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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-09-29 · Heft 40 (29.9.1845) · p. Seite 606

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 40 (29.9.1845)
Date
1845-09-29
Page
Seite 606 (sequence 2)
Language
German
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606 in Ungarn geschrieben worden", so erklären wir ihm, daß -er MW -im Irrthum sei, und ist dies von seiner Seite wol nur eine Verwechslung!! Die Redaktion. Oesterreich. Aus Mähren, 15. September. (Privatmitth.) Dir nikolsburger Gemeinde ist mit ihrem Gesuche um Berufung des Hrn. Landrabb. Hirsch in Emden abschläglich beschieden worden. So, ist denn die Wahl eines obersten Geistlichen der Provinz abermals verschoben, obschon bereits drei Jahre darüber verstrichen sind. Paper, im September. (Privatmitth.) In den ersten Lagen dieses Monates verließen die von auswärtigen Rabbinen eingeholten Gutachten die Presse. Dieselben erschienen unter dem Titel: Zulässigkeit und Dringlichkeit der Synagogenreformen, begutachtet von vorzüglichen in- und ausländischen Rabbinen; und enthalten 21 Stücke der in Gutachtenform hierher gelangten Briefe. Die Herausgeber sprechen in einem Vorworte ihre Veranlassung und Absicht aus — und haben hier im Orte über 100 Exemplare gratis vertheilt; die übrigen werden, da auch von auswärtigen Gemeinden darum angefragt wurde, in einen pesther Buchladen (Kilian) kommen/und der etwaige Ertrag ist für den Ankauf einer Bibliothek der neuern jüdischen Literatur bestimmt. Die von Schmid- und Busch'sche Handlung in Wien hat die Weisung, jedem der Herren Rabbiner, dessen Gutachten erschienen ist, ein Exemplar zu übermachen, welches selbige nebst dem im Vorworte ausgesprochenen Danke als Zeichen innigster Verehrung annehmen mögen. —l. Aus Ungarn und -Oesterreich, im September. (Privatmitth. Erster Artikel.) Wenn eine Partie Schach verloren gegangen, so ist der einzige Gewinn des Verlierenden die Erkenntniß seiner aus begangenen Fehlern hervorgehenden Schwäche und er merkt für den nächsten Feldzug, wenn er ihn wieder wagen will, wo er zuerst gefehlt .und der Gegner es sich zu Nutzen gemacht. — Der Landtag von 18*3/44 ging zu Ende und wir müssen gestehen, daß im Verhältnisse von 183^0 für die Juden eher Schritte zurück als vorwärts bezweckt wurden.' Die jüdischen Volksrepräsentanten Ungarns scheinen vom Berufe ihrer Sendung und von dem, was 4hre Klienten durch sie erbitten ließen, keine klare Idee gehabt zu haben, denn es'wäre doppelt sträsiich, die heiligsten Interessen eines bedrängten Volkes so fahrlässig, so konträr zu vertreten — die Herren I. Steinitzer in Arad und L. Holländer in Eperies ausgenommen, war nicht Einer unter allen den beim Landtage in Preßburg und den Vorsitzungen in Pest anwesenden israel. Landesdeputirten, die durch Bildung ihres Herzens oder des Geistes befähigt wären, mit wahrem Eifer und ausschließlicher Bemühung einer so wichtigen und heiligen Sendung nachzukommen. Der schmähliche Erfolg hat es zur Genüge gezeigt. Ich werde späterhin auf die genaue Konstatirung dieser Behauptung zurückkommen und will vor der Hand beleuchten, wer diese Abgeordneten sind und überhaupt durch welche Veranlassung ihre Volkssttzungen in Pesth seit einigen Jahren stattflnden — Die Juden Ungarns sind ihren christlichen Brüdern im Lande in Bezug der ungeregelten, noch heut zu Tage chaotisch verwirrten Verfassung ganz analog, nur mit dem Unterschiede, daß die Verwirrung, bei uns noch viel größer war und ist. — Vor 1825 war das mit der freisinnigsten Konstitution beschenkte Volk Ungarns als wie in einen ewigen Schlaf versunken und schien sich noch immer von den Strapazen im Türkenkriege nicht sattsam erholt zu haben; die Magnaten trommelten, wenn sie schon nach zehn Jahren einmal zum Landtage erschienen, auf ihren feisten Bäuchen, und es spielte die größte Rolle wer die schönsten Läufer, die prachtvollste Equipage mit sich gebracht; sie fuhren .in dulci jubilo wieder davon; ob nun das kontribuirende Volk daheim in Elend schmachtete oder nicht, daran dachten sie kaum im Traume, geschweige, daß sie von und über Juden die geringste Notiz genommen. Die Ständetafel hatte damals noch keine Bedeutung. — Seit 15—20 Jahren kam das^Volk zum Bewußtsein und mit den Wünschen Aller erwachten auch die unseren. Altofen, Preßburg/ Arad, Ujhely und in neurer Zeit Pesth waren jene Gemeinden, die fast ausschließlich auf die Bestrebungen (insofern solche zu finden sind) der anderen reagirten; so lange Altofen und

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