Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-09-22 · Heft 39 (22.9.1845) · p. Seite 602

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 39 (22.9.1845)
Date
1845-09-22
Page
Seite 602 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3225389-3225429--07220-3237095
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

602 tischen Prinzipien, auf welchen dasselbe beruht, nicht miltheilte, so empfahl ihn dennoch Alexander von Humboldt an Se. Maj. den König von Preußen, der damals zum Jubiläum der Universität in Königsberg war. Dort empfing ihn der König, ließ sich seine zwei Rechenmaschinen zeigen und entließ ihn mit den Zeichen allerhöchstihren Wohlwollens. Durch solche Erfolge ermuntert, faßte er den Gedanken, mit seinem Instrumente auf den Demidoff'schen Preis, den die Petersburger Akademie jährlich für die in Rußland erscheinenden, besten literarischen Leistungen vertheilt, zu konkurriren. Durch seinen Wohlthäter, den edeln Matthias Rosen, wurde er den höheren Kreisen Warschaus empfohlen, empfing von Sc. Durchlaucht, dem Stadthalter Fürsten von Warschau einen Beitrag zu der Reise nach Petersburg und machte sich, von Rosen reichlich unterstützt, auf den Weg. Alexander von Humboldt's Schreiben führte ihn bei Sr. hohen Exzellenz, dem Herrn Minister der Volksaufklärung, v. Uwaroff ein, der ihm die freundlichste Aufnahme angedeihen ließ. Er empfahl ihn in einem eigenhändigen Schreiben an die Akademie, die ihn zu einer ihrer Sitzungen dann offiziell einlud. Der berühmte Astronom der pulkowaer Sternwarte, an den er von dem Geheimrath Bessel empfohlen war, bevocwortete seinen Eintritt in die Sitzung, in der ec feine Erfindung mittheilte. Sie erwarb sich von'ihrer praktischen Seite den allgemeinen Beifall der Mathematiker und Astronomen der Akademie, die die Herren Fuß und Bunjakowski mit der Prüfung der theoretischen Seite des Recheninstruments beauftragte. Wir haben in einem frühem Berichte die. glänzende Antwort derselben mitgetheilt und erzählt, wie die Akademie in ihrer öffentlichen Sitzung vom 26. Mai c. feierlichst Herrn Slonimski den Demidoff'schen Preis zuerkannte, wie sie ihn der besondecn wohlwollenden Berücksichtigung des Herrn Ministers ^empfahl und ihn aufforderte, ein zweites von ihm vorgeschlagenes Recheninstrument für Addition und Subtraktion mit Brüchen und ganzen Zahlen anzufertigen und der Akademie vorzustellen. In einer Sitzung legte er dasselbe vor. Auch dabei war er von der Unzuverlässigkeit eines Mechanismus ausgegangen, der alle Maschinen für den allgemeinen Gebrauch unmöglich macht und darum vermieden, werden muß. Auch dies Instrument erwarb sich den vollen Beifall der Akademie, die den wirklichen Staatsrath von Östrogradski mit der Beurtheilung desselben beauftragte. Das Urtheil desselben siel überaus glänzend aus, und ersuchte die Akademie, Herrn'Slonimski mit allen Mitteln zu unterstützen, die nur zu ihrer Verfügung stünden und ihm zu thatigem Fortarbeiten aufzumuntern. Der Präsident der Akademie, Herr Minister von Uwaroff, der den Erfindungen seine volle Theilnahme schenkte, stellte nun Herrn Slonimski Sr. kais. Maj.. zu einer Belohnung vor und nach zwei Tagen erfolgte folgender Ukases: „Ukas an den dirigirenden Senat. Dem Hebräer, Selig Slonimski, gebürtig aus der Stadt Bialystok, befehlen Wir allergnädigst, zur Belohnung für seine gelehrten und nützlichen Arbeiten im Gebiete der Mathematik, in den persönlichen Ehcenbürgerstand zu erheben. Peter Hof, d. 26. Juli 1845. ' (gez.) Nikolai I." Möge diese Anerkennung von Seiten der höchsten politischen, wie die Ermunterung von Seiten der höchsten wissenschaftlichen Stelle Rußlands recht freudig auf das Gemüth des jungen, bescheidenen Mathematikers wirken, daß er, der mit so seltenem Geiste begabt ist, der Wissenschaft noch recht nützlich werde und sie mit ferneren gediegenen Arbeiten bereichere. — vr. Lilienthal. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1h»Ngr. (I gGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandtung. Gesuch e. Bei der Unterzeichneten israelitischen Gemeinde wird zum nächsten *püin rn ein Religionslehrer/ Schächter und Vorbeter gesucht. Die Stelle trägt bei freier Wohnung, Kost und Feuerung ein jährliches Gehalt von 100 Thlr. Pr. Krt. ohne Nebenakzidentien. Hierauf Reflektirende wollen ihre Zeugnisse portofrei einsenden an den Vorstand der israel. Gemeinde zu Hagerow in Mecklenburg-Schwerin. Hagerow im September 1845.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.