Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 38 (15.9.1845)
- Date
- 1845-09-15
- Page
- Seite 576 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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576 werden: folglich trug der Sabbat auch unmittelbar die Vorstellung von Gott dem Schöpfer in sich und verähnlichte den Menschen Gotte hierin. — So war also, der Sabbat der Träger der ganzen Offenbarung, sowol der Ausdruck ihrer wichtigsten Gedanken und Lehren, als auch das wesentlichste Mittel zum Leben in ihm, und die eigentliche Realisation des Offenbarungszweckes, nämlich der Loslösung von dem blos sinnlichen Leben und seinen Konsequenzen. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. Großbritannien. London, 23. August. Der Oberrabbiuer Dr. Adler hat an die Gemeinden, welche ihn gewählt haben, einen Hirtenbrief erlassen, mit einem Schema, worauf sie die Zahl der Glieder, Synagogen, Schulen, wohlthatigen Gesellschaften verzeichnen sollen, um ihm diese Notizen zuzusenden. —. Hn I. L. Goldschmid, einer der jüdischen Liberalen und Mitbegründer der London-Universität, ist in der Grafschaft Midvlesex, deren Vizelieutenant er ist, als Magistrat angestellt worden. . Norwegen. Christiania, 26. August. Das Konstitutionskomits des norwegischen S^orthings hat jetzt gerathen, dem auf den Storthing 1842 angeregten Vorschlag zu' einer Veränderung in dem Grundgesetze, dahin: „das freie Religionsübung für alle christlichen Religionssekten im ganzen Lande zu erlauben und das Verbot für Juden, in das Reich zu kommen, aufzuheben sei", beizustimmen. Unter den Motiven für die Beistimmung zu dem letztem Theile führt das Konnte an, daß laut einer von der Regierung sowol als von dem Storthing anerkannten Auslegung, portugiesische Juden freien Zutritt schon haben, ohne, daß Jemand von ihnen, oder höchstens nur ein Einziger, sich dieses Zugeständnisses bedient, und daß man von diesem Verhältnisse gegen die Befürchtung, „es würden im Falle derartiger Erlaubttiß sich eine große Zahl Juden in Norwegen niederlaffen," beruhigt sein möge. Preußen. Magdeburg, 8. September. (Privatmitth.) Vom 23. Juli c. datirt ist soeben eine „Gemeindeordnung für die Rheinprovinz" erschienen. Wir waren begierig, daraus zu ersehen, ob die gesetzlichen Verhältnisse der Juden nach den Petitionen der meisten Provinzialstände und denen so vieler Städte, namentlich der Rh ein Provinz, einen Schritt vorwärts gethan, um daraus einen Maßstab für die zu erwartenden Landtagsabschiede zu entnehmen. Jndeß unsre Hoffnung ist getäuscht. Es ist in dieser neuen Gemeindeordnung ganz bei dem geblieben, was in der preuß. Städteordnung inne gehalten ward: Stadtverordnete können die Juden werden, aber Vorsteher derselben und Bürgermeister nicht. Also auch für die Rheinprovinz werden die herrlichen Debatten und Beschlüsse der Landstände der Rheinprovinz keine realen Erfolge haben. Es heißt nämlich: „§. 72. Der Gemeindevorsteher (b. i. der Vorsteher der Stadtverordneten) wird nach Vernehmung der gutachtlichen Vorschläge des Bürgermeisters von dem Landrathe aus den Mitgliedern des Gemeinderaths ernannt.. Derselbe muß sich zur christlichen Religion bekennen, im Gemeindebezirke wohnen und die zu seinen Geschäften nöthigen Kenntnisse besitzen. Bei seiner Ernennung soll auf Personen, welche das Vertrauen der Gemeinde vorzugsweise genießen, sofern sie'sonst für das Amt geeignet sind, besonders Rücksicht genommen werden." Ja auch: „§. 77. Wy der Umfang der Gemeinde es nöthig macht, können für einzelne Theile derselben, nach Bestimmung der Regierung, Bezirks- Dorfs- oder Bauerschaftsvorsteher bestellt werden, welche in dem ihnen angewiesenen Bezirke wohnhaft sein müssen. Wegen der Ernennung, Qualifikation und Amtsdauer derselben gelten die wegen des Gemeindevorstehers ertheilten Vorschriften." Breslau, im September. (Privatmitth.) Die hiesige Bewegung wahrend der Rabbinerversammlung, welche die Anlage zu einem großen thränenreichen Drama, zu sein schien, ist in den Händen der kraftlosen Stümper zu einem dürren, lächerlichen Machwerk zusammengeschrumpft und das Publikum, das sich schon eine weichmüthige Stimmung für die tra-