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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-09-15 · Heft 38 (15.9.1845) · p. Seite 574

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 38 (15.9.1845)
Date
1845-09-15
Page
Seite 574 (sequence 2)
Language
German
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574 dessen Geschlechter, daß Israel erkenne, daß der Ewige es ist, der es heiligt. Wer ihn entweiht, soll getödtet werden, „denn wer an ihm eine Arbut verrichtet, ausgerottet soll dieselbe Person werden aus der Mitte ihres Bol-' kes. Sechs Tage werde Arbeit verrichtet, aber am siebenten ist Ruhetagsfeier, heilig dem Ewigen; wer eine Arbeit verrichtet am Ruhetage, soll getödtet werden. Und beobachten sollen die Sohne Jsrael's den Ruhetag, haltend den Ruhetag, für ihre Geschlechter, als ewigen Bund." Hierzu wird 35, 3 hinzugefügt: „Ihr sollt kein Feuer anzünden in all' euren Wohnungen am Ruhetage." — Wird die Haltung des Sabbats im dritten B. Mos. 19, 3 und 39, 26, 2 überhaupt eingefchärft, so heißt es 23, 3: „Sechs Tage darf Arbeit gethan werden, aber am siebenten Tage ist Ruhetagsfeier, heilige Zusammenberufung, keine Arbeit dürft ihr thun, Ruhetag ist es, dem Ewigen, in allen euren Wohnungen." Das vierte Buch Mos. erzählt uns 15, 32 ff. von einem Falle, da mau in der Wüste einen Israeliten am Sabbat beim Holzlesen fand, der dafür gesteinigt ward. 28, 9 u. 19 wird das Sabbatopfer bestimmt. Dies ist es,, was die 5 Büch. Mos. über den Sabbat enthalten. Zn den geschichtlichen Büchern wird die Haltung des Sabbats erwähnt 2 Kön. 4, 23; 11, 5—9,- 16, 18. 1 Chron. 9, 32; 23, 31. 2 Chron. 2, 3; 8, 13; 23, 4 u. 8; 31, 3. Nechem. 9, 14; 19, 34, au welchen Stellen besonders die Sabbatopfer, die Anrichtung der Schaubrode (vergl. 3 Mos. 24, 8), das An- und Abtreteu der Tempelwachen am Sabbat erwähnt werden. Als nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil die Juden einen festen Bund unter sich schlossen, so wurde insonders festgestellt, daß, wenn die Völker des Landes Maaren am Sabbat zum Verkauf brächten, sie sie ihnen nicht abnehmen wollten (Nechem. 19, 32). Als aber Nechem. später dennoch in Juda solche sah, die die Kelter traten am Sabbat und Garben hereinbrachten und Esel beluden mit Wein, Trauben, Feigen und allerlei Last, und es nach Jeruschalajim brachten am Sabbat, so warnte er sie und schloß zuletzt die Thore der Stadt den ganzen Sabbat, bis sie es nicht mehr thaten (Nechem. 13, 15-22.) Auch die Propheten sprechen sich über den Sabbat aus. Zwar verwirft Jeschajah (1, 13) den trotz Frevelthaten gehaltenen Sabbat. Aber der große, unbenannte Prophet, dessen Werk die Kap. 49—66 sind (s. unser Bibelwerk Einleitung zum Jeschajah und Erkl. Bd. II. S. 849 ff.), aus der Zeit des babylonischen Exils, stellt den Sabbat als den Repräsentanten dis ganzen geoffenbarten Gesetzes der Heiligung auf. 56, 2 ruft er aus: „Heil dem Menschen, der solches thut, dem Menschensohn, der dies erfaßt, der den Sabbat wahrt, ihn nicht zu entheiligen, und seine Hand wahrt, nichts Bpses zu thun" — wo er also das Gesetz der Heiligung durch den Sabbat und das Gesetz der Sittlichkeit neben einander stellt. B. 4 und 6 nimmt er die Fremden, ja die Verschnittenen, welche den Sabbat halten, in deck israelitischen Bund auf (gegen 5 Mos. 23, 2). Im 58. Kap. V. 13 u. 14 spricht er aus: „Wenn du des Sabbat wegen hemmest deinen Fuß, an meinem heil'gen Tage dein Geschäft zu thuu, so du den Sabbat Wonne nennest, den dem Ewigen geheiligten geehrt, so du ihn ehrst, daß deine Wege du nicht thuest und dein Geschäft nicht suchst, und Geschwätz nicht schwatzest: dann sollst du Wonn' am Ew'gen haben, ich lasse dich des Landes Höh'n ersteigen, und Jakob's, deines Vaters, Erbe dich genießen." — Am Schlüsse des Buches endlich (66, 23) läßt er Sabbat für Sabbat und Neumond für Neumond alle Menschen den Einigen anbeten. Im. 17. Kap. knüpft Jirmejah die Erhaltung der Stadt an die Haltung des Sabbat, daß keine Lasten am Sabbat getragen, in die Thore Jeruschalajims gebracht und aus den Häusern getragen werden, daß kein Geschäft gethan, sondern der Sabbat geheiligt wird. (Vergl. Klagel. 2,6.) Auch Jecheskel wirft mit wörtlicher Beziehung auf 2 Mos. 31, 13 u. 3 Mos. 19, 39; 26, 2 den Israeliten die Entweihung des Sabbat vor 20, 12 ff.; 22, 8 u. 26; 23, 38 und schärft die Haltung und Feier desselben (mit einigen neuen Tempelzeremonieen) bei dem Wiederaufbau des Tempels ein 44/24; 45, 17; 46, 1 ff. Erwähnen wir nun noch, daß AmoS 8, 5 das Nichtverkaufen des Getreides am Sabbat bespricht, Hosch. 2,13 die Feier des Sabbat vorkömmt, und die Ueberfchrift des 92. Psalms diesen dem Sabbat zufchreibt, so haben wir Alles zusammen, was die heil. Schrift über den Sabbat verhandelt. 2. Der biblische Sabbat. Ziehen wir aus diesen Stellen zuerst das Gesetz heraus, so ergiebt sich: 1) negativ, das unbedingte Verbot jeder Arbeit; Irron *6 heißt^s unbedingt, und es ist auch nicht die geringste Spur davon vorhanden,

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