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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-09-22 · Heft 39 (22.9.1845) · p. Seite 597

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 39 (22.9.1845)
Date
1845-09-22
Page
Seite 597 (sequence 9)
Language
German
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597 Schüler an lateinischen und Gewerbsschulen, sowie an den Gymnasien, welche Schüler bis jetzt größtentheils ohne allen derartigen Unterricht heranwachsen, gesorgt werden möchte; daß in den israelit. Schulen statt des Mittwochnachmittags am Freitagnachmittag, wo die isr-elit. Lehrer, welche zugleich Vorsänger sind, besonders im Winter durch das Schulhalten sehr verhindert seien, frei' sei; daß die Ferien für israelitischen Schulen mehr mit den jüdischen Festtagen in Übereinstimmung gebracht werden, damit nicht einerseits der Lehrer, welcher zugleich Vorsänger ist, in den Zwischentagen der jüdischen Herbstfeste -allzusehr in Anspruch genommen wird, und andrerseits die jüdischen Schulen zu ihrem größten Nachtheile nicht oft zwei Monate und länger statt der gesetzlichen sechs Wochen geschlossen bleiben; daß endlich eine größere Rücksicht als bisher auf die Erlernung des Hebräischen, das Manchem unserer Lehrer, besonders unter den jüngeren, eine wahre terra incognita ist, und auf den Religionsunterricht bei der Vorbildung zum israelitischem Schulfache genommen werden möchte, und daß daher zu diesem Behufe die Schulpräparanden jährlich in den genannten Fächern bei dem betreffenden Rabbiner, ebenso wie bei der protestantischen und katholischen Schulinspektion, im Elementarfache eine Prüfung bestehen sollten. — Wo ist hier das Streben nach „Herrschaft" über die Lehrer, nach Unterdrückung und Beschränkung der Schule bemerkbar? Kleine Geister finden freilich überall zu widersprechen, sie leben in dem Widerspruch und zehren von demselben; der vorurtheilsfreie, gerade Mann aber wird in allen diesen Anträgen nur die Sorgfalt um die Hebung des Religionsunterichtes, um die Vermehrung der israelit. Schulen, um „Verbesserung der äußern Stellung der Lehrer", um die Aussöhnung unserer Gemeinden mit der weisen Fürsorge unsrer Regierung für das israelitische Schulwesen und dem Verbote ungeprüfter Lehrer erblicken. Doch die Rabbiner baten auch, daß den ungesetzlichen, anmaßenden Uebergriffen mancher Lehrer in rabbinische Funktionen gesteuert werde, und das wird den Berichterstatter in Harnisch gebracht haben; deßhalb wird er über die „Herrschaft" klagen, welche die Rabbiner über die Lehrer erlangen wollen.- Das also ist die „freie" Bewegung, die man sich wünscht, daß man willkürlich, wie dies bis jetzt hundert Mal geschah, die Schule unterbricht, ja selbst in auswärtige Gemeinden ging, um Reden zu halten bei Leichenbegängnissen und dem Setzen von Grabsteinen! Und das wäre keine „gesetzlose Willkür"? — Die Furcht des Einsenders, daß ein Mitglied der 77 Katechet und Lokalinspektor einer israelit. Schule werde, brauchte ihn in der Pfalz nicht zu ängstigen, da er recht gut weiß, daß sich kein pfälzer Rabbiner darunter befindet, sowie wir ihn gottlob! auch getrost auffordern können, uns den w*? ps durch welche Aeußerungen man nur die Gemeinden gegen den Rabbiner aufhetzen will, öffentlich zu zeigen. Daß wir die Anträge nicht „in ein größeres Publikum" brachten, Anträge, die amtlich an die königl. Regierung gerichtet wurden, wird uns kein Vernünftiger zum Vorwurf machen. Wir fordern aber den Berichterstatter auf, uns Lügen zu strafen, wenn wir andere als die oben angeführten Anträge vor die k. Regierung brachten, Anträge, durch welche wir nie eine „Herrschaft" über die Lehrer oder Beengung der Schulen bezweckten. Schließlich geben wir die Versicherung, daß uns der Bericht „Aus der baierischen Pfalz" an den meisten unserer Lehrer nicht irre macht. Viele^ von ihnen — auch das wissen wir genau — besonders alle diejenigen, welche unsre Vorstellung genau kennen, und sich mit Nebengeschäften,- die auf den Unterricht der Fugend keinen Bezug habennicht abgeben, und das sind gottlob! bei weitem die meisten unserer Lehrer, haben die Vorstellung der Rabbiner gebilligt und, streben fortwährend durch Eintracht mit den Rabbinern, durch Achtung gegen dieselben den Gemeinden als Muster voranzugehen und gemeinschaftlich mit uns das hohe Ziel zu erreichen, der Hebung unsres Glaubens, der Bildung unserer Gemeinden in Religion und Bürgerthum, und jedes öffentliche Aergerniß zu vermeiden. vr. Grünebaum, Bezirksrabbtner. AuS der baierischen Pfalz, 5. September. (Privatmitth.) Unsere Regierung hat in der jüngsten Zeit mehrere die Israeliten betreffende Verordnungen erlassen, die wegen ihrer Zweckmäßigkeit veröffentlicht zu werden verdienen. Unter dem 17. April 39»

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