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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-09-15 · Heft 38 (15.9.1845) · p. Seite 582

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 38 (15.9.1845)
Date
1845-09-15
Page
Seite 582 (sequence 10)
Language
German
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auf die Gemeinde Mt. Erlbach in Mittelfranken zu werfen. Hier hatte, ein -nun -Heimgegangener Ehrenmann , Maier Kohn, Schwiegervater des Hrn. Rabb. vr. Löwy in Fürth, vor vielen Jahren den Grundstock zu einem Kapital, das er testamentarisch beträchtlich vermehrt, gestiftet, dessen Zinsen so lange zum Kapital geschlagen werden sollten, bis sie zur Deckung des halben Gehalts eines Religions- und Elementarlehrers hinreichen würden. Dieser Fonds wurde durch zweckmäßige Gemeindeeinrichtungen dergestalt vermehrt, daß er sich bereits auf 3800 st. beläuft, und als die Kaffe in den Stand trat, ihrer Bestimmung zu entsprechen, da schrieb man nicht eine weitläufige Konkurrenz aus, man brachte sich nicht in die Lage durch Wahlumtriebe und Simonie den Frieden der Gemeinde gestört zu sehen, sonvern die Gemeinde ersuchte ihren Rabbiner, Hrn. Dr. Löwy, ihnen einen tüchtigen Lehrer zu empfehlen, der auch einstimmig und ohne daß sich der Kanditat um die Wahl nur zu bewerben brauchte, mit Aussetzung eines anständigen Gehalts gewählt wurde. Rühmend muß noch erwähnt werden, daß in dieser, nur 12 Glieder zählenden Gemeinde, die schönste Eintracht herrscht. Da giebt es keine Prozesse über Synagogeneinrichtungen *), kein Widerstreben gegen Schuleinrichtungen; man treibt solide Geschäfte, genießt aber auch die Achtung der öffentlichen Behörden, deren eifrige Mitwirkung bei Bildung dieser Stelle sich rühmlich bethätigt hat. — —. Während der Schwangerschaft unsrer nun auch zur Freude der jüdischen Baiern glücklich entbundenen Kronprinzessin, waren von der allerhöchsten Stelle in allen Kirchen öffentliche Gebete angeordnet. Ein Rabbiner, welcher bei der zuständigen Kreisregierung Anfrage stellte, wie es in den Synagogen zu halten sei, erhielt die Entschließung, daß man höchsten Orts von der Ordnung derartiger Gebete Umgang genommen habe. — . Kr. *) Auch einen Synagogenfonds von 1000 fl. hat die Gemeinde durch den frommen Sinn des genannten M. Kohn und die eröffneten Zuflüsse Seitens der Gemeinde. Korresp. Literarische Nachrichten. Wtwftdeburcz, 24. August. Mir -sichten m unsrer Berichterstattung fori. Die zweite Rabbinerversammlung zu Frankfurt a/M. Eine vollständige Beleuchtung der Tendenz ff. Von S. M. Schiller, approb. ff. Leipzig, 1845. Heft 1. Wenn unsre Literatur in den letzten Dezennien gute Fortschritte gemacht, so hat sie Riesenschritte in der Literatur des Pasquills, des Libells, der Schmähschriften in allen Fächern des Zanks, des-Geifers und Gifts gemacht. Mir fallen dabei oft genug die Worte Jesch. 59, 5 ein. Hätte Herr Sch. vorgehabt, eine gründliche , tüchtige Kritik der zweiten Rabbinerverfammlung zu geben, und war er dazu befähigt: so waren wir die letzten, die etwas dagegen hatten. Von dem Titel des vorliegenden Heftes lasse sich aber Niemand tauschen und bezahle 7^2 Ngr. für 17 Seiten aufgefischter, verdrehter Personalien. Damit kann man zwar den verdorbenen Gaumen klatschsüchtiger Leser befriedigen, aber im Allgemeinen läßt sich das Publikum mit dergleichen Waare nicht mehr kommen. Da nun Herr Schiller von der Rabbinerversammlung abgewiesen worden, als er daran Theil nehmen wollte, so wird er zu sehr als Partei erscheinen. Ueber die Rabbinerversammlung des Jahres 1650. Eine historische Abhandlung. Von Selig Cassel. Berlin, 1845. Diese Broschüre, dem Rabbiner Herrn I. I. Oettinger in Berlin zu seinem 25jahr. Amtsjubilaum gewidmet, zeigt mit Aufwand vieler Belesenheit, daß die Rabbinerversammlung des Jahres 1650 in Ungarn nur die Erfindung eines englischen Missionars ist, und wirst einen Blick in die Streitigkeiten, welche im 17. Jahrh. die christliche Welt bewegten, namentlich aus dem Mystizismus heraus. Indem wir diesen Theil der vorliegenden Arbeit gelten lassen, können wir das, was der Verfasser in der Einleitung über „Reform" sagt, da er sich hier selbst als Mystiker aufstellt, als völlig einseitig, übergehen. In einem Nachwort wirft er der ersten Rabbinerversammlung vor, daß sie nach zu vieler Form gestrebt und darüber das Innerliche vernachlässigt habe. Allgemeines Gebetbuch für Israeliten in 140 Morgen-, Abendutrd Festgebeten auf alle Tage, Lage» und Verhältnisse des Lebens. Von vr. I. H. Dessauer und Simon Krämer, Lehrer. Quedlinburg, 4845. — Gebet- und Ecbauungsbuch fürgebildete

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