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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-09-29 · Heft 40 (29.9.1845) · p. Seite 609

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 40 (29.9.1845)
Date
1845-09-29
Page
Seite 609 (sequence 5)
Language
German
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609 ihrem Interesse durch Zulassung der Juden gefährdet glauben. Chrifttania, 12. September. DieAenderung des §. 2, so daß Juden in Norwegen Einlaß haben können, hat zwar abermals eine bedeutende Majorität erhalten, ja eine größere als das vorige Mal, indeß nicht die erforderliche (2/a), um eine Aenderung des Staatsgrundgesetzes zu bewirken. Wallachei. Krajowa, 25. August. (Privatmitth.) Die Toleranz der wallachischen Regierung zeigte sich neuerdiygs, indem sie allhier einen Israeliten als Kreisphysikus des Distrikts angestellt hat. Indeß ist, was. ein Artikel aus Bukarescht in der Berliner mediz. Zentralztg. vor. Jahres sagte, daß die'meisten und vornehmsten der in der Wallachei praktizirenden Aerzte jüdischen Glaubens sind, unwahr. Die meisten und vornehmsten der hier praktizirenden Aerzte sind Griechen, worunter manche sehr humane Männer, wie z. B. der Protomedikus, der seiner konsequenten Toleranz und Rechtlichkeit willen die öffentliche Anerkennung verdient. Jüdische Aerzte giebt es wenige, und unter diesen ist es wieder nur Wenigen gelungen, sich eine erträgliche Subsistenz zu schaffen. — In Bukarescht wird jetzt die Allg. Zeitg. d. Judenth., die vor einigen Jahren nur noch in einem Exemplar herkam, sehr viel und mit warmen Interesse gelesen. Wie überall im Osten ist' sie auch hier, die vorzüglichste Bahnbrecherin für Kultur und wissenschaftliche Bildung unter dm Juden. Personal- und Lokalnachrichterr. GLückstadt, 15. September. (Privatmitth.) Als einen erfreulichen Beweis der vorurtheilsfreien und humanen Gesinnung unsres.Monarchen dürfen wir es ansehen, daß allerh'öchstderstlbe bei seiner Anwesenheit in Glückstadt sich besonders huldreich gegen die Deputation der jüdischen Gemeinde aussprach. — Der Rabbiner, vr. Heilbut, (jetzt erw. Landrabbiner. für die Herzogthümer Bremen und Verden), Halle die Ehre zur königlichen Tafel und Soiree zugezogeu zu werden und Se, Majestät spater auf der Eisenbahn mit dem KönigSzuge nach Elmshorn zu begleiten. Literarische Nachrichten. LeiptttS, 10. September. (Die hebräische Journalistik in Oesterreich.) Es muß jeden Freund der hebräischen Literatur innig freuen, in einer Zeit, wie die unsrige, wo man das Hebräische allmälig aus der Schule verdrängen, wo man es gänzlich aus dem Gotteshause verbannen, mit einem Worte, wo man ihm den letzten Todesstoß versetzen will, Unternehmungen auftauchen zu sehen, die es vor dem bedrohlichen Verfall schützen und dem Volke wieder Liebe zu seinem eignen Ekgenthum abgewinnen wollen. Freilich darf man sich von dergleichen Unternehmungen keine sanguinischen Hoffnungen machen; noch weniger darf man auch die gerknge'Theilnahme des Publikums als eine Apathie schelten wollen, denn unendlich sind die Schwierigkeiten, die sich gleich beim Beginnen gegen ein solches Institut auflehnen, die es auch oft nur in einer solchen verkümmerten Gestalt erscheinen taffen, daß dabei dem. Publikum jede Lust vergeht. Seit Mendelssohn, der auch hierin den ersten Impuls gegeben hat, wurden vielfache Versuche, auf längere und kürzere Dauer, gemacht, und haben wir jetzt wirklich eine vollendete hebräische Journalistik, so muß man es doch herzlich bedauern, daß ihr der Nationaltypus fehlt, daß wir darin ein in hebräischer Sprache hecausgegebenes Blatt vermissen. Die Bi kure Hal'ttim sind langst eingegangen, die Ke rem Chemed scheinen auch schon das Zeitliche gesegnet zu haben und es fehlt nun gänzlich an einem derartigen Organ. Mit Freuden begrüßen wir nun die schöpferische Thatigkeit, die sich jetzt kn unserm Vaterlands, auf diesem Gebiete entfaltet. Seit ohngefähr der Mitte des vorigen Jahres wurden verschiedene, nicht sehr glückliche Versuche gemacht; nämlich: von'M. E. Stern mit dem ersten Hefte der verunglückten Bikure Halt tim neue Folge, dann später unter anderm Namen herausgegebenen Kochbe Jizchak (priir» ^212), endlich den von I. Reggio und I. Busch herausgegebenen, in Form eines Almanachs erschienenen neuen Bikure Haittim. Der beiden Hefte der Zeitschrift Jeruschalajim, Lemberg, ist bereits in diesen.Blättern Erwähnung geschehen, und wir werden vor der Hand keine Notiz davon nehmen, weil sie schwerlich über ihr Vaterland hinaus bekannt sein werden. Wir wollen nun in Kürze den Inhalt dieser Werke besprechen und halten uns dabei natürlich an die chconologische Ordnung. — Herr M. E. Stern hat.

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