Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 38 (15.9.1845)
- Date
- 1845-09-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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IX. Jahrgang. Allgemeine No. 38. Zeitung des ZudenthumS. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. - (Mit König!. Sächsischer »llergnädigster Konzession.) Leipzig, den 15. September 1845. ' Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Vogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfaffen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst ni'edrigmit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächs. wohllöbl. Ieitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Zur Sabbatfrage. Zeitungsnachrichten r Großbritannien: Lon- , don. Norwegen: Christian!«. Preußen: Magdeburg, . Breölau, Berlin, Neustettin in Pommern, Breslau. Deutschland: Braunschweig, aus Baiern. Literarische Nachrichten: Magdeburg, Magdeburg. Korrespondenz: Russisch-jüdische Skizzen. (Fortsetzung). Leitender Artikel. Magdeburg, 8. September. Zur Sabbatfrag-. 1. Sämmtliche Stellen der Bibel über den Sabbat. . Schon bei der Schöpfungsgeschichte wird der siebente Tag als „Ruhetag" hervorgehoben (1 Mos. 2, 3): „Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, denn an ihm ruhete er von all' seinem Werk, daß Gott geschaffen, indem er es machte."*) Die erste Erwähnung *) Die Segnung des siebenten Tages bestand in der Heiligung desselben. Da am siebenten Tage das Wirken der bewußtlosen Natur selbst nicht feiert, so muß sich die Heiligung des siebenten Tages nur auf die mit Bewußtsein begabten Geschöpfe beziehen, und konnte erst dann ln die Wirklichkeit treten, wenn auch jene zu diesem Beim Gesetze geschieht bei der Sammlung des Man .(2 Mos. 16, 23): „Das ist, was der Ewige geredet: Ruhetag, dem Ewigen heiliger Ruhetag ist morgen; was ihr backen wollet, backet, und was ihr kochen wollet, kochet." Am siebenten Tage fanden sie kein Man auf dem Felde. „Und es geschah am siebenten Tage, gingen vom Volke etliche hinaus zu sammeln und fanden nichts. Da sprach der Ewige zu Moscheh: Wie lange weigert ihr euch, zu beobachten meine Gebote und meine Lehren? Sehet, daß der Ewige euch den Ruhetag gegeben, darum giebt er euch am sechsten Tage Brod für zwei Tage; bleibet, ein Jeder an seinem Orte; Niemand gehe von seinem Platze am siebenten Tage weg." — Feierlich wurde hierauf das Sabbatgesetz als viertes der zehn Worte ausgesprochen, wobei zu bemerken, daß 2 Mos. 20, 11 die Vollendung der Schöpfung, 5 Mos. 5, 15 aber (durch eine sehr nahe-liegende Jdeenassioziation s. unsre Bibel!. S. 416) die Befreiung aus Aegypten als Motiv angegeben wird. Dann wird 2 Mos. 23, 12 und 34, 21 selbst für die Zeit der Aussaat und Ernte der Sabbat eingeschärft. — Noch einmal wird 2 Mos. 31, 13—17 der Sabbat eingeschärft, als ein Zeichen zwischen Gott und Israel für wußtsein gekommen wären. Wenn also der Sabbat erst mit der Offenbarung von Menschen geheiligt wurde, ebenfalls^ als Aufhören des Schaffens und als Hervortreten des rein geistigen, des religiösen Lebens: so schlägt ins unp-'i' schon die Brücke von der Schöpfung zur Offenbarung. (Philippson's tsraelit. Bibel z. St.)