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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-09-15 · Heft 38 (15.9.1845) · p. Seite 575

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 38 (15.9.1845)
Date
1845-09-15
Page
Seite 575 (sequence 3)
Language
German
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575 daß auf den Zweck der Arbeit Rücksicht genommen werde. So wird in dem Fall des Holjlesenden auch nicht gefragt, zu welchem Entzweck der Mann das gethan, sondern lediglich auf das Faktum hin wird auf Steinigung erkannt; wie der Tod überhaupt ohne Beschränkung auf die Verrichtung einer Arbeit am Sabbat festgesetzt wird. Wird noch daneben die Ausrottung der Person bei Verrichtung einer Arbeit bestimmt, so bezieht sich das auf ein den Menschen verborgenes, heimliches Entweihen des Sabbats, das Gott durch „Ausrottung der Person" bestrafen werde (S. unser Bibelwerk I. S. 77). Als Ausnahme sehen wir in der Schrift allein die Verrichtung der beim Kultus geschehenden Arbeit. Als Einzelnes finden wir angegeben: das Verbot des Kochens und Backens; des Mansammelns (und Holzlesens); des Entfernens vom Wohnorte; der Ackerbauarbeiten; des Feueranzündens; (pentateuchisch) — des Kaufs und Verkaufs; der Ackerbauarbeiten und des Beladens der Thiere (Ncchem.) — des Wegemachens um Geschäfte willen, des Geschäftbetreibens, des Treibens eitcler Dinge (Ieschaj.) — des Lasttragens aus den Häusern und Geschäftethuns (Iirmej.) — des Nichtverkaufens (Amos.) 2) positiv, das Gebot, den Sabbat zu heiligen, dm Tag dem Ewigen geheiligt zu halten, wozu der Pentateuch die heilige Zusammenberufung (>Tp NMp»). und das Sabbatopfer gebietet, also allgemeinen und erhöheten Gottesdienst, den Zechesket noch ausarbeitet, Jeschahjah noch empfiehlt, ihn zu ehren und als eine Wonne zu begrüßen. Was aber den Begriff des Sabbat betrifft, so tritt er hier überall so hervor: daß der Sabbat der Tag ist, an welchem sich der Israelit dem Ewigen heiligen soll. Zur weitern Entwickelung erlauben wir uns folgende Worte aus unserm Bibelwerke Bd. I. S. 416 auszüglich anzuführen. Obgleich der Mensch mit göttlichem Oden beseelt war, so hatte er sich, doch durch die vorwaltende Entwickelung feines-materiellen Lebens tief in dieses versenkt, und als Resultat war hervorgegaugen: ein mühe- und arbeitsvolles Leben zur Befriedigung der sinnlichen Bedürfnisse, die Dienstbarkeit des Geistes zu diesem Zwecke, und das Versinken des Geistes in eine dem sinnlichen Leben analoge Begriffswelt. Die göttliche Offenbarung hatte, den Zweck, den Geist des Menschen von dieser Knechtschaft und diesem Versunkensein zu emanzipiren, ihm die Erkenntniß Gottes und das göttliche Recht und dadurch das Bewußtsein feiner hohem Bestimmung, nämlich der. Heiligung, zu geben. Der Sabbat sollte nun das Instrument der Offenbarung zur Emanzipation des menschlichen Geistes von der materiellen Lebenssphäre sein. Er bestand daher in zwei ansteigenden Momenten: 1) dem Arbeiten für die sinnlichen Bedürfnisse gegenüber, in einem Aufhören aller Arbeit M2vr, so daß den sechs Tagen der materiellen Arbeit am siebenten eine völlige Feier und Befreiung von derselben entgegentrat; 2) dem Versunkenfein des Geistes Behufs jener Arbeit und durch diese in die materielle LebenSsphäre gegenüber, eine Erhebung desselben zur religiösgeistigen Loslösung, zu Gott (“nmpb, ‘■pMbtt 'Mb röffl 'Mb wnp,) so daß hierdurch dem Menschen der Weg zu Gott, zu einem Leben in Gott wieder eröffnet war. So wie daher die Beschneidung das Zeichen (ms) der Bestimmung de§ Geschlechts zur Offenbarung, das Peßach das Zeichen der Einweihung des Volkes zur Offenbarung war: so wurde der Sabbat das Zeichen des wirklichen Lebens in der Offenbarung, weil er eben das wesentliche Mittel hierzu war, das Zeichen des Lebens in der Heiligung: ö^rT-nb dirotn MM ma V22NPN 'm ‘O D3Mb 2 Mos. 31, 13, Jechesk. 20, 12, in dem israelitischen Bunde mit Gott die wesentlichste Bedingung, gleichsam ein Bund für sich "rpMl übl5>. Während der sechs Arbeitstage gehört demnach der Mensch der stofflichen Welt und dem Schaffen darin au,- er hat sich dem allgemeinen Menschenleben hingegeben und geht darin auf, indem er von seiner Stelle aus dafür wirkt; am Sabbat tritt er in die Rechte seiner Persönlichkeit, seines subjektiven Daseins wieder ein und lebt durch Ruhe, unmittelbares Leben in der Offenbarung und in Folge dessen durch Erhebung zu Gott seinem individuellen Bestände. Darum enthält auch der Sabbat die Vorstellung des schaffenden Gottes selbst. Gott als Schöpfer war aus seinem eignen, unveränderlichen Anstchsein bei der Schöpfung herausgetreten und war, indem er die körperliche Welt schuf, dem stofflichen Wirken hillgegeben. Nachdem die Schöpfung vollendet und nach ewigen Normen geordnet war, trat Gott , wieder in seine reine Geistigkeit zurück (ewv 31, 17 s. Anm. dazu), und es war dadurch der Gegensatz der in steter Veränderung begriffenen Körperlichkeit und des unveränderlichen geistigen Ansichseins geschaffen. Nun ist aber gerade der Mensch als Verbindung des Körpers und Geistes, der subluuarische Boden für diese» Gegensatz, und durch den Sabbat sollte dieser Gegensatz des Schaffens im immer sich verändernden Stofflichen und.des geistigen Ansichsetns für jeden Menschen in die Wirklichkeit gefördert

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