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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-08-18 · Heft 34 (18.8.1845) · p. Seite 524

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 34 (18.8.1845)
Date
1845-08-18
Page
Seite 524 (sequence 12)
Language
German
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524 doch bald der Gott Jsrael's die armen, schutzlosen Nachkommen Abraham's in dem heiligen Lande von der Gewalt dieser Tyrannen, welche sich ihre Glau» bensgenossen nennen, befreien. Literarische Nachrichten. Magdeburg, im August. Silo ah. Eine Auswahl vyn Predigten. Zur Erbauung, sowie insonders zum Vorlesen in Synagogen, die des Redners ermangeln. Von Philipp son, Rabbiner. Zweite Sammlung. Leipzig, 1845. Wir stellen das Vorwort dieser zweiten Sammlung hierher: „Die Sammlung von Predigten, welche ich unter dem Titel „Siloah" im Jahre 1843 herausgab, fand vielfachen Anklang, und es kam mir wiederholt der Wunsch zu, dieselbe durch eine zweite vermehrt zu sehen, welche jedoch mehr Sabbatpredigten, da die erstere eine größere Zahl Festpredigten enthalt, bringen möchte. Da der Herr Verleger sich sofort bereit erklärte, stand ich nicht an, den an mich gelangten Wünschen zu genügen. . Ueber Form und Charakter dieser Predigten habe ich diesmal Nichts hinzuzufügen, und verweise deshalb auf das Vorwort der ersten Sammlung. Es ist gewiß ein Zeichen frischen Lebens, daß die Predigt in der Synagoge immer mehr erstarkt, immer mehr ihrer selbst bewußt wird, und das zu verfolgende Ziel immer mehr vor Augen nimmt. Ich meine hiermit viel weniger die immer größere. Verbreitung der Predigt innerhalb der Synagoge, als daß sie ihres ganzen Stoffes sich zu bemächtigen immer befähigter wird. Es ist nicht mehr jenes vage Herumtasten nach den paffenden Gegenständen, jene charakterlose Allgemeinheit, die in der, seit Jahrhunderten so besondern und charaktervollen Synagoge sich so sonderbar nahm und all' Augenblicke ihre Fremdactigkeit verrieth. Das gvnze jüdische Leben und der ganze Religionsinhalt des Judenthums wird zum Inhalte der jüdischen Predigt. Geschichte, Gesetz und Dogma haben in derselben nicht minder Platz gegriffen, als die allgemein menschlichen Lebensbeziehungen. Damit hat aber die Predigt die rechte Lebenskraft für die Synagoge gewonnen, und sich derselben einorganisirt. Von diesem Standpunkte aus bitte ich die zwei, je aus vier Predigten ein Ganzes bildenden Atheilungen zu betrachten, welche ich an die Spitze und an das Ende dieser zweiten Sammlung (abgesehen vom „Anhänge") gestellt habe: die erste über die Geschichte Jsrael's, bfe andere über die Gesellschaft nach den Begriffen und dem Wesen des Judenthums. Die Geschichte Jsrael's ist ein zu wesentliches Element seines Lebens auch in der Gegenwart, als daß die religiös-dogmatische Betrachtung derselben vernachlässigt werden dürfte. Ueber- Haupt hat man für die Entwickelung des Judenthums sehr bestimmte und reiche Früchte zu erwarten, Falls man mehr Kenntniß der Geschichte des Iudenthums in die Masse bringt. Der Begriff des eisern in allen seinen Formen feststehenden Judenthums wird damit sehe geschwächt. Die Geschichte wird immer ein unwiderlegliches urAumeutum ad homiaem gegen die sein, welche gern jedes “pin ■’tr» und jeden Synagogentriller für seit Abraham und Moses schon in Israel vorhanden ausgeben möchten. Die Predigten über die „Gesellschaft" legen Ideen dar, welche ich jüngst in einer Reihe „leitender Artikel" in der Allg. Aeitg. des Judenthums angeregt habe. Allerdings haben wir damit ein weiteres Ziel, als das einer vorübergehenden Erbauung. Wir wünschen, diesen Theil der göttlichen Offenbarung, auch so weit er sich im historischen Judenthume durchgebildet, die sozialen Lehren, in ihr allgemeines Recht eingesetzt zu sehen, so daß sie in Verbindung mit der Morallehre bestimmt dozirt werden. Das Judenthum tritt dadurch in lebendigere Verbindung mit der Neuzeit, ohne zu befürchten zu brauchen, in irgend einer Art mit politischen Bestrebungen verwechselt zu werden, da die soziale Lehre des Judenthums auf — der Familie beruht*). Und so mögen auch diese, aus glühender Begeisterung für unsecn Glauben und freier, selbstständiger Ueberzeugung hecvorgegangenen Reden einen freundlichen Empfang und einen weiten Wirkungskreis finden, und ihre Eindrücke vom einigen Gotte, dem sie bekennen, gesegnet werden!" Zu den einzelnen Predigten gehören: zwei Tischeah- Beab- Predigten; das erlösete Israel; die Religion Jsrael's unsre Mutter; der geoffenbarte Gott; die Menschennatur und die Gottesnatuc; der heilige Boden; das Buch des Lebens; die wahrhaften Forderungen der Religion; wir haben eine Schuld zu bezahlen an das Leben; *) S. Pred. XXVI.

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