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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-08-18 · Heft 34 (18.8.1845) · p. Seite 518

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 34 (18.8.1845)
Date
1845-08-18
Page
Seite 518 (sequence 6)
Language
German
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518 Liese Akkomodation und diese Furcht sind doch nur Produkte eines und desselben Geistes: des der Erhaltung alles noch Lebendigen, Lebenskräftigen im Judenthume — und das jst: was die Gemeinden nun und nimmermehr aufgeben, konzediren. Die Versammlung, sagen wir, verharrte auf dem positiv-historischen Standpunkte: denn sie hat vor Allem niemals von der Bibel weichen wollen, und hat gewissenhaft das Verhältnist zu dem historischen Judenthume beachtet. Sie hat das deutsche Element nach dem Bedürfniß der Zeit im Gottesdienste eingebürgert und gezeigt, daß dem kein Gesetz entgegensteht, aber sie hat dem Hebräischen sein Recht gewahrt, daß es aus dem Gottesdienste nicht weichen dürfe. Ob dies nach den Nuanzirungen der Versammlung für not h wen big oder nur für rathsam erachtet wurde — das scheint uns am Ende nur Wortklauberei, auf die das Gewicht nicht zu legen ist, was man von gewisser Seite darauf legen wollte: das Resultat bleibt sich gleich. Sie hat die politischen Vorstellungen vom Messias entfernt, wie dies die ganze gegenwärtige Stellung der Judenheit verlangt: aber sie hat die Lehre vom Messias, die echt biblisch ist und die das ganze Judenthum immerfort ausgearbeitet hat, erhallen. Sie hat die Bitte um Wiederherstellung des Opferkultus gestrichen, da sie mit allen Begriffen der jetzigen Menschheit im Widerspruch fleht, aber sie hat die Erinnerung an ihn als eine große und biblische Kultusphase bewahrt. Sie hat keine einzige Form des jüdischen Gottesdienstes vernichtet, sondern die zeitgemäße Umgestaltung derselben angestrebt. Sie hat, auf den Geist des Talmudsund gewichtige Autoritäten gestützt, tniNiizJ ü^a erlaubt, um die Sitte zu erhalten, so wie man aus demselben Grunde unter anderen Verhältnissen jene verboten hat. Wo ist also hier Destruktives? wo Zerstörung? Nirgends. Ueberall das Streben zu erhalten, und in diesem Geiste zu reformiren. Ein eigentlicher Dissens des Schreibers dieses von der Majorität (jedoch nur 18X12), fand nur in der Frage statt, inwieweit die hebräische Sprache im öffentlichen Gottesdienste zu erhalten? Wir können uns noch heute nicht mit der Ansicht übereinstimmend erklären, daß außer ri'p nur in den wenigen Reihen von 12^2, der ersten -Par. von und sechs-Benediktionen der anö alles ^Hebräische bestehen soll, da uns dann alle die Gründe, ^welche für die Erhaltung der hebräischen Sprache im Gottesdienste ausgesprochen wurden, illusorisch erscheinen. Die hebräischen Theile des Gebetes sind dann so unbedeutend, daß man die Nothwendigkeit, diese Paar Reihen hebräisch zu erhalten, gar nicht absieht. Noch mehr stehen die Gegner dadurch im Widerspruche, wenn sie diese Theile aus — Akkomodation hebräisch erhalten wollen. Akkomodation kann nur die Nachgiebigkeit der Theorie an die Praxis der Gemeinden bedeuten. Wo ist aber die Gemeinde, welche, wenn sie das Hebräische erhalten will, und das will die immense Mehrheit, sich mit dem Dutzend Reihen begnügen wird? Eine Akkomodation aber, die sich nicht akkomodirt, ist ein Nonsens. Die Meinung, welche die hebräische Sprache in dem Gottesdienste als nothwendig für das Leben des Judenthums erachtet, und sie deshalb organisch erhalten will, und eine wahre (keine illusorische) Akkomodation würden daher zusammengetroffen sein in dem Vorschläge des Schreibers dieses, einen vollständigen hebräischen Korpus zu erhalten durch Beibehaltting von *0*12 bis Ende der sb mit einigen nöthigen Modifikationen, wie sie durch Entfernung alles Kabbalistischen, der politischen Vorstellungen vom Messias, der Bitte um Wiederherstellung des Kultus bedingt werden. Dieser Korpus hätte dann ein bestimmtes Gepräge, entfernte sich von dem Bisherigen nicht zu weit, würde das Hincinflicken feststehender deutscher Gebete nicht nothwendig machen, und hätte auch durchaus eine solche Ausdehnung nicht, daß diese den Zwecken des Gottesdienstes widerspräche. Hierbei war nun noch gar nicht in Frage gekommen, inwiefern an den Festtagen noch besonders Hebräisch beibehalten werden soll, z. B. das Jedenfalls wird die Kommission auf diese Frage noch vielfach zurückkommen, und da die große Zahl derer (12), welche gegen die Majorität (18) stimmten, doch sich für die Ausführung des Kommissionsantrages nicht bestimmen können, und sich also in diesem ganzen Theile der Mitwirkung enthalten müßten: so hoffen wir, daß hierin noch eine Vereinbarung getroffen werden wird. Hier ist es nun, wo die Besprechung jenes Inzidenzfalles nicht umgangen werden kann — der Weggang Fra nkel's und Schott'S. Wir sind treue Berichterstatter, und als solche wollen wir zuerst bemerklich machen, was man allgemein darüber sprach. In Bezug auf Schott hob man einfach hervor: daß er von Frankfurt am Main nach Hannover ging, um seine Bewerbung um das dortige Landrabbinat zu betreiben. Man fand nämlich ein Analogon im Wegbleiben

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