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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-09-08 · Heft 37 (8.9.1845) · p. Seite 567

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 37 (8.9.1845)
Date
1845-09-08
Page
Seite 567 (sequence 11)
Language
German
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567 nalisten ein Glaube beigemessen, der die gefaßte Meinung über Persönlichkeiten und Institute von anerkanntem Gehalte wenn nicht umstoßen, doch wankend machen kann. Diese Gedanken veranlassen, die in dem Anzeiger der No. 34 der Allg. Ztg. d. Judenth. mitgetheilte Ankündigung der Broschüre: „Die zweite .Rabbinerversammlung, beleuchtet von M. S. Schiller" etwas näher zu beleuchten. Von welchem Inhalte diese Schrift, die hier durch Buchhandel noch nicht zu haben ist, sein mag, laßt sich aus der Antezedenz, der Nichtzulassung des Verfassers zu den Berathungen der zweiten Rabbinerversammlung, wol errathen. Man muß diesen Menschen, wie wir hier, kennen, um auf nichts Besseres gefaßt zu fein, und es wird Ihren Lesern nicht unlieb sein, den Mann kennen zu lernen, der in seiner Jämmerlichkeit die Vereinigung hochachtbarer Männer, der er selbst so gerne angehören wollte, auskleinlicher Rache mit Koth bewirft. Einige Daten werden hinreichen. Sein Name ward zuerst (ob früher noch ist nicht unwahrscheinlich) in Preßburg genannt, wohin er, welchen Vergehens wegen ist mir unbekannt, auf den Schub gebracht ward, und nur durch Vermittlung einiger jüdischen Menschenfreunde seiner Haft ledig wurde. In Prag sehen wir ihn graduirt — er hat nie ordentliche Studien gemacht — beim damaligen Prediger Hrn. Dr. Sachs durch widersinnige Ansichten, die er als original Jedem anhängte, als: der Verfall der hebräischen Sprache beginne schon mit Iesaias, Hiob sei unterschoben und korrumpirt hebräisch, und noch mehr durch falsche Empfehlungen von Hrn. Mannheimer, dessen Bettelzeugniß er in ein Gutachten verwandelte, und anderen Zelebritäten, die er sich selbst ausgestellt hatte, entlarvt, und bald darauf durch die Polizei aus. der Stadt gewiesen. Nach Preßburg wieder gekommen, erfrechte er sich mit einer Predigt in der Hand über : *1/28 dwir “p vnn 22N iJ-rrt*, die, ein Agregat von wer weiß wie vielen Predigtsammlungen, mit ihm die Bettelreise durch ganz Ungarn, Oesterreich, Mähren, Böhmen und vielleicht auch Deutschland machte um mit seinen stereotypen, oben angeführten Ansichten im Munde von Haus zu Haus um Unterstützung zu betteln. Bald wendet sich das Blatt und unser Held steht auf der Kanzel der Synagoge zu Lyrnau in -einer katholischen Reverende; aber, o Himmel! zwei Polizeidiener unterbrechen die Predigt über '121 -ma nun p vor dem bestürzten Auditorium, vom Prediger die Legitimation über das Besttzrecht der Reverende, die seit einigen Tagen einem Seminaristen abhanden gekommen war, fordernd. Dock das Glück ist dem Kühnen hold; wir trauten kaum dem Gerüchte, daß Herr Schiller nun wieder von Eperies aus das Licht der Aufklärung über 'seine Ungar. Glaubensbrüder leuchten läßt. Bedarf es mehr, um solch' einen elenden Menschen, an dem Alles eine Lüge, sein Name selbst — er heißt Schiel — eine Verunglimpfung des hehren Dichters ist, zu skizziren; denn seine Qualität als'Privatdozent, die wir erst aus der genannten Annonce entnehmen', mag ebenso wenig wie seine Doktorwürde begründet sein,- da er für lateinische oder deutsche Fächer keine öffentlichen oder privaten Studien getrieben hat, und ein Mann, dem Iesaias noch nicht gut hebräisch spricht, doch auch nicht füglich ein solches Hebräisch, wie das der Bibel, doziren kann. Nachdem ich nur mit widerstrebendem Ekel Herrn Schiller in einigen seiner schmutzigen Lebensphasen gefolgt bin, kann ich schließlich nicht umhin, dem Präsidium den Dank und die Genugthuung der ungarischen Juden, die dem Prinzip des Fortschrittes huldigen, zu bezeugen, die die Nachricht von der Ausschließung Schiller's hervorrief. Er wäre nur eine Waffe in den Händen unserer Gegner gewesen, die mit einem gerechten Spotte aus den Repräsentanten unserer Glaubensrichtung und der Rabbinen Ungarns hingezeigt haben würden, den die verdiente Verachtung von Männern der verschiedensten Glaubensansichten schon längst getroffen hat. ... k.n. Papa, im August. (Privatmitth.) Wie rüstig in jüngst verflossener Zeit an dem großen, schönen, erhabenen Werke der Veredlung und Vervollkommnung der Gotteshäuser und des Gottesdienstes durch Kraft der überall ertönenden Stimme in den mehrsten Gemeinden Ungarns schon gearbeitet wurde und so erfreulich die Resultate waren, die daraus hervorgingen, so schmerzlich und betrübend ist es hingegen, da, wo die Bedeutung der Zeit erkannt und ih- ' rem Rufe bereits Folge geleistet', wo an die Stelle des Sinnwidrigen, längst Verschollenen und Veralteten das Schöne, Zeitgemäße und Geschmackvolle tiefe Wurzel fassen sollend — gesetzt wurde, dessen Verfall wieder durch nicht gehörige Würdigung des-

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