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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-08-18 · Heft 34 (18.8.1845) · p. Seite 523

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 34 (18.8.1845)
Date
1845-08-18
Page
Seite 523 (sequence 11)
Language
German
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Behörden stets darauf bedacht sind, die Familiensteuer ko8elie-b»jl8 immer mehr zu ermäßigen. Heidelberg, 1. August. Die hiesige philosophische Fakultät verweigert einem zur Professur vorgeschlagenen Dozenten der Philosophie, der seine Tüchtigkeit durch ein berühmtes geschichtliches Werk bekannt hat, die Ertheilung dieser Würde, weil er als Israelit nicht den Eid auf das Evangelium leisten könne — als ob nicht ein ganz ähnlicher Eid für die Erlangung der Doktorwürde vorgeschrieben wäre! Rußland und Polen. St. Petersburg, 31. Juli. Die Zeitungen veröffentlichen den Generalbericht des Ministers Uwaroff an den Kaiser für das Jahr 1844. In demselben wird auch der Juden gedacht, und daran erinnert, daß die vorbereitenden Maßregeln, die seit 1839 berathen werden, auch im Jahre 1844 weiter vorbereitet wurden. Es lautet die betreffende Stelle: „Maßregeln zur Vorbereitung der Bildung unter den Juden. Unter dem 25.November wurde mir durch namentlichen Ukas befohlen: 1) unabhängig von der den Juden ertheilten Erlaubniß, den Unterricht in den allgemeinen christlichen Lehranstalten zu genießen, für dieselben noch besondere Schulen von zweierlei Gattung, nämlich: erste Elementarschulen, den Pfarrschulen entsprechend, und Schulen des zweiten Ranges, von gleichem Umfange wie die Kreisschulen, zu errichten; zur Bildung von jüdischen Religionslehrern und Rabbinern oder Rabbinerschulen, hinsichtlich der allgemeinen Lehrgegenstände den Gymnasien gleichstehend, anzuordnen; 2) diesen Anstalten, gleichwie den Lehrern und Schülern denselben, besondere Vorrechte zu verleihen; 3) die jüdischen Privatlehranftalten und Hauslehrer den über diesen Gegenstand geltenden allgemeinen Vorschriften zu unterwerfen, jedoch mit den der Natur der Sache nach nothwendigen Veränderungen; 4) genaue Regeln über die Organisation des Unter-, richtswesens bei den Juden zu entwerfen und nach Maßgabe derselben zum Werke selbst zu schreiten; zunächst aber zur Erlangung genauer Kenntniß der gegenwärtig bei den Juden bestehenden wissenschaftlichen und Lehranstalten und zur Aufnahme derselben in das unmittelbare Verwaltungsgebiet des Ministeriums des öffentlichen Unterrichts temporäre Gouvernements- und Kreisschulkommifsionen, aus Christen und Juden zusammengesetzt, nach Berathung mit den gehörigen Personen, zu eröffnen Und dieselben mit den nöthigen Anweisungen meinerseits zu versehen. Zur Vollziehung dieses Allerhöchsten Willens trug ich vor Allem Sorge für die Erlassung von Verfügungen über die Eröffnung temporärer Kommissionen und versendete einstweilige Regeln als Richtschnur in Betreff der Unterwerfung der jüdischen Lehranstalten unter die Aufsicht des mir anvertrauten Ministeriums, nebst einer Uebersetzung dieser Regeln und des Allerhöchsten Ükases in die jüdisch-deutsche Mundart. Die ferneren hiernach ergriffenen Maßregeln überschreiten die Grenzen des verflossenen Jahres und werden in dem zukünftigen Berichte des Ministeriums des öffentlichen Unterrichts ihre Stelle finden. Ueber die den Juden des Königreichs Polen ertheilte Erlaubniß, auf den Uni-, versitäten zu studiren und Prüfungen zu bestehen. Durch Allerhöchst bestätigtes' Gutachten des Reichsraths ward den eingebornen Juden des Königreichs Polen gestattet, auf den Universitäten und Akademieen des Reichs zu studiren und die Prüfungen zur Erlangung von gelehrten und insbesondere auch medizinischen Graden daselbst zu bestehen, jedoch mit dem Vorbehalt, daß das stattsindende Verbot, dieselben zur Uebersiedelung in das Kaiserreich zuzulassen, in Kraft bleibt." Palästina. Jerusalem, 1. Juli. (Privatmitth.) Die Macht der Presse beginnt, sich selbst bis in das unwirthliche Syrien zu erstrecken. Durch eine Nummer der.Ällg. Zeitg. des JUdenthums ist der Herr Generalkonsul Piccioto in Aleppo von der Gefangenschaft unterrichtet worden, in welcher der Lehren'sche Statthalter Pinsker in Jerusalem den Herrn Lurqueman hielt. Durch seinen Einfluß iss derselbe befreit worden. Nun sucht abier dieser Pinsker dieses Opfer seines Hasses dadurch in seine Gewalt zu bekommen, daß er ihn für einen türkischen Unterthan ausgiebt. Möge der Herr Generalkonsul den Hülferuf des Unglücklichen abermals auf diesem Wege erfahren und ihn zu retten nicht verschmähen! Möge

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