Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 40 (29.9.1845)
- Date
- 1845-09-29
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
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3 muthvolles Benehmen' sein ans diese Schiffe erwor benes Anrecht geltend zu machen und durchzuführen, worauf er das ganze Depot wieder in die Hände des Aerars brachte. Eben so wußte er im Jahre .1809 alles zu Klosterneuburg vorräthige an ärarifchem Pontons- und Fuhrwesenholz, das damals fürs Militärärar von ungewöhnlichem Werthe war, an sich zu bringen, und, gleichzeitig 9000 Ctr. Zwieback, das außer dem hohen Preise auch aus Verpflegsrücksichten von großer Wichtigkeit war. Diese durch seine klugen Einleitungen um eine Kleinigkeit erworbenen für den Staat so werthvollen Objekte übergab er sofort wieder dem Aerar ohne Gewinn, Provision oder sonstigen Anspruch für dabei gehabte, mit persönlicher Gefahr verbundenen Mühewaltung.— Im Jahre 1805 wurde er von dem damaligen Chef des Finanzwesens, Grafen Czichy nach Linz beordert, um die vom Feinde dort in Beschlag genommenen ärarischen Vorräthe an Salz und Taback zurückzukaufen; der durch die glückliche Durchführung dieser Operation dem Staate gesicherte Vortheil repräsentirte allein schon einen Betrag von mehr als 700,000 fl. Kaum von dieser Mission nach Wien zurückgekehrt wurde er von dem Prinzipalhofkommissar Grafen Wrbna mit dem wichtigen Geschäfte des Rückkaufs der in Feindeshand befindlichen Artilleriegegenstände beauftragt. Die Schwierigkeiten dieser Unterhandlungen sind leicht zu ermessen, wenn man berücksichtiget, welch großen Werth der Ruhmesdurst der französischen Befehlshaber darauf legte, Artilleriegeschütz und Waffen aus allen Landen als Trophäen nach Paris zu schleppen. Ungeachtet der vielen „Gefahr, Mühseligkeit ja selbstMishandlung, die er vom Feinde erfahren mußte", führte er dieses Geschäft eifrig, durch und mit so. glücklichem Erfolge, daß ihm von dem erwähnten Grafen Wrbna hierüber die belobende Anerkennung ertheilt wurde: „Seine unverdrossene Mühe, Verwendung Uneigennützigkeit und Rechtlichkeit, die er hierbei abermals zum Vortheil des Aerars auszeichnend bewiesen, haben die k. k. Artillerie-Direktion, die Hoskammer, die Finanzhofstelle, so wie denLandesfürstlichen Hofkommissär zur allerhöchsten Kenntniß zu bringen sich verpflichtet erachtet." Die Artillerie-Direktion bezeugte ihm, daß er allein bei einer einzigen im Jahre 1805 bewirkten ArtiÜerieeffekten-Einlöfung vom Feinde dem Staate 2,141,127 fl. 29 kr., durch seine Betriebsamkeit und geschickte Einleitung .an Nutzen verschafft habe, „daß er Gefahren, Mühen und bedeutenden Kostenaufwand erfahren, um ein so augenscheinlich günstiges Resultat für den Dienst Seiner Majestät zu erringen, daß er aus patriotischer Gesinnung jederProvision und jedem billig gebührenden Geldnutzen entsagt, sich daher um den a. h. Dienst Sr. Majestät die wesentlichsten Verdienste erworben, und der Merkmale der a. h. Huld und Zufrie» denheit im vorzüglichsten Maaße würdig gemacht hat." Einen andern Rückkauf sehr wichtiger vom Feinde in Beschlag genommenen Artillerieeffekten, besorgte er im Jahre 1809 nach Auftrag des damaligen Landeskommiffärs und Oberstburggrasen von Böhmen, nachherigen Finanzminister Grafen von Wallis. Er verschaffte hierbei dem Staate einen Nutzen von mehreren Millionen, und die ihm aus diesem Anlasse von dem Feldmarschall-Lieutenant Unterberger ertheilte Belobung bestätigt amtlich: „daß er durch seine rastlose Mühe, Geschicklichkeit und Eifer, dieseArtikel des Artilleriebedarses unter dem halben Werth des Ankaufes, viele selbst unter 7* des Werthes erkauft uud dadurch dem Aerarium einen sehr namhaften Nutzen zugewendet habe." Für seine bei solchen Einlösüngsgeschäften an Tag gelegte seltene Uneigennützigkekt, und daß er, dabei nur den Motiven der loyalsten Anhänglichkeit für den Kaiser und das Vaterland folgte, zeugen unter andern die Thatsachen , daß er z. 33; mehrmalige Gratifikationen, dann Gewichts- und' Maaßbonist'kativnen, die' ihm im Betrage mehrerer Hunderttausende Franrs vom Feinde zu Gute gerechnet wurdendem Aerarium venechnete und übergab: Anderseits war er bei Uebernahme der Einlösungsauftrage er-