Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 38 (15.9.1845)
- Date
- 1845-09-15
- Page
- Seite 580 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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580 wie von allen die ein Gleiches thun, müsse man sich aber abwenden,', fliehen müsse man sie, wie . überhaupt alle Sektirer in der christlichen Kirche, die da jetzt aufstehen, den religiösen Sinn der Gemeinden zu untergraben und sie von dem Glauben ihrer Väter und den Satzungen der Bibel abzubringen; er wisse 'nicht, mit welchem Rechte sich diese noch Christen nennen; möchten sie doch ausscheiden aus der christlichen Kirche und zu den Juden übergehen; aber es werde ihnen überall so gehen, wie den Juden, sie würden alsdann ewig trauern um das Verlorne, und kein Mensch werde sich, da sie es nicht besser verdient hätten, über sie erbarmen." .-**■* Breslau, 1. September. (Eingesandte Erklärung suns am 8. d. M. erst zugekommenj.) Wir lassen, dem Grundsatz der Urparteilichkeit getreu, sorgende Erklärung hier abdrucken, indem wir , natürlich, unserm Korrespondenten sein Recht. Vorbehalten. Die Redaktion. Obwol jeder unbefangene Leser einem solchen Referate, wie das aus Breslau in No. 35 d. Zeitg. kein Zutrauen schenkt und gewiß überzeugt ist, daß es einem solchen Manne nicht um die Wahrheit zu thun ist, so glauben wir doch, da nicht nur die Ehre eines Einzelnen angegriffen wird, die Lüge entlarven zu müssen. Wir, die wir.uns bei der Addresse an den Oberrabbiner. Herrn Dr. Frankel betheiligt haben, erklären hiermit, daß .alle Unterzeichnete der Addresse freiwillig, ohne alle Ueberredung oder gar Anwendung von „List und Jntrigue" ihre Unterschrift gegeben haben, ja, daß sogar Viele, die noch unterschreiben wollten, übergangen werden mußten, weil die Absendung der Addresse nicht verschoben werden sollte. Ebenso unwahr, ist die Schmähung, daß Hr. Kand. Grätz für Sold die Addresse ausgearbeitet habe, oder daß der ehrenwerthe Mann für sein redliches Streben je eine Belohnung von uns beansprucht'hätte. Zugleich bemerken wir, daß sowol in diesen wie in anderen Blättern ungegründete Angriffe auf unsre Partei oft gemacht worden sind, -welche aber die Ehre einer Erwiderung nicht verdienen und daher von uns stets unberücksichtigt geblieben sind. Breslau, den 31. August 1845. B. Zuckermann. Jadassohn. D. Samostz. H. Fränkel.. Deutschland. Braunschweig, 4. September. (Eingesandte Erklärung.") < 'na Dn^s-n In dem „Zionswächter" No. 8 wurde meine Konsequenz gerühmt, daß ich am -Sabbat in Heidelberg angefahren gekommen, auch denselben Tag wieder abgereist sei. Wenn der anonyme- Berichterstatter dadurch, blos auf mich hätte einen Schatten werfen wollen, so würde ich dazu schweigen, weil ich über mein privatliches Thun und Lassen blosmeinem Gott und theilweise' meinen Gemeinden verantwortlich bin; allein er sucht-, wie seine Korrespondenz-im Zusammenhänge zeigt, indem er mich verunglimpfen will, die Reformbestrebungen, welche ich theile, in Mißkredit zu bringen: daher fühle ich mich verpflichtet, folgende Erklärung abzugeben. . Ich bin allerdings am Sabbat, den 2. August d. I., jedoch auf der Eisenbahn (was der Korrespondent verschweigt, um den Knalleffekt nicht zu schwächen) nach Heidelberg und von da nach Mannheim gefahren, indem meine Reisegefährten für mich die nöthigen Karten lösten. Die Benutzung der Eisenbahn aber halte ich für erlaubt am Sabbat, sobald sie nicht in Geschäften geschieht, und zwar nicht blos von meinem Standpunkte aus, sondern auch auf den-Grund dreier der vorzüglichsten altrabbinischen Autoritäten: bei ihr nämlich kann vor allen Gründen gegen das Fahren am Sabbat einzig und allein'v^ainr-, kvuna in Betracht kommen, dieser aber fällt ebenfalls hier weg nach demRaschbam (Erubin 43, a), dem Rosch zuderselben - Stelle und dem Mahrik rad. 46, sie behaupten.-" iNb livttn üinnV yirt üfebw-rt»* N'22,- vergl. Magen Abraham zu Drach chajim 305, 18, und selbst die Bedenklichkeit des Raschbam *1 Indem wir dieses abdrucken lassen/Wollen wir nur Herrn Landrabb. Herzfeld seine offene, unumwundene Erklärung abgeben lassen: keineswegs bilde sich der „treue Nachtwächter" ein, daß wir.:Vorhaben, .uns in Scharmützel mit ihm einzulassen.Mir lassen.denselben ungestört „tuten", und „tuten" und. „Feuer, Feuer!" rufen': in ihm' selbst ist ja kein Funke reinen, klaren Feuers, das zu leuchten und zu wärmen vermag. Man sieht, der Nachtwächter pflegt seines Amtes — er denunzirt. Redakt.