurch dann Mortier selbst den Befehl seiner Freilassung ertheilen mußte. Unter vielen ihm wegen derartigen Diensten gewordenen Anerkennungen — selbst'der Generalissimus Erzherzog Karl bezeugte ihm in einem besonder» Schreiben seinen Beifall und.vollkommene Zufriedenheit — mag hier nur ein Erlaß des Prinzipal - Hofkommiffärs Grafen von Wrbna angeführt werden, welcher Lämmel darüber belobte, „daß er bei den französischen Jnpasionen die ihm aufgetragenen Geschäfte mit dem größten Eifer besorgt, dem höchsten Aerar dadurch die wichtigsten Dienste geleistet und hierüber die sprechendsten Beweise seiner Redlichkeit, Uneigennützigkeit, unerschütterlicher Treue gegen seinen Monarchen, mit persönlicher Aufopferung als auch mit Hintansetzung seiner ausgebreiteten Handlungsgeschäfte an Tag gelegt und sich dadurch der allgemeinen Achtung im vollsten Maaße würdig gemacht habe." Außer den zahlreichen derartigen aufopfernden Gefchäftsnegationen zur Wahrung der Interessen des Aerars während der bedrängnißvollen Kriegsepoche von 1801 bis 1809 bewährte sich sein' stets willfähriger Patriotismus auch in bedeutenden Vorschüssen Die er sehr häufig dem Staate leistete; so im Jahre .1800 bei den großen Kontributionszahlungen an das französische Gouvernement, damit die feindlichen Truppen Wien verließen, und ferner in demselben Jahre, wo zu Ende des unglücklichen Krieges das k. k. Prager Münzamt zur Deckung einer beträchtlichen Staatsanweisung in Conv. M. verlegen war, da Niemand auf dem Platze die Mittel schaffte, und er den erforderlichen, bei der damaligen Geldnoth doppelt wichtigen namhaften Betrag aus Eigenem vorschoß ohne Entgelt) an Provision und Zinsen. Wie seine Geschäftsthätigkeit und seine Geldmittel, widmete er auch seine Person als loyaler Unter» than dem Dienste seines Monarchen und Vaterlandes bei Errichtung der böhmischen Legion und Landwehr im Jahre 1809; Vater von 7 Kindern und Chef eines großen Handlungsgeschäftes, das in der damaligen drangvollen, alle Verhältnisse erschütternden Periode die unausgesetzteste Aufmerksamkeit erheischte, war er doch der erste unter seinen Glaubensgenossen, der sich zum bürgerlichen Militärdienste freiwillig anbot; durch dieses Beispiel und seine beredete Aufforderung gelang es auch , mehrere andere Hausväter unter seinen Konfessionsgenoffen hiezu zu bewegen. — Im Jahre 1813 ernannte ihn der Feldmarschall Fürst Schwarzenberg zum Armenkommissär, mit mehreren Berechtigungen, z. B. freier Einquartirung u. s. w. als Auszeichnung seiner auch bei dieser Befreiungsepoche thätigen Hülfleistung bei den Armen und im Hauptquartier. ' Solche lang fortgesetzte wesentliche Verdienste konnten nicht unbelohnt bleiben, und obwohl er sich mit

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