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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-08-25 · Heft 35 (25.8.1845) · p. Seite 537

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 35 (25.8.1845)
Date
1845-08-25
Page
Seite 537 (sequence 9)
Language
German
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537 allerhöchsten Herrschaften sehr huldvoll über sein Amt und seinen Wirkungskreis in gnädigen Ausdrücken befragt zu werden. Frankfurt a. O., 10. August. (Privatruitth.) Am 5ten d. M. wurde der Rabbinatskand. Dr. Jos. Jsaa ksohn von der hiesigen Gemeinde zum Rabbiner gewählt. Herdelberg, im August. (Privatmitth.) Am 2. August wurde von den hiesigen jüdischen Studenten den hier anwesenden Mitgliedern der Rabbinerversammlung, den DD. Holdhcim und Herjfeld, ein solennes Festmahl gegeben, nachdem Abends vorher die Liedertafel eine Serenade gebracht hatte. Es war ein Beweis der lebendigen Theilnahme unsrer Jugend an der Entwickelung der religiösen Zustände. Festveranlasser waren der hiesige Dozent der Rechte Oi. A. Friedlander und Cand. theol. Dr. S. Friedländer. Derlrri, 12. August. Diese Tage wird einigen hier anwesenden Theilnehmern der Rabbinerversammlung von der „Genossenschaft für Reform im Judenthnme" ein solennes Festmahl gegeben werden. Einer dieser Rabbinen wollte Sachs besuchen, aber ward von ihm nicht angenommen (!) Nun, Gleiches ist ja vor'm Jahre Frankel von Seiten Bernay's geschehen. ' —. Die Polemik ist jetzt wieder sehr lebhaft. In der hiesigen Voss. Zeitg. blamirt sich ein gewisser „D. A. Benda, Bürger" mit Artikeln, die blasirt voll Liebe und heimlich voll Haß sind. Ein Herr Steintbal hat ihm ge> hörig gedient. — In der Augsb. Allg. Ztg. verrheidigt sich Dr. Ghilla n y gegen den ihm aufgebürdeten Judenhaß; zitirt eine Menge Gebetstellen, worin die Juden ihre Auserwähltheit feiern, und verlangt, daß wir den Unterricht in der hebr. Sprache und die Beschneidung aufgeben sollten, sonst dürfen wir ihm keine Bürger sein. Nun, man fordre doch die Katholiken auf, Messe, latcin. Gebelsprache, Taufe, Abendmahl ff. aufzugeben — welche Antwort wird ihm ' werden? Wenn wir so bereitwillig mit dem Aufgeben unsrer Religion sein wollten, gäbe es ja keinen — Ghillany mehr! Die Augsburgerin gestattet dem Dr. GH. eine große, ungespaltene Seite, obgleich er in ihr nicht angegriffen worden. Nun bietet derselben aber einmal eine Gegenschrift an — sie wird sie ohne schwere Jnsertiousgkbühre» nicht annehmen. Darum behalten wir unser Geld, und die Augsburgerin — . ihr Glft. Dresden, 14. August. Die jüdische Sache hat in Sachsen eine Hauptstütze verloren: der Deputirte von Meyer ist mit Tode abgegangen. Die Annalen der sächsischen Israeliten werden seinen glänzenden Reden für Emanzipation der Juden auf den sächsischen Landtagen niemals vergessen. Korrespondenz. R n ssi sch - j ü d i sch e Skizzen. 27. Mal St. Petersburg, den—g~3un( 1845. (Fortsetzung.) Hier stießen ihm nun im Talmud mehrere schwierige Stellen auf, die ohne irgend welche Kennrniß der Astronomie unmöglich gelöst werden können. Selig hatte seine Freude daran, seinen Scharfsinn an der Lösung solcher Schwierigkeiten zu üben, und als er einst mit einer solchen Stelle eines Traktat's zu Stande gekommen war, so ging er, wie gewöhnlich, des Abends in das Beß-Midrasch, in dem ec seine Stelle neben der des Rabbinen hatte. Da man zwischen dem Abend- und Nachtgebete immer im Gotteshause — wahrend des Winters — bleibt, und ein Jeder sich nach seiner Weise mit irgend einem Werke der jüdischen Literatur beschäftigt, so schlug auch Selig seinen Talmud auf und zeigte dem Rabbinen eine Stelle, dje dieser unmöglich rechtfertigen konnte. Nachdem er sich sattsam abgequalt hatte, erklärte Selig sie ihm mittelst eines mathematischen Gesetzes. Der Alte staunte, und da man in.den kleinen jüdischen Wohnorten nach dem Gebete immer einen kleinen Spatziergang zu machen gewohnt ist, so schlug er sich zu dem Quasimalhemaliker des Ortes mit den Worten: „Wie gefällt Euch das? Selig ist doch gar ein Baal-Techuna (Astronom)! Heute zeigt er mir die und die Gemara, die gar keine Erklärung hat, und er hat ein Wunder von einer Erklärung mir mitgetheilt." Der Andere ging, obwol er seinen mathematischen Ruf gefährdet sah, zu Selig, und fand in ihm einen Mann, mit dem er sich nicht zu messen wagte. Er erzählte ihm nur, daß ec zu Hause noch ein mathematisches Werk, das ittTip Niid» (heilige Wohnung) von Rabbi Schimon Woltosch habe, daß er davon aber nichts verstünde. Nach einer halben Stunde war das Buch in Selig's Händen; es enthält die Geometrie, Trigonometrie, sphä- 3b *

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