Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 39 (22.9.1845)
- Date
- 1845-09-22
- Page
- Seite 600 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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600 der Christen sein, nicht „auch der Juden", wie der Aufsatz sagt, denn die Juden haben ja bis jetzt wegen geringer Anzahl noch keine Gewalt dazu. Die Christen müssen Hand anlegen, und die Juden haben ihnen dafür keinen Dank zu sagen." Personal- und Lokalnachrichten. Moskau. Wie gering die Zahl der hier verweilenden Juden ist, ersieht man-daraus, daß in 15 Jahren (1829 — 1843) nur 55 Juden geboren (30 Knaben, 25 Mädchen), 60 verstorben sind (36 männliche, 24 weiblichen Geschlechts.) Wien, 7. September. Der bei den Vorgängen in Damaskus so rühmlich bekannt gewordene österreich. Konsul Me rlato (Israelit) ist für den neu zu errichtenden Posten in Tripolis designirt. Korrespondenz. Rlissisch-ji'idische Skizze». 27. Mai St. Petersburg, den—8~"l3inü ( Schluß.) Durch dieses Recheninstrument, das, wie ich Ihnen schon früher berichtet von der Petersburger Akademie der Wissenschaften mit dem Demidoff'schen Preise gekrönt wurde, hat Selig für immer sich einen bleibenden Namen in der Geschichte der Mathematik erworben und überhaupt für die Recheninstrumente eine neue Bahn angebrochen. Was bisher in diesem Fache geleistet worden, beruht größtentheils auf mechanischen Vortheilen. Nepper, Paskal nnd unzählige Andere verfertigten solche Maschinen; Leibnitz verwendete eine lange Reihe von Jahren hindurch alle seine Musestunden und mehr als 24,600 Thlr. auf Anfertigung einer solchen; Hahn, Stern, Müller arbeiteten solche Maschinen und zuletzt noch fertigte Babbage in London eine Maschine an, die der Regierung schon mehr als 119,000 Thlr. kostet und erst bis zur Hälfte fertig ist. Allein alle diese Maschinen konnten sich keinen allgemeinen Eingang verschaffen, theils weil sie zu kostspielig sind, theils weil der Rechner sich auf einen zerbrechlichen Mechanismus verlaßt. Eine zerbrochene Feder muß ein falsches Resultat liefern, und eben diese. Befürchtung beraubt den Rechner der Beruhigung, die. das Manipuliren mit Zahlen inftinktmaßig verlangt. Slonimski erfaßte daher den richtigen Gedanken, daß man nicht eine Maschine, sondern ein Instrument erfinden müsse, das ohne zerbrechlichen Mechanismus wirke und auf einem mathematischen Prinzip beruhe, das ein.Mal für alle Mal. bewiesen, die nöthige Beruhigung biete. Und mit vielem Scharfsinn, sagt die Petersburger Akademie, löste er diese beiden Fragen. Das von ihm erfundene Multiplikations- und Divlsionsinstcument giebt jedes Mal die mathematische Gleichung, auf der das Verfahren theoretisch beruht, so wie das gesuchte Resultat. — Von Bessel in Königsberg wurde er auf's Beste an die berliner Akademie empfohlen; noch ein andrer Umstand begünstigte aber vorzüglich sein Auftreten in Berlin. Er hörte daselbst, daß das jüdische Kalenderwesen die Aufmerksamkeit mehrerer Mathematiker auf sich gezogen. Denn bekanntlich ist die jüdische Kalendereinrich-' tung die komplkzirteste und verwickelteste Kalenderberechnung im ganzen Gebiete der Chronologie. Die Vorkenntnisse zu derselben sind so bedeutend, daß unsere Alten in einer großen Anzahl Werke sie bearbeiteten und die Kalenderbecechnung sogar zu einer Wissenschaft der erhoben wurde. Trotz dieser vielen Schreibereien kam aber doch Niemand auf den Gedanken, statt ihrer, besser eine allgemeine Formel zu geben, vermittelst welcher man den Kalender leicht berechnen könnte, ohne alle Vorkenntnisie und Prinzipien, wie "rra nbi», a'b, , den LP "mma anV ma, nrm 'i rc. zu wissen und anwenden zu müssen. Der berühmte Mathematiker unsrer Zeit, Professor Gauß, war der erste, der der christlichen Kalenderberechnung die neue Form gegeben hat. Seine leichte mathematische Formel zur Berechnung des Osterfestes hat den zahlreichen, chronologischen Wecken und Tabellen, die jährlich zu erscheinen pflegten, ein Ende gemacht. Ec versuchte, auch zur Berechnung des jüdischen Kalenders eine allgemeine Formel zu geben; es gelang ihm aber nur, vermittelst einer Formel den Pesach nach der christlichen Zeitrechnung, nicht aber den ganzen Kalender selbst berechnen zu können. — Professor Nesselmann hatte im mathematischen Journal Crelle's auch einige Artikel einrücken lassen, ohne jedoch die Sache zu ergründen. Selig hatte in Sabludoff schon längst eine allgemeine Formel gefunden, hatte dieselbe aber gar nicht