Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 40 (29.9.1845)
- Date
- 1845-09-29
- Page
- Seite 608 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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608 welchem Verhältniß dieselbe zu der der Gesammtmonarchie, und in welchem zu der Europa's stehet und höchst betrübend dürften sodann die Folgerungen werden: ' Oesterreichische Monarchie: Oesterreich u. d. Ens zählt 3,000 Juden. - ob d. - * — Steiermark - — Ober-Jllyrien - 10 Oesterreich. Küstenlande - 4,200 Tyrol - 1,000 Böhmen - 72,000 Mähren, Schlesien - 38,000 Lombardei—.Venedig - 7,500 Galizien -270,000 Ungarn u. seine verbundenen Land'er: 118,210 I. 277,500 Ungarn Siebenbürgen Slavon. Kroatien Dalmatiens Militärgränze -268,076 3,800 1,374 500 550 somit die ungarischen Erblande: 274,300 Die österreichische Monarchie: Rußland - 700,000*) Krakau - 8,800 Preußen -185,000 Deutsche Bundesstaaten -110,000 670,010 I. Dänemark England Holland Belgien Frankreich Italien Jonische Inseln Türkei 7,200 - 14,500 - 66,000 - 20,000 - 72,000 - 33,600 - 6,500 -744,000 1,967,600 somit die Gesammtzahl aller. 2,637,610 I. Ungarn zählt somit mehr als den Drittheil israel. Bevölkerung von der Gesammtmonarchie und den *) Da hier Polen bei Rußland eingeschlossen ist, so sind 700,000 viel zu wenig, da nach den offiziellen Berichten schon anderthalb Millionen in Rußland und Polen gezählt werden. Redakt. zehnten Theil von der ganz Europa's. Diese 274,300 Israeliten in Ungarn waren noch vor 15 Jahren nicht zum Bewußtsein gekommen, daß sie existirten, hatten von Gemeinsinn, von Jneinanderwirken in ihren gemeinsamen häuslichen und kirchlichen Verhältnissen keine Idee; da heißt es plötzlich Anno 1839, die Toleranztaxe der Juden Ungarns werdea'ufgehoben und nur die rückständige Schuld werde eingetrieben, und siche da, es kommen in Pesth, weil eben Markt gehalten wird, mehrere Gemeindevorsteher zusammen und weil sie eben da sind, konstituiren sie sich als Deputirte. Man würde keinen Anstand nehmen, alle jene Vorsteher einer Gemeinde, die sich durch Geist und Herz berufen fühlen, als befugt anzuerkennen sich auch Volksvertreter zu nennen, doch fordere ich hiermit offen alle Herren, St. in A. und L. H. in Ep. ausgenommen, auf, habt ihr auch dieser euch willkürlich vindizirten Ehre und Benennung Genüge geleistet? Anstatt zur Zeit der Debatten am Reichstage in pleno anwesend zu sein und mit allen euch zu Gebote stehenden Mitteln die Sache der euch vertrauenden 274,000 Seelen zu fördern, wäret ihr überall, nur dort nicht, wo ihr sein solltet; ein Prositchen in Pesth, Wien oder sonst wo, zog euch' ab von den Pflichten eurer.gewiß heiligen Sendung. Um jedoch in ein näheres Detail einzugehen, thut es Noth, jene Mängel zu rügen, die jedes Durchgreifen verhindern, was wir in einer nächsten Nummer bringen wollen. L. Norwege ii. Stockholm, 10. September. Der Storthing in Norwegen wird sich nun bald mit der Frage über die Zulassung der Juden beschäftigen, da . dieselbe noch in dieser Session erledigt und die Verhandlungen Anfang Oktober geschlossen werden sollen. Man ist in Norwegen selbst auf die Entscheidung dieser für die Zukunft des Landes in gewerblicher und industrieller Hinsicht höchst wichtigen Frage sehr gespannt, um so mehr, als im Storthing selbst die Stimmen sehr getheilt sein sollen. Auf der einen Seite steht der intelligentere Theil der Storthingmitglieder, meist aus Staatsbeamten und Geistlichen bestehend, aus der andern dagegen die Repräsentanten des Handels- und Bauernstandes, die sich in